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Mi, 18. April 2007, 18:55

Spendenaufruf für Tux500 ein Betrugsversuch?

Ein seltsamer Blog-Krieg geht zur Zeit zwischen verschiedenen Linux-Seiten vor sich, während Tux500 versucht, 350.000 US-Dollar für eine Linux-Werbung auf Rennwagen zu sammeln.

Der ursprüngliche Spendenaufruf stellte für viele lediglich eine Kuriosität dar und erfuhr auch keine allzugroße Beachtung. Auch Pro-Linux fühlte sich versucht, darüber zu berichten, da das Ziel, binnen 40 Tagen 350.000 US-Dollar zu sammeln, sehr ambitioniert erschien. Eine Woche später haben die Organisatoren nach eigenen Angaben die stolze Summe von 5.500 US-Dollar zusammen, doch der weitere Weg könnte beschwerlich werden.

Ziel des Projektes ist, auf einem Rennwagen, der an dem renommierten Autorennen Indy 500 in Indianapolis teilnimmt, eine möglichst große Linux-Werbung zu platzieren. Denkt man die erfolgreichen Spendenaufrufe von Wikipedia (allerdings zur Kostendeckung) oder für das Marketing von Firefox, scheint die Idee durchaus plausibel.

Mehrere Tage nach der ersten Ankündigung veröffentlichte »devnet« in seinem Blog linux-blog.org einen Eintrag, in dem er sich beklagte, wie wenig Notiz in der Linux-Welt von dieser großartigen Initiative genommen würde, und massiv Werbung für das Projekt machte. Nach seinen Angaben ist sein Freund »helios« (Ken Starks), einer der Admins von Lobby4Linux, der Initiator des Projektes, doch laut der Tux500-Webseite dürfte Bob Moore aus Carmel, Indiana, der Initiator sein, der mit Lobby4Linux und der Werbefirma Acceleration Marketing zusammenarbeitet. Letztere hat ein Spendenkonto eingerichtet, für das zwei Redakteure von Linux Today und Lxer, Brian Profitt und Don Parris, als »Rechnungsprüfer« bestellt wurden.

Für den Blogger Penguin Pete ist dies ein ausgemachter Betrugsversuch. Hier werde versucht, Geld zu sammeln, und damit auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Er habe zwar keine Beweise, nur Anhaltspunkte, aber er habe mit solchen Vermutungen noch nie falsch gelegen. Für ihn ist bereits die Aufmachung der Tux500-Webseite verdächtig: Die Abbildung zeigt keinen realen Rennwagen, sondern ein gerendertes Bild, das mittlerweile auch als solches beschriftet ist. Das Spenden-Meter ist ein statisches Bild. Die kurze Frist für die Spenden kommt ihm typisch für solche Betrügereien vor, und es gab bereits einmal einen realen Betrugsfall mit Motorsport-Hintergrund.

Penguin Pete begann, Links über die Spendenkampagne zu sammeln und fand, dass sämtliche Postings auf verschiedenen Seiten von »devnet« und »helios« eingereicht wurden. Unabhängige Publikationen lassen sich nicht finden. Mittlerweile bezeichnet er die beiden als »Partners in Crime«. Es gibt aber auch Anzeichen, dass die Kampagne real sein könnte. So wurde eine entsprechende Nachricht auf der offiziellen Webseite der Indy 500 veröffentlicht. Penguin Pete versucht nach eigenen Angaben nun, herauszufinden, wer dafür verantwortlich war.

»devnet« hat in einem neuen Blog-Eintrag die Aussagen von Penguin Pete als FUD bezeichnet. Er distanziert sich zum einen von der Kampagne und nimmt sie zugleich in Schutz. Er sei der Webhoster von Lobby4Linux und könne die Seite jederzeit schließen, wenn tatsächlich ein Betrug vorliege.

Die Meinungen gehen auseinander, ob Penguin Pete auf der richtigen Spur ist oder nur einen Profilierungsversuch auf Kosten anderer betreibt. Klärende Worte der Hauptbeteiligten liegen zur Zeit offenbar nicht vor. Ungeachtet der Wortgefechte in den Blogs liegen die Besucherzahlen der Webseite Tux500 offenbar weiterhin nahe an der Null.

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Kommentare (Insgesamt: 15 || Alle anzeigen || Kommentieren )
"Statische" Grafik (nobody, Do, 19. April 2007)
Re: Betrugsversuch? (Kai F. Lahmann, Do, 19. April 2007)
Ja, ja, Ihr Couch-Revolutionäre (Rufus, Do, 19. April 2007)
Re[2]: Keine echten News? (Leggo, Do, 19. April 2007)
Betrugsversuch? (winslow, Do, 19. April 2007)
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