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Mi, 15. August 2007, 10:34

Software::Virtualisierung

Verletzt VMware ESX das Linux-Copyright?

Nach Ansicht einiger Personen ist VMware ESX als ein von Linux abgeleitetes Produkt anzusehen und verletzt daher die GPL.

Ein Artikel von VentureCake nimmt eine Aussage von Kernel-Entwickler Christoph Hellwig zum Anlass, den technischen Aufbau von VMware ESX zu analysieren. Christoph Hellwig nannte auf der open-iscsi-Mailingliste VMware ESX einen übel gehackten Linux 2.4-Kernel, dessen Verbreitung illegal sei. Denn das Produkt enthalte ein Binärmodul, wodurch es ein abgeleitetes Werk nach der Definition der GPL sei. »Unglücklicherweise«, so Hellwig, halte er nicht genügend Copyrights an dieser spezifischen Version, um VMware zu verklagen. Er verbiete VMware jedoch, irgendein Stück des open-iscsi-Codes zu verwenden, das von ihm geschrieben ist.

Bereits seit einem Jahr mahnte Hellwig an, diesen Zustand zu ändern, wie in verschiedenen Listen-Archiven nachzulesen ist. VentureCake hat nun die verfügbare Dokumentation von VMware ESX analysiert. Demzufolge besteht VMware ESX aus zwei Kerneln. Ein auf Linux 2.4 beruhender Kernel dient zum Booten des Systems, danach übernimmt ESX die Kontrolle, virtualisiert Linux und stellt die Möglichkeit bereit, virtuelle Gastsysteme ablaufen zu lassen. Linux wird hierbei von VMware als »Console OS« bezeichnet. Es übernimmt laut VMware die Rolle eines Bootladers - eines ziemlich großen Bootladers allerdings. Anders als andere Bootlader bleibt Linux danach auch im Speicher und wird weiter verwendet. Das ist anders als bei GRUB oder bei Netware, das zunächst DOS bootet.

Nach dem Booten wird der ganze ESX-Kernel als Binärmodul in den Linux-Kernel geladen. Er ist somit nicht ohne Linux lauffähig, was ein Kriterium darstellt, ESX als von Linux abgeleitetes Werk zu charakterisieren. VMware hingegen bezeichnet ESX als eigenständiges Werk, das keinen Linux-Code enthalte. Auf die Vorwürfe eines Copyright-Verstoßes hat das Unternehmen bisher nicht reagiert.

Sowohl Hellwigs Aussage als auch der Artikel sind nicht unumstritten. Möglicherweise beziehen sich die vorhandenen Informationen auf ESX 2.5 und gelten für ESX 3.0 nicht mehr. Ob tatsächlich eine Copyright-Verletzung vorliegt und ob jemand dagegen vorgeht, ist noch offen. Die neuerlichen Vorwürfe dürften VMware allerdings gerade jetzt ungelegen kommen. Das Unternehmen ging gestern an die Börse, was als größter Börsengang seit Google vor mehreren Jahren bezeichnet wurde. Die Aktien, die für 29 US-Dollar ausgegeben wurden, stehen an den europäischen Börsen momentan bei 39 EUR. Das Unternehmen soll einen Marktanteil von 55% an Virtualisierungslösungen halten in einem Markt, der nach allen Prognosen kräftig wachsen wird. Die Konkurrenz, insbesondere Microsoft, hat nach Ansicht einiger Beobachter noch einen erheblichen Rückstand aufzuholen.

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Kommentare (Insgesamt: 26 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: Sagt schon alles (v66r, Fr, 17. August 2007)
Re[6]: Sagt schon alles (nico, Do, 16. August 2007)
Re[5]: Sagt schon alles (doijoisdhvuioshv 89wvh8024zh48, Do, 16. August 2007)
Re: Probleme? (Witzbold, Mi, 15. August 2007)
Re[4]: Sagt schon alles (fuffy, Mi, 15. August 2007)
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