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Mo, 25. Juni 2007, 08:03

Software::Desktop::KDE

Plasma für KDE macht Fortschritte

In einem längeren Beitrag geht linux.com auf die Entwicklung von KDE4s Plasma ein.

plasma.kde.org

So wenig sich die Entwicklung bei einem Blick auf die ziemlich vernachlässigte Projektseite erschließt, so intensiv geht sie in Wirklichkeit vonstatten.

Im Moment wird demnach intensiv am Zooming User Interface (ZUI) gearbeitet, das laut Aaron Seigo den Desktop von der ihm künstlich auferlegten Rolle als Dateimanager mit statischen Icons befreien und in eine auf Schichten beruhende Projektverwaltung umgestalten soll. Laut Seigo wird der Benutzer beim Herauszoomen einen Überblick über alle Objektgruppierungen erhalten, die er angelegt hat, um beim Fahren über die Gruppe mit der Maus entweder eine Vorschau zu erhalten oder diese Gruppe als Vollbild zu sehen.

Das Kicker-Panel wird derzeit durch frei konfigurierbare Startleisten und Taskleisten ersetzt, die ebenfalls als Plasma-Container (Plasmoids) implementiert werden. Widgets wie eine Uhr oder ein Wetter-Applet sind so nicht mehr entweder eine Panel- oder eine Desktopanwendung. Sie können etwa aus einer Startleiste auf eine freie Fläche gezogen werden und umgekehrt, ohne dass hierfür anderer Code oder weitere Ressourcen benötigt würden. Das »Data Provisioning System« kann in diesem Zusammenhang verschiedenste Data-Engines wie Health-Monitoring, Speicherplatzbelegung oder Film-Reviews von einer bestimmten Website zur Verfügung stellen, auf die jedes Plasmoid per standardisiertem API zugreifen kann. Data-Engines für Facebook, Wetterdaten und verschiedene Online-Wörterbücher sind bereits geschrieben und innerhalb des Data Provisioning Systems verfügbar.

SuperKaramba existiert nun als stark überarbeitete Plasma-Bibliothek. Das Skript-Framework Kross ermöglicht das Schreiben von Widgets auch in JavaScript, Python oder Ruby sowie später das vieldiskutierte Ausführen von Mac OS X-Widgets. In Bezug auf letztere hält Seigo aber die Plasma-Widgets für prinzipiell eleganter und performanter durch die gemeinsame Zugriffsmöglichkeit auf das Data Provisioning System und den Einsatz von zoombaren Vektorgraphiken. Durch die einfache Erstellung werde es nach seiner Überzeugung nicht lange dauern, bis die KDE-Community mit gleichwertigen oder besseren Widgets für praktisch jeden denkbaren Bereich gleichziehe. So habe die neue Wörterbuch-Funktion innerhalb des Data Provisioning Systems gerade 81 Zeilen Code gebraucht. Widgets und Plasmoids im allgemeinen können durch das Paketsystem Plasmagik mit einem einzelnen Klick organisiert, hoch- und heruntergeladen werden. Verschiedene Entwickler seien bereits dabei, eigene Widgets und neue Funktionen des Data Provisioning Systems zu schreiben, wobei sie von Seigo und dem Plasma-Team unterstützt würden.

Laut Seigo wurde bedeutende Arbeit - bis jetzt über 12.000 Zeilen Code - in das Projekt investiert, und Plasma befindet sich in einem benutzbaren Alpha-Zustand. seinem Blog zufolge arbeitet Seigo im Moment an einem Feature, das er vorläufig »Phase« nennt und über das er schon eine ganze Weile nachdenke. Es handelt sich um eine Klasse, die verschiedenste graphische Effekte für jedes Plasmoid ermögliche, basierend auf der Klasse QGraphicsViev von Qt4. Die »Support Library« bezeichnet Seigo dagegen als eher langweilige, aber fundamentale Bibliothek, die das Laden von Plugins, Themen und allgemeinen Elementen auf Basis von Scalable Vector Graphics (SVG) organisiert. Der weitgehende Einsatz von SVGs soll in KDE4 an jeder Stelle für attraktive und in der Größe änderbare grafische Elemente sorgen.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist Plasma, so Seigo, bereits weniger Ressourcen-intensiv als vergleichbare KDE3-Funktionen. Zum einen wegen bedeutenden Geschwindigkeits-Verbesserungen in Qt4, zum anderen, weil Plasma konzeptionell auf geringen Ressourcenverbrauch optimiert ist. Das Data Provisioning System etwa soll es Plasmoids mit überlappender Funktionalität erlauben, Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Durch die globale Verwaltung visueller Effekte soll jeder Nutzer die Oberflächeneigenschaften unkompliziert an die Leistungsfähigkeit der Hardware anpassen können.

Auch für die Zeit nach der Freigabe von KDE4 hat Seigo viele Pläne für Plasma, darunter einige bedeutende Feature-Erweiterungen. Für Ende 2007 und das Jahr 2008 peilt er etwa die Entwicklung einer ausgewachsenen Physik-Engine an, um realistische Objekt-Interaktionen für Plasmoids zu ermöglichen. Weiter sind Live-Objekte geplant, die frei aus Anwendungen herausgeholt bzw. in sie eingefügt werden können. Als Beispiel beschreibt er einen Kontakt, der aus Kopete herausgezogen wird, so dass der Benutzer die Kommunikation mit dieser Person beispielsweise einer Objektgruppe zuordnen und optimal in seinen Arbeitsablauf einbinden kann. Weiter würde er gern ein Plasmoid Design Studio für Entwickler sehen. Daneben hat er große Pläne für die Integration eines Media-Center für KDE4, das das Media-Center von Windows Vista alt aussehen lassen soll.

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