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Mi, 12. September 2007, 17:21

Gemeinschaft::Personen

Richard Stallman: »Wer Freiheit will, folgt nicht Torvalds«

In einem Interview mit der PC World nimmt FSF-Präsident Richard Stallman zu den aktuellen Entwicklungen der freien Software-Welt Stellung.

Das Interview gibt Stallman, der 1983 GNU und 1984 die Free Software Foundation (FSF) gründete und immer noch deren Präsident ist, reichlich Gelegenheit, seine bereits bekannten Standpunkte zu erläutern. Die Freiheit der Software und die Unmöglichkeit, diese Freiheit wieder zu verlieren, ist für ihn weiterhin das zentrale Anliegen. Für dieses Ziel dürfen keine Kompromisse eingegangen werden, selbst wenn dies bedeutet, weniger Benutzer zu erreichen.

Stallman ist kein Unterstützer von Open Source, das für ihn lediglich ein Entwicklungsmodell ist, während freie Software ein politisches Ziel ist. Die Gründer der Open Source Initiative hätten 1998 die Begriffe »frei« und »Freiheit« vermeiden wollen. Dies ging für Stallman jedoch am eigentlichen Problem vorbei.

Als Linux 1991 erschien und im Februar 1992 unter eine freie Lizenz, die GPL, gestellt wurde, konnte das GNU-Projekt sein freies Betriebssystem vervollständigen. Linux ist nach Stallmans Auffassung kein Betriebssystem, sondern nur der Kernel eines freien Betriebssystems, das zumindest anfänglich bis auf den Kernel vollständig von GNU kam. Es sollte daher GNU/Linux genannt werden. Mit einiger Enttäuschung musste Stallman jedoch miterleben, wie die Linux-Distributionen immer mehr proprietäre Software integrierten, so dass heutzutage nur wenige Distributionen vollständig frei sind, darunter das von der FSF unterstützte gNewSense und Ututo.

Die GPLv3 wurde laut Stallman entwickelt, um die Freiheit der Benutzer besser zu schützen; sie habe die gleichen Ziele wie die GPLv2, sei jedoch an neu aufgekommene Bedrohungen angepasst. Zu den Kritikern der GPLv3 gehört auch Linux-Initiator Linus Torvalds, was laut Stallman deutlich macht, dass Torvalds eher aus dem Open-Source-Lager kommt. Wer seine Freiheit nicht verlieren will, solle Torvalds lieber nicht folgen.

Zufrieden ist Stallman jedoch mit der Wirkung der GPLv3 auf das Abkommen zwischen Microsoft und Novell. Microsoft hatte erklärt, von der GPLv3 nicht betroffen zu sein, was Novell und die FSF anders sehen.

Der Kampf für freie Software ist in gewisser Weise auch ein Krieg gegen Microsoft, der auf den verschiedensten Gebieten wie Software-Patenten und neuerdings auch Standardisierungsgremien ausgetragen wird. Ob die freie Software-Bewegung diesen Krieg gewinnen kann, hängt davon ab, ob sich die Anwender die Einschränkungen proprietärer Software weiterhin bieten lassen. So fragt Stallman die Leser: »Werden Sie für Ihre Freiheit kämpfen? Werden Sie Windows und Mac OS X und andere unfreie Software ablehnen und zu GNU/Linux wechseln? Oder sind Sie zu faul, um sich zu widersetzen?«

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