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So, 8. April 2007, 10:20

Software::Kommunikation

Gaim in Pidgin umbenannt

Gaim, eines der populärsten Programme für Instant Messaging unter Linux, musste seinen Namen ändern.

Wie es zu dieser Namensänderung kam, ist eine längere Geschichte. Ausschlaggebend war die Drohung von AOL, das Projekt oder einzelne Entwickler zu verklagen, da das Unternehmen durch Gaim seine Marke AIM verletzt sah. Auch wenn die Gaim-Entwickler entschlossen Widerstand leisteten, hatten sie am Ende doch genug von der ständigen Bedrohung.

Das Projekt startete bereits unter einem unglücklichen Stern. Im Jahr 1999 wurde es als GTK+-Oberfläche für das damals noch proprietäre Instant-Messaging (IM)-Protokoll von AOL unter dem Namen »GTK+ AOL Instant Messenger« von Mark Spencer gegründet. Nach Einspruch von AOL wurde der Name in Gaim geändert. Im Jahr 2000 öffnete AOL sein Protokoll, was die Arbeit für das Gaim-Team vereinfachte. Es gab zahlreiche Programmveröffentlichungen. Gaim wurde populärer, doch erst im September 2004 wurde Version 1.0 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt unterstützte das Programm neben dem AOL-Protokoll bereits die meisten anderen wichtigen IM-Protokolle.

Inzwischen hatte jedoch AOL das Kürzel AIM als Marke registrieren lassen und verlangte von Gaim eine Namensänderung. Das Thema wurde auf Slashdot damals verbreitet, und die Gaim-Entwickler, entschlossen, nicht nachzugeben, nahmen sich Rechtsanwälte. Auf Anraten der Anwälte wurde die weitere Entwicklung des Falles nicht in die Öffentlichkeit getragen, so dass das Problem bei den Anwendern in Vergessenheit fiel.

Als Gaim die erste Betaversion von Gaim 2.0 veröffentlichte, drohte AOL mit einer Klage gegen einen der Entwickler. Nun wurde dem Projekt klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Die »Instant Messaging Freedom Corporation« wurde gegründet und zum rechtlichen Vertreter von Gaim gemacht. Zugleich versuchten die Entwickler, über ihre Anwälte einen Vergleich mit AOL zu erreichen. Dies dauerte länger als erwartet. Auf Anraten der Anwälte konnten keine Informationen darüber publiziert werden, und statt der langerwarteten Version 2.0 von Gaim erschienen lediglich Betaversionen, um AOL nicht zu verärgern.

Das Projekt verkündet nun, eine Einigung mit AOL erzielt zu haben. Gaim muss im Zuge dieser Einigung jedoch umbenannt werden. Die Entwickler entschieden sich dafür, das Projekt künftig »Pidgin« zu nennen. Die Bibliothek libgaim wird zu libpurple, und gaim-text wird zu finch. Eine weitere Neuerung ist, dass das Projekt auf einen eigenen Server umgezogen ist, der unter pidgin.im zu erreichen ist. Die Sourceforge-Seiten sollen noch erreichbar bleiben und die Downloads sollen noch eine Weile über Sourceforge laufen. Auf dem eigenen Server soll der Quellcode künftig mit monotone verwaltet werden. Bereits in einer Woche soll Pidgin 2.0.0 freigegeben werden.

Die Entwickler entschuldigen sich dafür, die Sache im Geheimen abgewickelt zu haben. Das hätten sie niemals beabsichtigt, doch hätten die Anwälte dringend von einer Publikation abgeraten.

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