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Mi, 18. April 2007, 08:18

Mark Shuttleworth: »Zeit für Linux im Massenmarkt ist noch nicht gekommen«

In einem Interview auf dem Onlineportal der österreichischen Tageszeitung »Der Standard« spricht Mark Shuttleworth über die [a 0.10836]Aufnahme von proprietären Treibern in Ubuntu[/a], den [a 0.10492]100-Dollar-Laptop[/a], [a 1.816]Windows Vista[/a] und die Beziehung zum Debian-Projekt.
Von mmu

Eingangs betont er die Innovationskraft der Ubuntu-Entwickler, die mit Apport seiner Meinung nach als erste Distribution überhaupt ein »vollständiges Framework zur Analyse von Abstürzen« integriert haben und mit Ubuntu 6.10 auch das ganze Init-System neu geschrieben haben.

Mit Gutsy Gibbon, dem Nachfolger des voraussichtlich am Donnerstag, dem 19. April, kommenden 7.04, kündigt der südafrikanische Unternehmer eine vollständig freie Ubuntu-Variante als weitere Wahl neben den Optionen Gnome, KDE und XFCE an. Sie soll komplett von unfreien Inhalten befreit werden, was auch den Ersatz von bisher mitgelieferten PDF-Dateien und Videos durch entsprechende offene Quelldateien vorsieht. Ob in Gutsy Gibbon mit Compiz bzw. Beryl auch der 3D-Desktop standardmässig in Ubuntu Einzug halten wird, sei jedoch weiterhin unklar und hänge von der Einschätzung des technischen Boards und Community-Rats ab.

Auf den Enterprise-Bereich angesprochen, gesteht Mark Shuttleworth noch gewisse Defizite seiner Distribution wie das Fehlen eines zentralen Softwaremanagements als auch eines Sicherheitsframeworks wie SUSEs AppArmor ein, betont aber, dass er Ubuntu noch als jungen Mitspieler im Enterprise-Bereich sehe und zum Beispiel an einer Integration von SELinux schon gearbeitet wird.

Auf die Frage, wann es möglich sein wird, Ubuntu auf breiter Basis im »nächstbesten Geschäft« käuflich zu erwerben, antwortet der gelernte Betriebswirt, dass dies in Brasilien, China, Russland und der Ukraine schon möglich sei. Generell sei die Zeit für Linux als Desktop-Betriebssystem auf dem Massenmarkt aber noch nicht gekommen.

Auf das kürzlich veröffentlichte Debian 4.0 »Etch« angesprochen, entgegnet Mark Shuttleworth, dass der Release an sich für Ubuntu nicht besonders wichtig sei, der gute Zustand der Community und die weitere Entwicklung im Debian Unstable-Zweig aber sehr wohl. Auch zu Windows Vista äussert er sich und gesteht Microsoft mit ironischem Unterton ein, dass sie »großartige Anwendungen entwickelt und einiges an bahnbrechender Arbeit geleistet« haben.

Am Ende des Interviews bezeichnet er die »One Laptop Per Child«-Initiative als innovatives und wundervolles Projekt, welches die Industrie wachrütteln und dazu bringen sollte, über neue Technologien für Wachstumsmärkte nachzudenken.

Das ganze Interview ist auch in der englischen Originalfassung einsehbar.

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Kommentare (Insgesamt: 49 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Linux (Andre, Fr, 20. April 2007)
Re[8]: lol (ger, Fr, 20. April 2007)
Re[5]: Kappes (mapos, Fr, 20. April 2007)
Re[5]: Kappes (Binär-API-Liebhaber, Do, 19. April 2007)
Re[4]: Kappes (Micha, Do, 19. April 2007)
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