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Fr, 31. August 2007, 09:25

Software::Büro

Schweden revidiert OOXML-Abstimmung

Schweden wandelt seine unter fragwürdigen Umständen zustande gekommene Ja-Stimme zu OOXML in eine Enthaltung um; Ungarn will seine Entscheidung überdenken und Frankreichs Nein-Stimme ist noch unsicher.

Das schwedische Standard-Institut (SIS) hatte vor wenigen Tagen die Standardisierung von OOXML mit großer Mehrheit befürwortet. Die Art, wie diese Entscheidung zustande kam, hatte jedoch weithin Empörung ausgelöst. Ein Großteil der Ja-Stimmen kam von Firmen, fast ausschließlich Microsoft-Partnern, die erst kurz vor der Abstimmung der SIS beigetreten und folglich nicht an den technischen Diskussionen beteiligt waren. Microsoft hatte diese Firmen zum Beitritt aufgefordert und indirekte Zuwendungen zum Ausgleich der Kosten in Aussicht gestellt.

Diese Vorgänge, die geeignet sind, dem Ansehen der Organisation zu schaden, will das schwedische Standard-Institut jedoch nicht eingestehen. Stattdessen zieht es die Ja-Stimme zurück, weil angeblich Informationen vorliegen, dass eines der Mitglieder der Arbeitsgruppe mehrere Stimmen abgegeben habe. Ein Auszug aus der Mitteilung liegt in einer englischen Übersetzung vor. Da angeblich nicht genug Zeit für eine neue Abstimmung bleibt, wird das SIS sich bei der ISO der Stimme enthalten.

Die ungarische Ja-Stimme zu OOXML wurde diesem Bericht zufolge gar mit offenen Manipulationen erreicht, die eine Verletzung der Satzung des ungarischen Standard-Instituts (HSI) darstellen. Die Einladung zur Abstimmung wurde nicht rechtzeitig versandt, dann entschied der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, dass eine einfache Mehrheit anstatt der üblichen zwei Drittel bereits zur Annahme von OOXML genügt. Der ungarische Minister für Wirtschaft und Verkehr hat nun verlangt, die Abstimmung am 31. August zu wiederholen.

Inzwischen sind dem Artikel zufolge jedoch neue Mitglieder in das Komitee des HSI aufgenommen worden, von denen viele eine enge Beziehung zu Microsoft haben. Die Aufnahmegebühr beträgt lediglich 100 bis 200 EUR.

In den USA wurde die ursprüngliche Nein-Stimme zu einer Ja-Stimme für OOXML, nachdem vier Mitgliedsorganisationen ihre Meinung änderten. ComputerWorld berichtet, dass Microsoft direkt auf die Leiter dieser Organisationen Einfluss genommen habe, was laut Microsoft die Gegner von OOXML aber auch getan hätten.

Die französische Stimme zu OOXML ist ein mit großer Mehrheit beschlossenes Nein mit Kommentaren, wenn es beim Ergebnis der Vorabstimmung bleibt. In der Abstimmung soll es sehr turbulent zugegangen sein. Da kein Konsens erreicht wurde, wie es normalerweise der Fall ist, ist jedoch offen, wie das Standardisierungsinstitut AFNOR bei der ISO stimmen wird.

Kein Blatt vor den Mund nimmt die Computerwoche zu den wunderlichen Vorgängen um OOXML: »Microsoft manipuliert weltweit Office-Standard«. Auch bei der deutschen Entscheidung für OOXML, die »formal korrekt« war, habe Microsoft die »alte ungeschriebene Regel« verletzt, nur bei Einstimmigkeit Dinge zu verabschieden.

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