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Sa, 30. Juni 2007, 09:41

Gesellschaft::Politik/Recht

GPLv3 wird offiziell

Die Free Software Foundation (FSF) hat die Lizenzen GPLv3 sowie LGPLv3 in den endgültigen Fassungen veröffentlicht.

Gegenüber dem vierten und letzten Entwurf hat sich in der GPLv3 nichts Wesentliches mehr geändert. Die Definition, was ein Aggregat ist, wurde ergänzt, so dass sie mehr der der GPLv2 entspricht. Die Terminierung der Lizenz ist nun automatisch. Im Falle einer Verletzung der GPLv3 muss der Rechteinhaber nicht mehr den Verursacher der Verletzung darauf hinweisen, sondern die Lizenz endet automatisch. Wird die Rechteverletzung beendet, kann die Lizenz wieder erteilt werden. An der zugrundeliegenden Intention ändert sich nichts. Die Kombination von Werken unter der GPLv3 mit Werken unter der GNU Affero General Public License (AGPL) wurde auf Version 3 der AGPL eingeschränkt.

Die GPLv3 bietet laut Richard Stallman, Präsident der FSF, einige Verbesserungen gegenüber der bisherigen GPLv2. Die Lizenz ist zwar inkompatibel zur alten GPL, jedoch zu mehr anderen freien Lizenzen kompatibel, beispielsweise zur Apache-Lizenz 2.0. Code aus inkompatiblen Lizenzen kann nicht zu einem Programm kombiniert werden. Die GPLv3 will zudem sicherstellen, dass die Änderbarkeit von Software erhalten bleibt und die Anwender beispielsweise jegliche unerwünschten Features aus einem Programm entfernen können. Die Regelungen gegen die sogenannte »Tivoisierung«, also die Verhinderung von Modifikationen durch kryptografische Schlüssel oder andere Maßnahmen, sind zwar auf den etwas unscharfen Begriff »Anwender-Produkte« beschränkt, bleiben jedoch kontrovers. So warnte Linspire vor eventuellen unerwünschten Auswirkungen, und Linus Torvalds hält sie für unsinnig.

Die GPLv3 will auch erreichen, dass der sehr begrenzte Patentschutz, den beispielsweise Microsoft im Rahmen des Abkommens mit Novell den Novell-Kunden gewährt, auf alle Anwender freier Software ausgedehnt wird. Der Patentschutz, den die GPLv3 bringen soll, ist laut Stallman begrenzt und nicht so weitreichend, wie die FSF das ursprünglich wollte. Grund dafür waren die heftigen Proteste aus der Linux-Gemeinschaft gegen diese Regelungen.

Das Verfahren zum Entwurf der neuen Lizenz währte fast zwei Jahre lang. Mit der Veröffentlichung der GPLv3 wurden mehr als 15 GNU-Programme unter der neuen Lizenz veröffentlicht. Das ganze GNU-System, soweit die FSF die Rechte daran hat, soll in den nächsten Monaten zur GPLv3 wechseln. Andere Software, die die GPL verwendet, kann bei der alten Fassung bleiben - jedoch nur, wenn die Autoren dies, wie im Linux-Kernel, ausdrücklich festgelegt haben. Enthält ein Programm den Standard-Satz »Lizenziert unter der GPL Version 2 oder einer neueren Version«, hat der Anwender die Wahl, nach welcher Version der Lizenz er sich richten will.

Zugleich mit der GPLv3 wurde auch die LGPLv3 veröffentlicht, die in der neuen Version eine GPLv3 mit zusätzlichen Rechten ist und daher wesentlich kürzer gefasst werden konnte. Neue Versionen der AGPL, FDL (Free Document License) und SFDL (Simpler Free Document License) sind noch in Arbeit.

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Kommentare (Insgesamt: 67 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: erste Pakete unter GPL-3 (Polynomial-C, Mo, 2. Juli 2007)
Re[6]: GPLv2 und GPLv3 in einem Programm? (Henning Rogge, Mo, 2. Juli 2007)
Re: erste Pakete unter GPL-3 (thomas001, Mo, 2. Juli 2007)
Re: Hat nix mit GPL zu tun (DerZerstörer, Mo, 2. Juli 2007)
erste Pakete unter GPL-3 (Polynomial-C, So, 1. Juli 2007)
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