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Do, 24. Mai 2007, 00:29

Weltweiter thermonuklearer Krieg unter Linux

Mit einigen Verzögerungen und Beta-Versionen hat die Softwareschmiede Introversion Software die Linuxvariante des 2006 erschienen Echtzeitstrategiespiels »Defcon« veröffentlicht.

Bereit für den Atomkrieg?

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Bereit für den Atomkrieg?

Amerika in den 1980ern - Der Schüler David L. Lightman ist auf der Suche nach dem ultimativen Spiel. Er lässt seinen IMSAI-Computer auf Hochtouren kommen und findet schließlich einen Zugang zu einem Computer, den er für den Eingang zum System eines Spieleherstellers hält. Doch er irrt. Auf der anderen Seite befindet sich »WOPR« - ein Hochleistungsrechner - das Herz der amerikanischen Verteidigung. Und schon beginnt das Spiel. WOPR, der das amerikanische Nuklearwaffenarsenal steuern kann, fordert David zum Spiel »Worldwide Nuklear War« auf. Doch ab diesem Zeitpunkt ist das Spiel kein Spiel mehr.

Wie im 1983er-Kinofilm bleibt im Spiel Defcon der nukleare Wahnsinn digitaler Schein - jedoch im Gegenteil zu anderen Spiele-Blockbustern ohne emotionalen Bezug und ohne handelnde Akteure. Der Einstig ist nüchtern, bereitet nicht darauf vor, was passiert. Kein Intro, keine Geschichte, keine Charaktere - einzig die Gewissheit, gleich den atomaren Untergang ganzer Staaten und Kontinente in der Hand zu haben.

Bis zu sechs Mitspieler haben über Netzwerk und Internet die Möglichkeit, ihre Gegner und samt virtueller Bevölkerung ins atomaren Jenseits zu befördern. Ist keine Netzwerkverbindung verfügbar, hilft der Computer als digitaler Gegner aus. Nach Klick auf »New Game« präsentiert sich eine dunkle Weltkarte, auf der beim Mouseover Städte ohne Namen, aber dafür mit zu treffender Bevölkerungsanzahl gezeigt werden. Nun hat der Spieler Zeit, sich während des Defcon 5 in strategisch günstiger Stellung zu positionieren. Der Begriff Defcon bezeichnet die Stufen der Verteidigungsbereitschaft des amerikanischen Militärs, wobei Defcon 5 Frieden und keine erhöhte Alarmbereitschaft bedeutet. Defcon 1 hingegen bezeichnet maximale Einsatzbereitschaft und sieht auch den atomaren Schlag gegen potentielle Gegner vor. Bis auf diese höchste Eskalationstufe läuft nun im Spiel die Zeit. Zwischen Defcon 5 und 1 hat der Spieler Zeit, seinen positionierten Einheiten zuzuweisen und erste Angriffe auf seine Gegner zu führen. Hat der Countdown »Defcon 1« erreicht, beginnt das, was seit den Bomben auf Hiroshima und Nagasaki in aller Welt gefürchtet wird: Der weltweite Atomkrieg.

Trotz der Lehre des Film »Wargames« - es gibt keinen Sieger im atomaren Krieg - vermittelt das Spiel eine bedrückend beeindruckende Erfahrung. Untermalt mit düsterer, unheilsschwangerer Musik ist das Echtzeitstrategiespiel eine echte Bereicherung der noch übersichtlichen Vielfalt an Spielen unter Linux.

Für zehn britische Pfund können Interessierte das Spiel im Online-Store des Herstellers Introversion Software kaufen. Auf der Introversion-Website steht auch eine auf zwei Spieler begrenzte Demo bereit. Besitzer der Windows-Version von Defcon können nach Eingabe ihres Lizenzschlüssels auch die Linux-Variante spielen.

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Kommentare (Insgesamt: 29 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: tolles Spiel! (Schmidi, Fr, 25. Mai 2007)
Re[3]: Bildschirmschoner (alte moehre, Fr, 25. Mai 2007)
Re[3]: Der Film schlechthin (Brain, Fr, 25. Mai 2007)
Re: Was soll das? (Catonga, Do, 24. Mai 2007)
Re[2]: Der Film schlechthin (Catonga, Do, 24. Mai 2007)
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