Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 30. August 2007, 12:49

Software::Büro

Linux Foundation gegen OOXML als ISO-Standard

Die Linux Foundation fordert die nationalen Normungsinstitute, die noch keine Stimme zu OOXML abgegeben haben, zu einem »Nein mit Kommentaren auf«.

Der Abstimmungszeitraum endet am 2. September.

Eine Stellungnahme der Linux Foundation wurde nach Angaben der Organisation von Fragestellern »außerhalb der Mitglieder« gewünscht. Da es eine der Hauptaufgaben der Linux Foundation ist, sich mit Standardisierungsfragen rund um Linux zu beschäftigen, gibt sie nun ihre Beurteilung des vorgeschlagenen ISO-Standards ISO/IEC DIS 29500, der OOXML beschreibt, ab.

Für die Linux Foundation ist ein robustes, weit verbreitetes, einfach zu implementierendes Dokumentenformat als Standard wichtig, insbesondere, da sie eine weitere Verbreitung von Linux auf dem Desktop voraussieht. Ein solcher Standard existiert bereits, das Open Document Format ODF, das in mehr als einem Dutzend Produkten implementiert wurde, freien wie auch proprietären.

Statt nun ein zweites Format zum Standard zu erklären, ist dem Markt nach Ansicht der Foundation besser gedient, wenn alle Hersteller einschließlich Microsoft sich auf ein gemeinsames Format einigen würden. Die Basis dieses Formats müsste das bereits etablierte ODF sein. Für die nationalen Normungsinstitute, die noch keine Stimme zu OOXML abgegeben haben, weist die Linux Foundation darauf hin, dass die OOXML-Spezifikation extrem lang ist und die Zeit zur Prüfung der Spezifikation zu kurz war, um die minimalen Qualitätsanforderungen an einen Standard sicherzustellen. Laut Linux Foundation liegen bereits hunderte von Einwänden gegen OOXML vor, so dass OOXML nicht als ausgereift genug angesehen werden kann, um jetzt verabschiedet zu werden.

Nach Meinung der Linux Foundation sollte ein ISO-Standard Bezug auf andere ISO-Standards nehmen, wo diese anwendbar sind. Die OOXML-Spezifikation beziehe sich dagegen auf zahlreiche proprietäre Microsoft-Spezifikationen. Einige davon seien inkompatibel mit bereits vorhandenen öffentlichen Spezifikationen. Dies sei ein Verstoß gegen die ISO-Regeln und werfe Zweifel an der Implementierbarkeit auf. Auch dass OOXML spezifisch für Windows und andere Microsoft-Produkte sei, lasse Zweifel an der Implementierbarkeit auf anderen Plattformen aufkommen.

Die Desktop Architects-Arbeitsgruppe der Linux Foundation, darunter Klaus Knopper, der Entwickler von Knoppix, Jeremy Allison, Hauptentwickler von Samba, und Dan Kegel, Entwickler bei der Linux Foundation, bringt ähnliche Argumente vor und halten OOXML nicht für bereit, ein ISO-Standard zu werden. Zuvor müsste sichergestellt werden, dass OOXML auf jeder Plattform und von jedem Projekt implementierbar sei und jegliche Lizenzzahlungen für die Verwendung des Standards ausgeschlossen sind.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung