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Mo, 8. Oktober 2007, 16:43

Software::Büro

Thunderbird verliert wichtige Entwickler

Nach dem Weggang zweier Vollzeit-Entwickler von Thunderbird versucht der neue Projektleiter David Ascher in einem offenen Brief, Optimismus zu verbreiten.

Der Mail- und News-Client Thunderbird, ursprünglich als gleichwertige Ergänzung zum Webbrowser Firefox gedacht, hatte zuletzt deutlich an Fahrt verloren. Nur noch wenige Entwickler bei Mozilla arbeiteten überwiegend an Thunderbird. Daher hatte Mozilla kürzlich beschlossen, eine neue Firma zu gründen, die sich ausschließlich der Weiterentwicklung von Thunderbird widmen soll. David Ascher, bisher CTO von ActiveState, wurde zum Chef dieser, provisorisch »MailCo« genannten, Firma gemacht. Seine Aufgabe besteht nicht nur darin, geeignete Entwickler einzustellen, sondern auch ein Geschäftsmodell zu finden, mit dem sich die Firma in fernerer Zukunft selbst tragen kann.

Erste Kandidaten für einen Posten in der neuen Firma wären die bisherigen Hauptentwickler Scott MacGregor und David Bienvenu gewesen. Doch nun haben beide kurz hintereinander ihren Weggang von Mozilla angekündigt. In beiden Fällen scheinen persönliche Gründe der Entwickler Grundlage der Entscheidung zu sein. Scott MacGregor schreibt in seinem Blog, dass er später zu seinen Zukunftsplänen mehr sagen werde. Er will als Freiwilliger weiter an Thunderbird mitarbeiten. David Bienvenu folgt ihm nun mit einem sehr ähnlich klingenden Eintrag in seinem Blog. Beide Entwickler beenden ihre Arbeit für Mozilla am 12. Oktober.

Laut David Ascher verlassen beide Entwickler Mozilla auf eigenen Wunsch, um gemeinsam ein eigenes Unternehmen zu gründen. Ihr Weggang stellt einen Verlust für Thunderbird dar, doch Ascher hofft, diesen Verlust kompensieren zu können. Er hat 3 Millionen US-Dollar von der Mozilla Foundation als Startkapital zur Verfügung. Davon soll der größte Teil für Personal ausgegeben werden.

Das neue Unternehmen soll jedoch nicht nur die Pflege und die Entwicklung von Thunderbird übernehmen. Zum einen soll Thunderbird eine ähnlich große Popularität wie Firefox erlangen und eine große Gemeinschaft um sich sammeln. Zum anderen soll die Firma ein Geschäftsmodell entwickeln, das sie unabhängig von Finanzspritzen von Mozilla macht. Eventuelle Gewinne müsste es nach Abzug der Steuern an die steuerbefreite Mozilla-Stiftung abführen.

Wie das Geschäftsmodell aussehen soll, ist noch unklar. Werbeeinnahmen, wie sie indirekt auch bei Firefox erzielt wurden, wären eine Möglichkeit, wenn die Werbung die Benutzer nicht zu sehr stört. Die Entwicklung einer freien Kommunikations-Software für Unternehmen könnte für Einnahmen durch Support und Beratung genutzt werden. David Ascher sieht hier gute Voraussetzungen, denn Unternehmen geben weiterhin viel Geld für Mail- und Kommunikations-Software aus, selbst wenn die Software selbst frei ist.

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