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Do, 16. August 2007, 12:49

Unternehmen

Linux-Verband beklagt Microsoft-Produktwerbung mit staatlicher Unterstützung

Als »Microsoft-Produktwerbung mit staatlicher Unterstützung« hat der Linux-Verband den Online-Test für IT-Kompetenz des Handwerks bezeichnet.

Die Initiative »IT-Fitness« des Zentralverbands des deutschen Handwerks war geschaffen worden, um die oft beklagte mangelnde IT-Kompetenz von Auszubildenden zu verbessern. Immerhin haben bereits 50% der Auszubildenden mit Rechnern zu tun, und diese Zahl wird weiter zunehmen. Daher bietet die Seite unter anderem einen IT-Fitness-Test an, mit dem man angeblich seine Computerkenntnisse zeigen kann. Laut Linux-Verband waren die bisherigen Ergebnisse ernüchternd.

Der Test ist laut Linux-Verband jedoch auch fast ausschließlich auf Microsoft-Produkte ausgerichtet. Dass es auch freie Software gibt, wird laut Elmar Geese, dem Vorsitzenden des Linux-Verbands, ignoriert. »Es ist immer wieder dieselbe Geschichte: Microsofts Lobbyisten denken sich eine angeblich uneigennützige Initiative aus, und bis hin zur Bundeskanzlerin wird unreflektiert mitgemacht«, beklagt Geese diesen Zustand.

Für Anwender von freien Systemen wie Linux ist es laut Linux-Verband fast unmöglich, den Test zu bestehen. Er zitiert eine Äußerung der Initiative: »Wer alternative Programme verwendet, ist dabei leider zwangsläufig im Nachteil. Wir sehen aber auch keine Möglichkeit, wie wir dieses lösen können.« Der Linux-Verband sieht dies als einseitige Förderung der Abhängigkeit zu bestimmten Herstellern. Geese weiter: »Die Formulierung, man sei als Anwender von Linux- oder Mac-Systemen 'zwangsläufig' im Nachteil, zeigt ganz klar, welche Absicht hinter der Initiative steht. Sich als Werbeträger für den Weltmarktführer einspannen zu lassen, hat mit Transparenz wenig zu tun und zeigt zudem, dass die deutsche Politik jegliches Interesse für Aufbau und Nutzung eigener IT-Produkte vermissen lässt.«

Ähnliches hatte der Linux-Verband bereits bei der Initiative »Sicherheit im Internet« und bei der Definition von offenen Standards durch die Bundesregierung moniert. Für Geese ist es »mittlerweile beängstigend und skandalös, wie wie deutsche Politik und Teile der US-amerikanische IT-Industrie hier schon fast selbstverständlich Hand in Hand arbeiten«.

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