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Do, 21. Juni 2007, 09:20

Software::Web

Ungelöste Lizenzfragen in Joomla

Das in PHP implementierte Content Management System Joomla steht vor einer Zerreißprobe, da nicht zur GPL kompatible Erweiterungen nicht mehr geduldet werden sollen.

Das Motto des unter der GPL veröffentlichten Jooma ist »Because Open Source Matters«. Offenbar haben die Entwickler dieses Motto rund zwei Jahre lang ignoriert und geduldet, dass proprietäre Erweiterungen für Joomla entstanden, die nicht zur GPL konform sind. Wären diese Erweiterungen frei von GPL-Code, so würde ihre Lizenz keine Rolle spielen, sie könnten lediglich nicht in den Kern von Joomla integriert werden. Doch offenbar benutzen viele dieser Erweiterungen Code, der unter der GPL steht, und sind daher als abgeleitete Werke zu betrachten, die ebenfalls nur unter der GPL veröffentlicht werden dürften.

In einer Mitteilung an die Autoren der Erweiterungen schreiben die Entwickler nun, dass sie, da Joomla unter der GPL bleiben wird, darauf achten wollen, dass Erweiterungen korrekt lizenziert werden. Sie sind sich bewusst, dass viele Entwickler und Berater ihr Geld mit Joomla verdienen und wollen daher keine »plötzlichen Schritte« machen. Nach Beratungen, unter anderem mit dem Software Freedom Law Center, sind sie der Ansicht, dass die meisten Erweiterungen abgeleitete Werke von Joomla darstellen und daher unter der GPL stehen müssen. Ausnahmen könne es geben, dies müsse aber im Einzelfall untersucht werden.

Viele externe Entwickler, vertreten durch eine eigene Organisation, die Joomla Commercial Developer's Alliance, fühlen sich von der Kurskorrektur auf den Schlips getreten. Viele gingen wohl davon aus, dass die nur informell gegebene Tolerierung von Lizenzverstößen für immer gelte. Sie glauben, dass ihre proprietären Module signifikant zum Wert von Joomla beitragen und halten die Annahme, dass diese Module als abgeleitete Werke zu betrachten sind, für falsch. Sie fordern das Kernteam auf, seine Entscheidung nochmals zu überdenken.

Inoffiziell scheint der Kampf zwischen dem Joomla-Team und den Entwicklern proprietärer Erweiterungen bereits mit harten Bandagen geführt zu werden. Noch im April 2006 hatte das Team versichert, proprietäre Erweiterungen auch weiterhin zu dulden. Mit der Zeit wuchsen jedoch die Bedenken, und eine Diskussion begann. Einige der externen Entwickler wollen ihre Erweiterungen auf keinen Fall unter die GPL stellen und erwägen ihre Optionen. Einige drohen mit einem erneuten Fork, was aber kaum geeignet sein dürfte, Lizenzverstöße aus der Welt zu schaffen.

Joomla, das im September 2005 durch einen Fork von Mambo entstand, hatte von Mambo neben anderem auch die Toleranz gegenüber proprietären Erweiterungen geerbt. Das Projekt wird von der nicht gewinnorientierten Organisation Open Source Matters (OSM) verwaltet, die von den Hauptentwicklern gegründet wurde.

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