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Mi, 10. Oktober 2007, 12:41

Unternehmen

Microsoft will Red-Hat-Anwender zur Kasse bitten

Laut Aussage von Steve Ballmer, CEO von Microsoft, verletzen Red Hat-Anwender das geistige Eigentum des Unternehmens und sollten deshalb Zahlungen an Microsoft leisten.

»Diejenigen, die Red Hat benutzen, haben in Anbetracht unseres geistigen Eigentums die Verpflichtung, uns letztendlich zu entschädigen«, so Ballmer letzte Woche in London. Damit hat er zum wiederholten Male behauptet, dass Linux und andere Open-Source-Software die Patente von Microsoft verletzen. Zusätzlich deutete Ballmer an, die Kunden von Red Hat zur Kasse bitten zu wollen. Dazu möchte er ein »IP Framework« aufbauen, welches geschlossene und offene Software überspannt.

Ballmers Drohungen sind nicht neu. Bereits Ende des vergangenen Jahres behauptete der Manager, in Linux und in Open-Source-Anwendungen geistiges Eigentum von Microsoft gefunden zu haben. Einen Beweis für die Richtigkeit der Anschuldigungen blieb Ballmer allerdings, trotz zahlreicher Aufforderungen, immer noch schuldig. Die Betreiberin des Blogs Groklaw.net bezeichnete die Äußerungen Ballmers als FUD: »Lasst ihn klagen, wenn er denkt, dass er einen gültigen Anspruch hat, und wir werden sehen, wie seine Kunden darauf reagieren.« Auch der Linux-Verband forderte Microsoft auf, die gestreuten Vorwürfe zu relativieren. »Wenn Microsoft keine Belege für die Behauptungen vorlegen kann, dann verlässt das Unternehmen den Rahmen des in Deutschland wettbewerbsrechtlich Zulässigen und Erträglichen. Wir fordern Microsoft auf, entsprechende Belege vorzulegen oder die Behauptungen zu unterlassen.«

Scharfe Töne kamen zuvor von Red Hat. Dort sah man, trotz Werbeversuchen von Micrososft, keinen Grund, einen ähnlichen Handel wie Novell mit Microsoft abzuschließen. Mark Webbink von Red Hat erklärte dazu: »Wir denken nicht, dass es einen Grund oder eine Basis für diese Art der Partnerschaft wie bei Microsoft/Novell gibt«. Gleichzeitig erklärte er, dass Red Hat seine Nutzer vor Patentklagen von Seiten Microsofts schützen werde und könne. Er nannte die vorgebrachte Drohung eine »Innovationssteuer«.

Allen Forderungen nach klaren Aussagen zum Trotz zeigt sich Ballmer unnachgiebig und versteckt sich hinter einer Dunstwolke aus Behauptungen und Gerüchten. Laut neuesten Aussagen von Ballmer dürften demnach auch die Kunden anderer Distributoren vor Microsoft nicht sicher sein. »Wir haben eine Menge Geld für Lizenzierung unserer Patente ausgegeben«, so Ballmer. Welche allerdings wirklich Linux und Open Source betreffen, wollte er auch zuletzt nicht verraten.

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