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Mi, 15. August 2007, 14:50

Software::Kernel

Wie wird das Kernel-Wetter heute?

Die Linux Foundation bietet ab sofort eine »Linux-Wettervorhersage« an, die einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des Kernels geben soll.

Autor der Kernel Wettervorhersage ist Jonathan Corbet, Gründer und Herausgeber von »Linux Weekly News (LWN). Corbet bringt ohnehin jede Woche auf LWN eine Übersicht über den Kernel-Status sowie Analysen von neuen Entwicklungen. Diese ist allerdings Nicht-Abonnenten erst mit Verzögerung zugänglich. Als langjähriger Beobachter der Kernel-Entwicklung und Co-Autor eines Buches über die Linux-Treiberentwicklung dürfte Corbet eine gute Wahl für den Posten des Chef-Meteorlogen sein. In letzter Zeit entwickelte er den Kamera-Treiber für OLPC.

Die Linux-Wettervorhersage will sich vor allem denjenigen aktuellen Entwicklungen im Kernel-Bereich widmen, deren Chance auf relativ kurzfristige Integration in den Standard- oder in Distributions-Kernel hoch ist. Jede Ausgabe enthält eine Zusammenfassung und eine Erläuterung der Entwicklungen im Detail. Sie beginnt mit dem aktuellen Status, der erklärt, welches die aktuelle stabile Version des Kernels ist und welche wichtigen Änderungen darin vorgenommen wurden.

Die »kurzfristige Vorhersage« bezieht sich auf die jeweils nächste Kernel-Version, ebenfalls mit einer Aufzählung der neuen Features, die weiter unten detailliert erklärt werden. Die »langfristige Vorhersage« versucht einen ersten, jedoch weniger sicheren Ausblick auf die nachfolgende Kernel-Version. Ein Ausblick auf noch weiter in der Ferne liegende Änderungen und eine Spekulation, welche Features vielleicht gar nicht in den Kernel einziehen werden, runden den Bericht ab.

Die aktuelle erste Ausgabe führt noch Kernel 2.6.22.1 als aktuelle Version auf und verschweigt 2.6.22.2. Mit Kernel 2.6.23 rechnet Corbet im Oktober, die Features für diese Version sind jedoch bereits vollständig. Was in 2.6.23 zu erwarten ist, wurde bereits erläutert. Kernel 2.6.24 ist laut Corbet erst Anfang 2008 zu erwarten und wird Gruppeneinteilung für den CFS-Scheduler, utrace, bessere Analyse der Verwendung des Systemspeichers, dynamische Ticks für x86_64, Prozess-Container, die die Grundlagen für eine Container-basierte Virtualisierung legen, und wohl noch vieles mehr enthalten. Weit entfernt am Horizont tauchen präemptive Spinlocks auf, die die Echtzeitfähigkeit des Kernels weiter verbessern würden, sowie das Dateisystem ext4.

Nicht auf dem Radar sind für Corbet momentan Kevents zu sehen, ein Versuch, mit einem einzelnen Systemaufruf alle möglichen Benachrichtigungen über Ereignisse von Kernel zu erhalten. Die Entwicklung scheint gestoppt zu sein, nachdem ein ähnlicher, aber nicht so leistungsfähiger Ansatz in Kernel 2.6.22 aufgenommen wurde. Auch für das Dateisystem Reiser4 sieht der Autor derzeit keine Chance. Nachdem sein Hauptentwickler bereits seit zehn Monaten in Untersuchungshaft sitzt, geht die Entwicklung nur schleppend voran. Zudem fügt sich Reiser4 immer noch nicht so sauber ins virtuelle Dateisystem von Linux ein, wie die Linux-Entwickler das fordern.

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