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Mo, 21. Mai 2007, 23:25

Unternehmen

Berliner Unternehmen gegen weitere Investitionen in Windows

Der Streit um den zukünftigen Kurs für Open Source in der Berliner Verwaltung spitzt sich mit der Stellungnahme des Unternehmensverbandes SIBB zu.

Die Berliner Verwaltung treibt zumindest nach Ansicht einiger Oppositionspolitiker auf ein Desaster zu. Es gebe einen Investitionsstau und auf das bereits hoch verschuldete Land kämen außergewöhnlich hohe IT-Ausgaben zu, wenn die Verwaltung auf neue Versionen von Windows migriere.

Im Dezember 2005 hatte das Berliner Parlament beschlossen, von Microsoft zu Open Source zu migrieren. Getan hat sich seither aber nichts, und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Innensenator Ehrhart Körting (beide SPD) halten diese Migration für eine »nicht marktkonforme, technologisch und insbesondere wirtschaftlich nicht vertretbare Maßnahme«.

Der Verband der Computer-Industrie in der Hauptstadtregion - SIBB e. V. hat nun von der Regierung ein Umdenken gefordert. »Mit dem geplanten Einkauf neuer PCs bei wenigen internationalen Herstellern und einem fehlenden Konzept für die Desktop-Software riskiert das Land unkalkulierbare Lizenzkosten, regionale EDV-Arbeitsplätze und eine Herstellerabhängigkeit über Jahre hinaus«, schreibt der Verband. Die geplanten Investitionen von 100 Mio. EUR sollten stattdessen lieber bei Firmen der Region getätigt werden.

Der Verband ist der Ansicht, dass auch der Einsatz von Linux und Open-Source-Software (OSS) eine bedeutende Rolle spielen kann. Damit stellt er sich hinter die vielerorts gemachten Erfahrungen, dass Open Source die lokale IT-Industrie stützt.

Dem Verband zufolge warten die regionalen Unternehmen nur darauf, die Verwaltung bei der Einführung offener Systeme zu unterstützen. Schließlich seien bereits erfolgreiche Projekte von Berliner Unternehmen umgesetzt worden, darunter die im Deutschen Bundestag oder im Auswärtigen Amt.

Mit einer Festlegung auf wenige große Hersteller würde die Berliner Verwaltung laut SIBB den regionalen Unternehmen schaden, was zu einem Ausverkauf der EDV-Kompetenz führen würde. »Berlin darf seine EDV nicht auf Steinzeit-Niveau zementieren«, meinte Bernd Völcker, Vorstand der Infopark AG.

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