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Mo, 21. Mai 2007, 22:30

Gesellschaft::Politik/Recht

Linux-Gutscheine und GPLv3 gegen Microsoft-Patentabkommen?

Das Patentabkommen mit Novell könnte sich für Microsoft als Bumerang erweisen, glaubt man Eben Moglen von der FSF.

Schon kurz nach der Bekanntgabe des Abkommens zwischen Microsoft und Novell gehörte die Free Software Foundation zu den härtesten Kritikern. Laut FSF würde die freie Softwaregemeinschaft gespalten, da Microsoft garantiere, keine Novell-Kunden wegen Patenten zu belangen, andere Linux-Benutzer jedoch keinen Schutz vor Patentklagen erhielten. Schnell war die Rede davon, mittels einer Änderung der in Entwicklung befindlichen dritten Version der GPL, der am weitesten verwendeten freien Software-Lizenz, solche Vereinbarungen in Zukunft zu verhindern. Das allein hätte jedoch keinen Einfluss auf das bereits bestehende Abkommen gehabt.

Im Rahmen des Abkommens hat Microsoft sich zur Abnahme einer gewissen Zahl von Abonnements von Novell Enterprise Linux verpflichtet, die es in Form von Gutscheinen an interessierte Kunden weiterverkauft. Bisher ging man davon aus, dass alle Gutscheine eingelöst würden, bevor sich die GPLv3 auswirken könnte.

Nun hat Eben Moglen aber festgestellt, dass die Gutscheine von Microsoft kein Verfallsdatum haben. Demnach wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit jemanden geben, der einen Gutschein erst nach dem Zeitpunkt einlöst, an dem die GPLv3 wirksam wird. Da ein Teil der Software, die den Novell Linux Enterprise Server ausmacht, dann nach Wahl der Anwender auch unter der GPLv3 lizenziert werden kann, würde Microsoft nach Moglens Interpretation zum Linux-Distributor und könne keine Patentangriffe mehr starten, ohne gegen die Lizenz zu verstoßen.

Nicht jeder hält diese Schlussfolgerungen für korrekt. Insbesondere Microsoft selbst ist laut Ars Technica der Ansicht, dass die Verteilung von Gutscheinen nicht bedeutet, dass das Unternehmen an GPL-Bestimmungen gebunden ist. Für Ryan Paul von Ars Technica bleiben Moglens Argumente undurchsichtig und zweifelhaft. Sie hätten nicht viel mehr Sinn als die Behauptung von Microsoft, Linux und andere freie Software würden Microsoft-Patente verletzen.

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