Lies mal richtig! Da steht nichts von "bashing", sondern "Distro-Bash". Ein "Bash" ist ein Event, eine Party, eine Veranstaltung, ein Happening. Am bekanntesten dürfte der Ausdruck "beer bash" für ein Besäufnis mit Hopfenblütenkaltschale sein.
Neben der Haarspalterei finde ich die Idee ungemein cool und man kann nur auf viele weitere Nachahmer hoffen. Besonders Unis bieten gute Foren für solche Veranstaltungen ohne Budget und erreichen auch am ehesten offene Ohren. Das ganze ein wenig reißerisch aufzuziehen ist auch eine gute Idee, dann weiß man gleich, es wird nicht nur trocken und bierernst.
Von Audiatur et altera pars am Fr, 12. Oktober 2007 um 15:06 #
Ja, wirklich eine notwendige Initiative. Die vielen Distributionen machen ja den speziellen Reiz der Linuxwelt aus. Heute ist es aber so, dass als Alternative fast nur noch eine *-u wahrgenommen wird. Als in Oesterreich im "Standard" vor ein paar Tagen die brandneue "Mandriva 2008" vorgestellt wurde, gab es da nur vereinzelte Kommentare. Die Redaktion kam nicht darum herum, zu sagen, wie sehr das zu Denken gebe.
Vielfalt als solches hat keinen Vorteil. Ansonsten hätte jede Stadt in Deutschland ihre eigenen Variante an Strassenschildern. Sicher, das liefert einen ungeheuren Spaßfaktor: "Oh, wie lustig! Die Zahl der Verkehrsunfälle ist wieder mal gestiegen!"
Oder man würde jede Bahnschiene in unterschiedlicher Breite bauen. Auch das wäre sicher für die Allgemeinheit ein Fortschritt: "Oh, wir dürfen mal wieder umsteigen und haben eine halbe Stunden Aufenthalt! Wie entspannend!"
Natürlich kann jeder machen, was er will -- auch der Organisatoren der obigen Initiative. Aber wenn man sich fragt, ob das sinnvoll ist, muß man ganz klar sagen: Nein, es ist völliger Blödsinn.
Man kann es mal mit einem Gedankenexperiment versuchen: Hätte Mandriva nie existiert, würde die Leute irgendetwas vermissen?
Sicher kommt jetzt irgendein Mandriva-Nutzer aus seiner Ecke und schreit: "Ja, Feature X findet man in keiner andere Distribution!"
Aber wäre das wirklich der Fall, wenn es Mandriva nie gegeben hätte? Oder hätte die Nachfrage nach diesem Feature nicht dazu geführt, dass Ubuntu oder irgendjemand anderes dieses Feature angeboten hätte?
Ich bin der Meinung, letzteres wäre geschehen. Und selbst wenn es nicht geschehen wäre, dann würde man wohl nicht mal wissen, ob man überhaupt etwas vermisst. Darum wäre es auch nicht schade, wenn Mandriva nie existiert hätte.
Je mehr Leute Ubuntu nutzen, desto erfolgreicher wird Linux auf dem Desktop. Davon wiederum profitieren alle Linux-Nutzer (weil es mehr Unterstützung durch unabhängige Software- und Hardware-Hersteller gibt), aber auch die Windows-Nutzer (weil sich Microsoft mehr anstrengen wird um zu bestehen).
Sofern die Initiative also Konkurrenten zu Ubuntu vorstellt -- und nicht irgendwelche Spezial-Lösungen für Router und ähnliche Nischen --, ist es für die Allgemeinheit kontra-produktiv.
Der Schuss ging ziemlich kurz. Natürlich gibt es verschiedene Schienen, schau mal nach "Zahnradbahn". Dann wird dir auch klar warum einige Distros so verschieden sind...
Ja, manche Distro sind verschieden. Die eine soll nur ein Router sein, die andere nur ein RettungsCD. Aber was unterscheidet den Mandriva groß von Ubuntu? Oder irgendeiner anderen Mainstream-Distro?
Aber ich sehe schon: Du willst von Hamburg nach Berlin mit dem Zug fahren und möchtest währenddessen 20mal umsteigen, weil es ja wichtig wäre, 21 verschiedene Schienenbreiten zu haben!
Hätte Mandriva nie existiert, würde die Leute irgendetwas vermissen? Aber was unterscheidet den Mandriva groß von Ubuntu? Denk mal darüber nach, wer zuerst da war. Mandrakelinux begann als RedHat mit KDE (zu KDE 1.0-Zeiten) und hatte als erste Distribution einen grafischen Installer. So gesehen war Mandrakelinux ein Meilenstein hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit.
Es geht mir nicht um Mandriva (oder irgendeine andere Distro ohne besonderes Merkmal).
Es geht um den Satz, die obigen Initiative wäre notwendig! Das Beispiel Mandriva zeigt, wie falsch der Satz ist. Niemand hatte bisher ein Argument, dass die Notwendigkeit von Mandriva begründen würde. Alles, was Mandriva gegenwärtig bietet, bieten auch andere Distros.
Niemand hatte bisher ein Argument, dass die Notwendigkeit von Mandriva begründen würde. Alles, was Mandriva gegenwärtig bietet, bieten auch andere Distros. Du hast gesagt, dass Mandriva nie hätte existieren brauchen. Das betrifft nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit. Zumindest damals hatte Mandrakelinux Alleinstellungsmerkmale.
Dass heute andere (jüngere) Distributionen Dinge kopieren, macht eher diese überflüssig als das Original. Mandriva (Mandrakelinux) gibt es wesentlich länger als Ubuntu. Wenn also von diesen beiden Distributionen eine zur (deiner Meinung nach überflüssigen) Vielfalt beigetragen hat, dann Ubuntu.
Nein, ich habe gesagt: Stellt Dir vor, Mandriva hätte nie existiert. Bezüglich Deines Einwandes, dann gäbe es keine graphischen Installer, siehe meinen Kommentar weiter unter bezüglich konvergenter Evolution.
Nein, ich habe gesagt: Stellt Dir vor, Mandriva hätte nie existiert. Und dann? Stell dir vor, Hiroshima hätte es nicht gegeben. Welche Auswirkungen hätte das gehabt? Das kann niemand genau sagen.
Bezüglich Deines Einwandes, dann gäbe es keine graphischen Installer, siehe meinen Kommentar weiter unter bezüglich konvergenter Evolution. Das habe ich nicht behauptet. Es hätte sicherlich irgendwann eine andere Distribution mit grafischem Installer gegeben, aber auch diese wäre deiner Meinung nach heute sicherlich überflüssig.
Interessant: Woher weißt Du, daß ich sie für überflüssig erklärt hätte? Spätestens wenn es nur eine einzige Linux-Distribution gegeben hätte, hätte ich diese ja nicht für überflüssig erklären können.
Lieber Rufus, deine Argumentation ist doch irgendwo schwach.
Denn du kannst so gesehen mit jedem Linux von Hamburg nach Barlin fahren ohne umzusteigen. Es wäre doch so als würde es 21 Bahnstrecken geben die vielleicht etwas unterschiedliche Routen fahren und ein anderes Service Angeboht haben, aber von a nach b fahren Sie alle. Da kann man doch nichts gegen sagen (umwelt Aspekte ausseracht gelassen, aber es ist ja auch nur ein Beispiel).
Und das schöne ist doch auch, das die 21 verschiedenen Züge alle kompatibel zu einander sind. Hat Zug 1 ne tolle Idee nen neuen Motor mit dem es noch schneller geht, dann können den nach Lust und Laune auch noch Zug 2 und 3 verwenden. Zug 4 möchte aber nicht, denn seine Gäste legen mehr Wehrt auf die schöne aussicht, da fährt man lieber gemächlich duch die Landschaft. Würde es jetzt nur einen Zug auf einer Schiene geben, dann müssten sich alle Beteiligten immer einig sein. Schneller Zug oder vielleicht lieber schöne Landschaft? Und wollen wir einen Speisewagen oder keinen?
Es ist natürlich nicht so, daß jede Distribution das "KillerFeature" was sie einzigartig und unendbehrlich macht aber es ist doch oft der Mix der es macht. Denn man kann ja alle Möglichen Dinge miteinander Kombinieren wie man es selbst und mit glück auch noch andere Leute für die ideale Kombination halten. Der Entscheidungsprozess ist doch auch einfach viel schneller, wenn ein paar Leute sich nur einig sein müssen und dann kann es gleich los gehen, als wenn erstmal hunderte von Leuten groß am palavern sind. Gerade so entstehen doch oft ideen und tolle neue Funktionen, weil man was schaffen kann und nicht durch tausend Kompromisse ausgebremmst wird. Gefällt es am Ende, können es andere Distributionen auch einfach wieder übernehmen. Ist doch super.
Viele Distributionen haben doch ausserdem auch nicht unbedingt den Anspruch die ganze Welt zu begeistern, sondern Leute die sich die Mühe gemacht haben, Linux so anzupassen, wie sie es haben wollen, sind einfach so Nett und stellen ihre Arbeit auch anderen zur verfügung, denn wer weiß, vielleicht sind sie ja nicht die einzugen gewesen, die sich Linux so vorgestellt haben. Deshalb muss man ja nicht gleich bei Novell oder RedHat vor der Tür stehen und um Einlass bitten. Ich selbst hab es auch so gemacht. Ich nutze am liebsten CRUX als Distribution. Die gibts aber nur für i686 , ich wollte meinen 64Bit Rechner aber auch gerne dementsprechend nutzen können, also hab ich kurzerhand eine 64Bit Version von CRUX raus gebracht ( crux86_64 - http://ecarux.de/crux86_64 ). Ich hab auch gefragt ob man bei CRUX interesse hätte, das ganze mit auf zunehemen, aber man wollte nur bei der einen Architektur bleiben. So bin ich ja quasi auch schon zum Distributor geworden, denn ich biete das ganze auch zum Download an, damit sich andere die Arbeit nicht nochmal machen müssen. Und oh wunder, es laden sich auch Leute runter. Also hat es sich doch gelohnt, das ich dem Distributions überschwemmten Linuxmarkt noch eine weitere geschenkt hab. Das super highlight gibt es da aber auch nicht, denn natürlich haben ander Distributionen auch 64Bit versionen und natürlich funktioniert das ganze auch ganz normal wie CRUX auch. Ist also nichts "neues" dabei, nur gab es die Kombination halt einfach vorher noch nicht und genau das ist es doch, was die meisten Distributionen aus macht. Die richtigen Kobinationen so, daß Leute am besten damit arbeiten können und es ihrer vorstellung von dem "richtigen" Linux entspricht.
Mich würde persönlich mal interessieren, warum Du Dich ursprünglich für CRUX entschieden hast.Ich habe von denen bisher nie etwas gehört. Was machen sie, dass Du nicht auch bei Debian, Ubuntu, OpenSUSE oder Fedora bekommst?
Falls es irgendeine Nichtigkeit war, dann bestätigt sich im Grunden meine Meinung: Da führt die mangelnde Qualität einiger unwichtigen Distributionen zu noch mehr unwichtigen Distributionen, die (wahrscheinlich) ebenfalls mangehaft sind.
Denn zum Beispiel bedeutet das Runterladen als solches nicht, dass Leute es tatsächlich nutzen: vielleicht haben sie es auch nur getestet und damit im Grunde ihre Zeit verschwendet?
Unabhängig davon: Wenn's Dir Spaß macht, Dir die Zeit damit zu vertreiben, wünsche ich Dir weiterhin viel Spaß. Jeder sollte ein Hobby haben.
Für mich ist CRUX ideal, weil es sehr einfach aufgebaut ist und sicht leicht an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Jeder der sich etwas mit Linux auskennt, kann da sehr leicht die Software anpassen und muss sich nicht entweder auf das verlassen, was der Distributor einem vor gibt oder sich erstmal in eine orgie von Dokumentation stürzen um am Ende auch noch ein Paket zu erhalten das gut mit dem Paketmanagement funktioniert (zB. deb). Als Init system wird zB. RC verwendet wie bei BSD usw. . Das sind unter anderen Punkte die für mich sehr wichtig sind, mir andere Distributionen bis jetzt aber nicht gebohten haben. Vielleicht ist das für dich eine Nichtigkeit, weil du auf solche Dinge keinen Wehrt legst, für mich ist es zum Beispiel aber wichtig und dann sieht man doch schnell wieder, das es Sinn macht mehrere Distributionen zu haben.
Es ist mir doch vollkommen egal ob auch leute das ganze nutzen oder nicht (wobei ich es aber sogar auch von einigen weiß). Aber wenn man sich die Mühe macht, dann kann es doch auch anderen Leuten anbieten. Dadurch entsteht doch kein Schaden. Selbst wenn sich nur einer findet, der es auch gebrauchen kann, dann hat man dem Menschen damit einen Gefallen getan. Wo ist also das Problem?
Zu Deiner Frage: Wieviele Distributionen letztlich existieren, ist mir völlig gleichgültig. Ob Deine dazu zählt oder nicht, ob Mandriva dazu zählt oder nicht, ist egal.
Aber die Auffassung, Vielfalt wäre notwendig oder auch nur sinnvoll, ist leider nicht egal.
Denn Vielfalt hat auch negative Effekte: Verwirrung bei potentiellen Nutzern von Linux, Ungewißheit bei möglichen Investoren, daraus resultierend mangelndes Angebot an möglichen Lösungen, daraus folgend geringene Wettbewerbsfähigkeit, und damit geringerer Wettbewerb.
Das ist so ähnlich wie mit der Umweltverschmutzung: Solange nur einige wenige ihre leeren Cola-Dosen in die Botanik schmeißen würden, wäre es kein großer Beinbruch. Aber wenn's jeder macht, wird es zu einem Problem.
Eins von Linux' derzeitigen Problemen ist das Vorurteil, jegliche Vielfalt wäre sinnvoll oder nützlich oder notwendig. Das ist das Problem.
Das stimmt so pauschal doch nicht. Vielfalt schafft Wahlmöglichkeiten. Dadurch entsteht Wettbewerb und Konkurrenzkampf, was wiederum zu mehr Innovation und Qualität führt. Das erklärst Du am Ende Deines Postings doch selbst! Natürlich bringt Vielfalt auch Nachteile, ich weiß schon, was Du meinst, aber Deine Darstellung ist so einfach zu verkürzt.
Ansonsten hätte jede Stadt in Deutschland ihre eigenen Variante an Strassenschildern.
Das wäre Unsinn, deshalb hat man ja auch allgemeingültige Standards geschaffen. Welche Straßen allerdings wo und wie gebaut und gewartet werden, entscheiden die Kommunen selbst. Dabei entstehen völlig unterschiedliche Lösungen - Vielfalt schafft Gestaltungsspielraum. Die Frage muss also nicht lauten, ob, sondern wo Vielfalt gewünscht ist, aber vielleicht meinst Du das ja auch.
Hätte Mandriva nie existiert, würde die Leute irgendetwas vermissen?
Das ist doch kein Argument, man kann das doch über alles und jeden sagen!
Sofern die Initiative also Konkurrenten zu Ubuntu vorstellt [...], ist es für die Allgemeinheit kontra-produktiv.
Tut mir leid, aber das ist lächerlich. Dort wo es sinnvoll ist, müssen gemeinsame Standards her. Darüber muss im einzelnen natürlich diskutiert werden, aber grundsätzlich gilt: Es lebe die Vielfalt!
Ein Kommentar kann in aller Regel nunmal nicht ins Detail gehen. Insofern hast Du schon Recht: Es ist eine Verkürzung. Aber das gilt für jeden Kommentar. Natürlich auch für Deinen.
Aber wie Du selbst schon herausgefunden hast, plädiere ich nicht für eine allgemeine Vereinheitlichung von allem, sondern für eine Unterscheidung ja nach Sachlage.
Ein paar Beispiele: Wäre eine Vielfalt von verschiedenene Plugins für Firefox sinnvoll? Auf jeden Fall! Brauchen wir 50 Browser, die sich in Funktionalität und Usability unterscheiden? Klar, immer her damit! Brauchen wir 50 Browser, die sich nur in der Programmiersprache und im Toolkit unterscheiden? Wohl eher nicht. Brauchen wir zwei Desktop-Plattformen? Wohl kaum. Brauchen wir 30 Distributionen, die sich alle an die breite Mehrheit richten? Nein, definitiv nicht.
Im übrigen kann man sich nicht alles einfach wegdenken. Meist fällt den Menschen nämlich auf, dass dann etwas Wichtiges fehlt. Denkt Dir Kleidung weg. Dann stellst Du fest: Du frierst. Du hast ein Problem! Du brauchst eine Lösung! Siehe da: Kleidung ist wichtig!
Stellst man sich allerdings vor, Mandriva würde nicht existieren, dann fehlt nichts. Weil sie keine besonderes Problem lösen, keinen besonderen Nutzen haben.
Es ist symtomatisch für Linux-Nutzer, dass sie verzweifelt die Vielfalt dort zu verteidigen suchen, wo man Vielfalt nicht braucht: Bei den Mainstream-Distributionen und bei den Desktops. In solchen Bereichen ist zu viel Vielfalt kontra-produktiv.
> Wäre eine Vielfalt von verschiedenene Plugins für Firefox sinnvoll? Auf jeden Fall! Ja.
> Brauchen wir 50 Browser, die sich in Funktionalität und Usability unterscheiden? Klar, immer her damit! Ja.
> Brauchen wir 50 Browser, die sich nur in der Programmiersprache und im Toolkit unterscheiden? Wohl eher nicht. Warum nicht?
> Brauchen wir zwei Desktop-Plattformen? Wohl kaum. Na aber sicher brauchen wir die, die decken schließlich unterschiedliche Einsatzbereiche ab.
> Brauchen wir 30 Distributionen, die sich alle an die breite Mehrheit richten? Nein, definitiv nicht. Ob 30 mag diskutabel sein, aber im Kampf der Ideen und Konzepte um die Gunst der User ist eben immer mal die eine oder andere Perle dabei. Oder lass es eine Distribution sein, die ihren Fokus auf so scheinbar "alberne" Dinge legt wie die durchgängige Verwendung eines bestimmten/neueren Compilers (portablerer Code), kleinerer Systembibliotheken (Portabilität, Unterstützung älterer Plattformen) oder anderer Dinge legen, es kommt immer etwas dabei rum, was auch den Anwendern der anderen Distributionen zum Vorteil gereichen kann.
Wichtigstes Instrumentarium in diesem Wirrwarr der Innovation sind die Standards. Standards in Protokollen, Dateiformaten, Bibliotheken und Systemspezifikationen. Zum Beispiel Deine Frage zu den Desktops: Im Rahmen der Weiterentwicklung von Gnome und KDE sind Projekte wie freedesktop.org entstanden und bewirken etwas ganz entscheidendes: Zusammenführung von Konzepten und Code. Was früher Gnome über CORBA und KDE über DCOP lösten, Interprozesskommunikation, läuft heute über eine Schnittstelle, eine Bibliothek mit Bindings für die wichtigsten Sprachen - dbus. Wo früher jede Distribution eine Umstellung bedeutete, gibt es heute einen gemeinsamen Basisstandard, der mit Riesenschritten vorankommt - LSB.
Na aber sicher brauchen wir die, die decken schließlich unterschiedliche Einsatzbereiche ab.
Wenn Du von Häusern oder ähnlichem materiallen Dingen sprechen würdest, würde ich Deinen Einwand als gültiges Argument sehen. Bei Software aber verhält es sich anders.
Ein Beispiel: Früher sagten KDE-Fans, GNOME wäre "grau" und KDE wäre "bunt" und sie würden "bunt" bevorzugen. GNOME-Fans sagten fast das gleiche, nur dass sie "grau" bevorzugten.
Klingt auf den ersten Blick logisch. Aber ich halte das für Blödsinn: GNOME war nur deshalb "grau", weil niemand bunte GNOME-Icons gemacht hat. Warum nicht? Weil die Designer mit einer Vorliebe für "bunte" Icons natürlich einen "bunten" Desktop wollten und deshalb KDE genutzt haben.
Die Konsequenz war: Unter KDE haben also die bunten Icons-Sets zugenommen, während unter GNOME die grauen Icon-Setz zugenommen haben.
Hätte allerdings KDE (oder GNOME) nie existiert, dann hätten die Designer mit einer Präferenz für bunte Icons auch bunte Icons für GNOME geschaffen und damit wäre GNOME auch "bunt" gewesen (bzw. alternativ hätte KDE auch grau sein können).
Mit anderen Worten: Die angeblich unterschiedlichen Einsatzbereiche sind nichts weiter als sich selbst erfüllende Prophezeiungen.
Gelitten haben darunter aber all diejenigen, die sich so etwas wie ein "buntes GNOME" oder ein "graues KDE" gewünscht hätten.
Nun argumentierst Du sicher: "Ja, das hat aber zu diesem tollen Freedesktop-Standard geführt!" Das ist richtig, aber dieser Standard löst im Grunde nur ein Problem, das wir ohne zwei Desktops nicht gehabt hätten.
Wen man es nüchtern sieht, gibt es nichts unter KDE, dass man nicht auch auf der GNOME-Plattform hätte anbieten könnte: Amarok zum Beispiel braucht KDE und QT nicht. Den hätte man genauso gut unter GTK+ oder GTKmm bauen können. Es gibt unter GNOME schon 10 oder 20 Audio-Player, da wäre es um einen zusätzlichen nicht schade gewesen.
Man sieht also: Anwednungen, die sich nur in Programmiersprache oder Toolkit unterscheiden, sind unnötig, weil es für den Nutzer keine Unterschiede macht, sofern alle ähnlich aussehen und ähnliche Usability-Richtlinien befolgen.
Ähnliches gilt auch für Mainstream-Distribution: 98% Prozent aller Nutzer interessiert nicht, welche Compiler-Version irgendeine Distri benutzt. Niemand hat etwas dagegen, wenn die restlichen 2% ihren Spaß mit anderen Distris haben wollen, sobald erstmal ein Standard existiert, auf den sich die übrigen 98% verlassen können. Daran fehlt es aber gegenwärtig.
Wen man es nüchtern sieht, gibt es nichts unter KDE, dass man nicht auch auf der GNOME-Plattform hätte anbieten könnte: Amarok zum Beispiel braucht KDE und QT nicht. Den hätte man genauso gut unter GTK+ oder GTKmm bauen können. Es gibt unter GNOME schon 10 oder 20 Audio-Player, da wäre es um einen zusätzlichen nicht schade gewesen. Nur blöd, dass KDE schon vor GNOME existierte.
Dumm nur, dass sie die Notwendigkeit nicht gesehen haben, dass man möglichst die Wünsche der allgemeinen Mehrheit befriegen sollte. Dazu zählen auch die Wünsche der "Free Software"-Community.
Hm, ich stehe auf einen grauen KDE Es könnte einem als Anwender vielleicht egal sein, ob man jetzt hinter KDE den QT(oolkit) hat oder bei Gnome halt GTK, aber was nicht egal ist, ist der Desktop als solches. KDE sieht doch nicht nu anders aus als Gnome sondern fühlt sich doch auch ganz anders an. Rein Optisch ist mir zB. das schlichte Gnome-Design viel lieber, aber arbeiten kann ich viel besser mit KDE. Es ist doch also eher ein Argument für die Abwechslung und sogar für noch mehr Abwechslung. So das sich zB. Gnome-Look mit KDE-Feel verbinden lässt und umgekehrt. An stadt also aus allen Desktops nur einen zu machen, sollte man doch lieber viele haben, deren Eigenschaften (Aussehen, Bedienung, enthaltene Programme) man untereinader auch noch Kombinieren kann. Ausserdem, manchmal weiß man doch gar nicht, was man vermisst, bevor man es überhaubt erst kennengelernt hat.
Nach deiner Arbumentation wären ausserdem auch alle Betriebsysteme überflüssig. Warum nicht gleichein SuperNorm-Betriebsystem für alle?
Da hast es erkannt: In machen Gebieten sind verschiedene Angebote überflüssig. Deshalb hat der Markt nunmal Microsoft zu totalen Dominanz verholfen, genauso wie es dem Internet zu totaler Dominanz verholfen hat (zum Leidwesen von AOL). Die gleichen ökonomischen "Kräfte" werden auch Linux zur Dominanz unter den UNIXoiden Betriebsystemen verhelfen, glaube ich.
Übrigens hat Deine Argumentation eien Fehler: Gerade der Standard-Desktop bietet die endlose Erfüllung von Wünschen: Dort kann man beispielsweise eine GNOME-ähnlich Basiskonfiguration mit einen KDE-ähnlichen Windowmanager und Konquerer-ähnlichen Filemanager mixen ohne in zwei verschiedenen Theme-Managern herumwurschteln zu müssen. Das ist jetzt nicht möglich.
Nur weil eine Standard-Dekstop existiert, braucht man ja noch lange nicht jeden einzelnene Bestandteil nutzen. Im Gegenteil: Man kann diese viel eher auswechseln, weil sich die Ergänzungen an genau diesem und nur diesem Standard orientieren würden.
Was würdest Du denn von einem Betriebsystem halten, dass Dich zwingt, Teil A gegen Teil B zu tauschen, nur weil Du Teil C haben willst?
> Da hast es erkannt: In machen Gebieten sind verschiedene Angebote überflüssig. Deshalb hat der Markt > nunmal Microsoft zu totalen Dominanz verholfen, genauso wie es dem Internet zu totaler Dominanz > verholfen hat (zum Leidwesen von AOL). Die gleichen ökonomischen "Kräfte" werden auch Linux zur > Dominanz unter den UNIXoiden Betriebsystemen verhelfen, glaube ich.
Aber warum den überhaupt Linux? ISt doch eigentlich Überflüssig. Es nutzen doch eh schon so viele Leute Windows, also schein Windows doch wohl das bessere Betriebsystem zu sein. Also machen wir doch den Laden Dicht und jeder der wirklich was leistet der kann ja bei Microsoft anfangen. Diese ganzen verschiedenen Betriebsysteme, das ist doch alles Überflüssig und Verschwendung.
Warum sind also verschiedene Betriebsysteme ok, aber verschiedene Linux Distributionen nicht? Warum sollen sich alle an die großen Distributionen hängen (deiner Vorliebe nach wohl Ubuntu) und nicht kleine und neue benutzen? Weil die großen es drauf haben oder die ideale Lösung sind? Wohl kaum ,denn dann könnte man ja wie gesagt auch wirklich alle anderen Betriebsystem platt machen und alle benutzen nur noch Windows. Benutzen ja alle, muss ja gut sein. Ich sag nur "Millionen Fliegen fressen Sch.... "
> Übrigens hat Deine Argumentation eien Fehler: Gerade der Standard-Desktop bietet die endlose > Erfüllung von Wünschen: Dort kann man beispielsweise eine GNOME-ähnlich Basiskonfiguration mit einen > KDE-ähnlichen Windowmanager und Konquerer-ähnlichen Filemanager mixen ohne in zwei verschiedenen > Theme-Managern herumwurschteln zu müssen. Das ist jetzt nicht möglich.
Dann würdest du damit doch das angebliche Problem nur verschieben. Wenn der Standard-Desktop alles kann und macht und hast du nicht gesehen, dann wird es doch sozusagen zu 1000 varianten innerhalb dieses Desktop füren, weil sich dort doch auch niemand einig würde.
Also macht man keine eigene Distribution oder Desktop weil man sich linux anders vorstellt, sondern dann einen Sammelsurium von Einstellungen und Möglichkeiten in dem Einheits-Linux und dem Standart-Desktop damit sich alle wohl fühlen. Das macht das ganze natürlich viel Einfacher .......
Ich glaube nicht, dass Abweichung von einem Standard-Desktop schändlich (für die Verbreitung von Linux) wären; selbst wenn es 1 Million Abweichungen wären.
XFce könnte man auch als Abweichung zu GNOME interpretieren, aber sie ist nicht schädlich, denn a) etabliert sie keine unterschideliche Entwicklungsplattform und b) interessieren sich dafür eh' nur eine Minderheit dafür.
Nichts anderes würde bei einem Standard-Desktop passieren.
> Bei Software aber verhält es sich anders. Ich glaube nicht, dass man die Motivationen und Ziele von Gnome und KDE auf die Farbe der Icons oder ähnliche zu vernachlässigende Argumente herunterkürzen kann. Es stecken verschiedene Toolkits dahinter, andere Verständnisse von Releasezyklen und Lieferumfang, eine andere Gewichtung von Features und einfacher Bedienbarkeit der Oberfläche, teilweise sogar völlig andere Bedienkonzepte.
> aber dieser Standard löst im Grunde nur ein Problem, das wir ohne zwei Desktops nicht gehabt hätten Natürlich, aber wo ist da der Widerspruch? Standards sind essentiell im "Konkurrenzkampf" der Anwendungen/Systeme/DEs. Ohne Gnome und KDE kein Freedesktop, ohne OpenOffice.org und MS Office kein OpenDocument...
> weil es für den Nutzer keine Unterschiede macht Oh aber sicher. Die Programmiersprache und das Toolkit sind ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung und wirken sich als solche direkt auf das Ergebnis aus.
> sofern alle ähnlich aussehen und ähnliche Usability-Richtlinien befolgen ... sich ähnlich schnell weiterentwickeln, ähnlich leicht erweiterbar sind, ...
> 98% Prozent aller Nutzer interessiert nicht, welche Compiler-Version irgendeine Distri benutzt Aber 98% aller Nutzer finden eine saubere Lokalisierung gut. Einigen ist die Verwendung ausschließlich freier Komponenten wichtig, andere brauchen kompletten Support aller Hardware, ... Jede der Mainstreamdistributionen hat bestimmte charakteristische Merkmale, die die Anwender zu schätzen wissen.
> sobald erstmal ein Standard existiert, auf den sich die übrigen 98% verlassen können Gibt es doch: LSB. Es nutzen nur die wenigsten bislang. Vielleicht fehlt noch etwas, vielleicht aber ist die dringende Notwendigkeit eines Standards (noch) nicht gegeben?
Ach, der Klassiker: Man hänge sich am gemachten Beispiel auf. Fluffy kann das offensichtlich auch gut.
Alle von Dir genannten Unterschiede lassen sich auf den Mangel an Kommunkationbereitschaft zurückführen, ebenso wie da von mir gemachte Beispiel über Icon-Farben. Glaubsst Du denn, alle KDE-Entwickler wünschen sich einheitlich genauso ein KDE, wie es derzeit existiert? Oder sind sie sich auch hier und da uneins, streiten sich und schliessen Kompromisse? Und glaubst Du, den GNOME-Entwickler würde das anders gehen?
Wenn also KDE und GNOME selbst Ergebnis von Kompromissen sind, warum könnte nicht auch eine Standard-Desktop-Entwicklungsumgebung das Ergebnise eines Kompromisses sein? Und wäre eine solche Standard-Desktopumgebung nicht deutlich leistungsfähiger und nützlicher, als zwei oder mehr davon?
Dann könnte der Nutzer beispielsweise eine Art GNOME nutzen, wobei er dort Metacity durch einen KDE-ähnlichen Windowsmanager ersetzten könnte und dass trotzdem einheitlich bunt ist. (Achtung! Auch hier wieder nur ein Beispiel!)
Andersherum betrachtet: Warum bei GNOME oder KDE mitarbeiten, wenn doch jeder am besten seine eigene Desktop-Entwicklungsumgebung schaffen sollte: Wenn Vielfalt denn notwendig ist -- was ja die von mir kritisierte Ausgangsthese ist -- warum empfehlen wir dann nicht jedem, seinen eigenen Desktop durchzuziehen?
Brauchen wir 50 Browser, die sich nur in der Programmiersprache und im Toolkit unterscheiden? Wohl eher nicht.
Dazu eine Gegenfrage: Ist es besser, einen Browser zu haben, oder sind mehrere besser? Dass sich Konkurrenz positiv auf die Produktqualität auswirkt, hat doch gerade der Browser-Markt eindrucksvoll belegt. Alle, auch die IE-User haben ganz konkret von der Vielfalt profitiert. Und wenn jetzt Leute einen Firefox-Fork ins Leben rufen, wo ist dann das Problem? Der Fork hätte nur durch Innovation eine Chance, was wiederum auch in den Firefox zurückfließen würde. Jeder nutzt, was er will. Das ist nicht nur Vielfalt, sondern Freiheit. Einen "verordneten" freien Browser für alle würden viele ablehnen - das ist keine echte Freiheit.
Im übrigen kann man sich nicht alles einfach wegdenken. Meist fällt den Menschen nämlich auf, dass dann etwas Wichtiges fehlt. Denkt Dir Kleidung weg. Dann stellst Du fest: Du frierst. Du hast ein Problem! Du brauchst eine Lösung! Siehe da: Kleidung ist wichtig!
Jetzt drehst Du aber Deine eigene Worte zurecht. Du hattest nicht gesagt, man soll sich Mandriva wegdenken, sondern man solle sich vorstellen, es hätte nie exisiert. Hätte Kleidung nie exisitert, würden die Menschen sie auch nicht vermissen, denn sie wären evolutionär angepasst und bestimmte Regionen wären wohl unbesiedelt.
Es ist symtomatisch für Linux-Nutzer, dass sie verzweifelt die Vielfalt dort zu verteidigen suchen, wo man Vielfalt nicht braucht: Bei den Mainstream-Distributionen und bei den Desktops. In solchen Bereichen ist zu viel Vielfalt kontra-produktiv.
Es ist aber auch symptomatisch, dass Leute, die die Linuxwelt verändern wollen, stets von sich auf andere schließen. Wer sagt denn, was gebraucht wird und was nicht? Ist Deine Meinung mehr wert, als die des glücklichen Mandriva-Users, dem Du sein OS "wegnehmen" willst?
Natürlich stimmt es, wenn Du sagst: Wenn es nur Distribution X mit Desktop Y und Browser Z gibt, macht das viele Dinge einfacher und produktiver, vor allem unter kommerziellen Aspekten und hinsichtlich der Verbreitung. Abgesehen davon, dass so ein Vorhaben in der Realität ohnehin kaum durchstzbar wäre, frage ich mich allerdings wirklich, ob die Linuxwelt dadurch nicht mehr verlieren als gewinnen würde.
Deine Überschrift "Kultur der Verschiedenheit" trifft es ganz gut. Viele Linuxer sehen Vielfalt als Vorteil, andere, wie Du, als Nachteil.
Bitte, bitte jetzt keine Diskussion über Freiheit -- niemand will irgendetwas verordnen, auch ich nicht. Die Fehler der Vergangenheit kann man nicht korrigieren. Aber man kann doch auf Einsicht hoffen, dass Menschen die Fehler der Vergangenheit nicht fortführen, oder?
Insofern ist die Diskussion hier gut aufgehoben, weil die obige Nachricht von Leuten handelt, denen die Einsicht fehlt und sie aus Wohlwollen heraus das Falsche machen. Wir sollten froh sein, dass die Vielfalt der Distributionen zurückgeht!
Danke übrigens für den Hinweis auf meine sprachlichen Lapsus! Aber trotzdem bleibe ich dabei: Hätte Kleidung nie existiert, würdest Menschen manchmal frieren -- Evolution hin oder her -- und sie hättest den Wunsch nach einer Lösung für dieses Problems. Das können viele Mainstream-Distributionen nicht von sich behaupten -- ein besonderes Problem für ihre Nutzer zu lösen.
Der Reflex, von sich auf andere zu schließen, ist übrigens symptomatisch für alle Menschen, so scheint es. Man findet ihn auch unter Leute, die Linux eben nicht verändern wollen: "Oh, wir haben schon alles immer mit der Kommandozeile gemacht! Das ist sooooo vorteilhaft! Das wollen alle anderen bestimmt auch! Nur das böse Microsoft-Marketing hat alle Menschen von der Nutzung von Mäusen und GUIs überzeugt!"
Schließe ich von mir auf andere?
Nein, ich glaube nicht. Kommen wir dazu auf das von Dir gelieferte Firefox-Beispiel zurück: Vor Firefox gab es noch eine Reihe anderer kleiner, schneller Browser, die das Monster Netscape ablösen wollten: Zum Beispiel Konquerer unter KDE, Galeon und Epiphany unter GNOME, und KMeleon unter Windows, und vielleicht noch ein paar andere, die ich jetzt vergesse.
Hat einer von ihnen es auch nur geschafft, den Marktanteil vom IE anzukratzen? Nein, keine Stück.
Man sieht also, wie eine Fragmentierung aufgrund von unnützen Eigenschaften (etwa: Toolkit, Programmiersprache) den eigenen Erfolg behindern kann -- zum Leidwesen auch der IE Nutzer, wie Du selbst betont hast!
Das Beispiel zeigt: Man kann objektiv Bereiche identifizieren, in denen zu hohe Vielfalt schädlich ist. Das hat nichts mit subjektiven Wünschen zu tun.
Und habe ich nicht gesagt, dass nichts gegen Browser spricht, sofern sie sich in Funktionalität und Usability unterscheiden? Also, in für den Nutzer wichtigen Eigenschaften?
Übrigens: Höre doch bitte auf, mir zu unterstellen, ich sehe "Vielfalt" global als Nachteil. Das ist platt. Du scheinst nicht dumm zu sein, als dass Du solche platten Verwürfe nötig hättest. Danke.
Unterstellen wollte ich Dir nichts. Tut mir leid, wenn ich mich da unsauber ausgedrückt habe.
Gut, ich glaube verstanden zu haben, was Du meinst und eigentlich sind unsere Meinungen auch gar nicht so furchtbar weit auseinander. Vielleicht siehst Du eher die Nachteile und ich eher die Vorteile des momentanen Zustandes. Das hängt natürlich auch davon ab, ob man die Linuxwelt isoliert für sich betrachtet, oder im globalen Gesamtvergleich, wie Du es hier tust.
Wenn man Deinen Ansatz mal weiter denkt, bleibt jedoch die Frage nach der Umsetzbarkeit. Du weißt ja, wie uneinig und irrational Linuxer sein können, wenn es um "ihre" Software geht. Ich kann ehrlich gesagt nicht erkennen, wie das funktionieren soll. Hast Du dazu eine Vorstellung? Andererseits frage mich: Läuft dieser Prozess nicht längst? In meiner persönliche Wahrnehmung hat Ubuntu die Rolle der Mainstream-Distro schon längst übernommen. Der bemerkenswerte Anstieg der medialen Präsenz von Linux in jüngster Zeit bezieht sich ausschließlich auf Ubuntu.
Von Audiatur et altera pars am Sa, 13. Oktober 2007 um 13:38 #
Diese mediale Präsenz ist einerseits wichtig, wenn es ums Prinzip Linux oder OpenSource geht. Sie ist aber mehr als fragwürdig, wenn es sich auf die *-u Distribution beschränkt. Es steht den Studenten einer Fachhochschule wohl an, sich ein wenig in der Geschichte umzusehen und auszukennen betr. Debian, Mandriva etc Ein Hype um *-u vernebelt den Blick auf die neuen Leistungen der andern Distributionen.
Ich glaube, die ökonomische "Gesetze" wirken auch hier. Sie haben Microsoft von einem Monpol verholfen, und sie haben VHS berühmt und Betamax bedeutunglos gemacht. Diese "Kräfte" werden auch eine Distribution und einen Desktop zu einer starken Dominanz verhelfen.
Mit anderen Worten: Es erledigt sich sowieso von selbst.
Wie Du schon sagst: Ubuntu hat die Vorreiterroller in den Köpfen der Leute übernommen. Heute kann man jedem Linux-Einsteiger auf die Frage "Welche Distri soll ich denn benutzen?" mit guten Gewissen antworten: "Nimm Ubuntu!" Das war vor drei Jahren noch nicht so.
Schön wäre es allerdings, wenn die Leute aufhören würden, ihre persönlichen Präferenzen als Notwendigkeit zu präsentieren.
Hier geht es um Linux-Distro und die haben seit je die Gemüter erregt. Eine Argumentation die wir hier hören: "Es wäre besser wenn es wenige Distro gäbe. Wenn möglich nur eine, eben meine!"
Mal die erste Frage, besser für wen?
Und noch, wenn wir über die "Gesetze" reden, liegt es nicht in der Natur der Freie und Open Source Gedanke, die Verschiedenheit begraben? Wenn sie nach den Regeln von MS gekämpft hätten, wären sie längst zerschlagen - gekauft und still gelegt meine ich?
Konkret auf Unix zurück zu kommen. Ist die Wahl nicht ein zentrales Konzept von Unix. "Wenn eine Frage weniger als fünf Antworten hat, ging sie nicht um Unix!"
Spass bei Seite. Wir sollen die Verschiedenheit akzeptieren und zivilisiert mit einander reden. Für mich ist der "Distro-Bash" die Probe.
Visvanath (einer der Vortragenden der 1. Distro-Bash an der ZHAW)
Ich halte die bisherige Diskussion für ausgesprochen zivilisiert.
Leider muß ich deshhalb auch an dieser Stelle Deinem Strohman-Argument widersprechen: Niemand hat hier gesagt: "Es sollte am Besten nur eine Distro geben und zwar meine!"
Aber wenn Du fragst: "Besser für wen?" ist das sicher zulässig. Aber Du solltest Dir diese Frage auch selbst stellen, wenn Du obigen Initiative unterstützt!
Denn leider klammert die obigen Initiative einen Teil der Betroffenen aus -- was ist denn mit den Leuten, die ihre Zeit nicht damit verplempern wollen, zwei verschiedenen Desktop-Umgebungen zu lernen? Was ist mit denen, die sich vor lauter verschiendenen Distributionen überfordert sind, deshalb bei Windows bleiben und damit die Monopolmacht dieser Firma stützen? Was ist mit denen, die darunter leiden, dass diese Vielfalt viele Software-Hersteller abschreckt, Lösungen unter Linux anzubieten, weil sie nicht sicher sind, welche Desktop-Umgebung das Rennen machen wird?
Wer spricht auf Eurer Initiative für diese Leute?
Man sollte sich also fragen: Wer ist hier der Egoist, der sich nur um seine eigenen Bedürfnisse kümmert?
Ist es der, der irgendeine unnötige und irrelevante Distribution oder Desktop-Umgebung vor dem Untergang retten will, weil er zu bequem und zu faul ist, seine Gewohnheiten umzustellen? Oder ist der, der sich für die Leute einsetzt, die etwas Besseres zu tun haben, als Stunden mit dem Lernen von irrelevanten Unterschieden zu verbraten?
Schön wäre es allerdings, wenn die Leute aufhören würden, ihre persönlichen Präferenzen als Notwendigkeit zu präsentieren. Du hast also etwas gegen Marketing. Sag das doch gleich. Dann solltest du aber auch aufhören, mit "Nimm Ubuntu!" zu antworten.
Du hast es immer noch nicht verstanden: Es geht mir um die gedankenlose Befürwortung des pauschalen Urteils, "Vielfalt wäre notwenig". Sie ist es nicht.
Stellst man sich allerdings vor, Mandriva würde nicht existieren, dann fehlt nichts. Weil sie keine besonderes Problem lösen, keinen besonderen Nutzen haben. Weil es heute mehrere Distributionen mit grafischem Installer gibt, hätte es den Pionier nie geben müssen. Ja ne, ist klar.
Konrad Zuse, Isaac Newton, Galileo Galilei, Albert Einstein und Co. hätten auch nie existieren müssen. Heute wissen wir schließlich, dass die Erde keine Scheibe ist, etc.
Wußtest Du schon: In der Evolution haben sich vergleichbare Lösungen mehrfach und unabhängig voneinander entwickelt. Man nennt das konvergente Evolution.
Mit anderen Worten: Nett, dass Mandriva hier die ersten waren, aber grafischen Installer wäre auch ohne sie erfunden worden, weil es eine Nachfrage (eine Art Selektionsfaktor) dafür gab. Das gilt auch für die von Dir genannten Erfinder und Entdecker.
Das gilt auch für die von Dir genannten Erfinder und Entdecker. Warum verlieh man Albert Einstein den Nobelpreis für die Erklärung des photoelektrischen Effektes? Hätte er nicht existiert, wäre doch irgendwann irgendjemand anderes darauf gekommen. Also wäre die Verleihung genauso überflüssig. Protestier doch mal dagegen.
Ich erkläre Kleidung als notwendig, eine einzelne Firma aber als überflüssig. Was ist damit bewiesen? Eigentlich nur, dass er schlecht getrollt hat, und alle Personen, die darauf eingehen, das nicht begreifen.
Von morgenstern am Mo, 15. Oktober 2007 um 10:10 #
>> Stellst man sich allerdings vor, Ubuntu würde nicht existieren, dann fehlt nichts.
Da gebe ich dir recht! Denn, warum das Rad neu erfinden. Es gibt ja Debian. Wozu dann noch ein Fork?
>> ... Bei den Mainstream-Distributionen und bei den Desktops. In solchen Bereichen ist zu viel Vielfalt kontra-produktiv.
Vor allem sind solche "Weg-mit-der-Vielfalt,-es-gibt-ja-Ubuntu"-Jammerer kontraproduktiv. Merkwürdig, dass solche Einheitsgedanken immer aus dem gleichen "Lager" kommen. Seltener hört (liest) man solche auschliessenden, unflexiblen Gedanken von Nutzern anderer Distributionen.
Von Anonymous Vulture am Fr, 12. Oktober 2007 um 20:38 #
> Oder man würde jede Bahnschiene in unterschiedlicher Breite bauen. Auch das wäre sicher für die Allgemeinheit ein Fortschritt: "Oh, wir dürfen mal wieder umsteigen und haben eine halbe Stunden Aufenthalt! Wie entspannend!"
Ganz bestimmt angenehmer und entspannender als wenn die Deutsche Bahn mal wieder mitten in der Fahrt, irgendwo im Nigendwo aus irgendwelchen Gründen ne halbe Stunde Pause einlegt... ;P
Ubuntu ist definitiv überhypet. SuSE ist ein gutes Stück benutzerfreundlicher, vor allem mit der komfortablen Konfiguration in YaST. Oder bin ich nicht objektiv, weil ich Ubuntu in ner Umgebung mit Proxy installieren musste. ICH hab zwar kein Problem damit, Konfigurationsdateien im Texteditor zu editieren, Otto Normalverbraucher hätte daran aber keine Freude...
Ja, weg mit der Vielfalt! Wer braucht denn Mode, unterschiedliche Farben für die Autositze oder gar unterschiedliche Automodelle? Und sind nicht die ein-fältigen Wohnblocks der 60er-Jahre viel produktiver als diese unproduktive Einzelhaus-Architektur? Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, wieviel einfacher es für die armen Friseur-Azubis wäre, gäbe es nur einen Einheits-Haarschnitt. Und überhaupt: das Wetter! Sollte man da nicht etwas unternehmen, dass es jeden Tag überall zur gleichen Zeit regnet oder die Sonne scheint? Man könnte sich doch so viel besser vorbereitet von Hamburg nach München bewegen - aprospos: wieso eigentlich unterschiedliche Namen für Städte in einem Land? Wäre es nicht viel einfacher, wenn man nur DE mit anhängender PLZ hätte?
Du siehst, ich verstehe genau, was Du meinst. Nur Dein letzter Satz ist mir etwas unverständlich: wer oder was ist Ubuntu? Als ich mit Linux anfing, gab es Slackware, Debian, Red Hat und SuSE und ein paar andere, die es heute nicht mehr gibt. Wenn sich also damals die maßgeblichen Leute genau das überlegt hätten, was Du so toll erklärst - dann gäbe es überhaupt kein Ubuntu und kein Mandriva! Denk mal darüber nach.
Jawoll Rufus, vielfalt hat keinen Vorteil alle müssen das gleiche Auto fahren, die gleiche Partei wählen die gleiche Hautfarbe haben und überhaupt warum sind wir nicht einfach geklont das würde doch alle Probleme lösen.
Bischen einfach oder nicht ?
Zudem gibt es Bahnschienen unterschiedlicher Spurweite. Und wenn Du mit Sprüchen kommst wie hätte x nicht existiert hätte jemand etwas vermisst ? Dann stellst Du leider Dein eigenes Leben in Frage, denn die Mehrheit hätte da auch nichts vermisst. Das solltest Du aber jetzt nicht in den falschen Hals bekommen das gilt für alle. Vielfalt bedeutet Evolution und vor allem die Grundlage aller Weiterentwicklungen egal ob biologisch oder technisch. Also die Basis auch unserer Existens.
Jawoll Rufus, vielfalt hat keinen Vorteil alle müssen das gleiche Auto fahren, die gleiche Partei wählen die gleiche Hautfarbe haben und überhaupt warum sind wir nicht einfach geklont das würde doch alle Probleme lösen.
Das hat er nicht gesagt. Ich habe ihn auch zuerst falsch verstanden. Was Rufus meint, ist Folgendes:
Ist es gut, dass es vielfältige Hersteller für Schrauben gibt? Natürlich ist das gut! Ist es gut, dass es jeder Hersteller andere Größen benutzt? Natürlich nicht, es ist viel besser, dass alle Hersteller dieselben Standardgrößen verwenden.
Verschiedene OS? Klar? Verschiedene Linuxe? Nur dort, wo es sinnvoll ist. Das ist es, was Rufus meint.
Vielfalt ist nicht automatisch gut oder schlecht. Manchmal ist sie nützlich, manchmal hinderlich. Die Schwierigkeit besteht darin, den Unterschied zu erkennen, und bisweilen auch darin, ihn zu akzeptieren.
Womit Rufus (2 Desktop-Projekte = eins zuviel) aber nach wie vor nicht rausrückt, ist wie wir den gnome-Entwicklern erklären, dass sie ab heute mit qt entwickeln und dass nicht etwa *weniger* mehr ist, sondern *mehr* oder besser *viel mehr*. Oder achnee, es war andersrum gemeint und wir erklären den KDE-Entwicklern das genaue Gegenteil - das klappt bestimmt...
Er hat ja geschrieben, dass sich, ökonomischen Gestzmäßigkeiten folgend, seiner Meinung nach früher oder später eine Distribution durchsetzen wird und nennt das Beispiel VHS/Betamax. Übrigens auch ein schönes Beispiel dafür, dass sich nicht automatisch die bessere Technik durchsetzt. Ich bin diesbezüglich skeptisch, da sich das Umfeld freier Software nicht vollständig mit dem rein kommerziellen Markt vergleichen lässt, aber es klingt plausibel, dass es eine "Hauptdistro" geben wird, die quasi als Referenz gilt. Wie es derzeit aussieht, wird das Ubuntu sein.
Warum? Vor ein paar Jahren gab es Ubuntu doch noch gar nicht und da haben die meisten gesagt (zumindest hier zu Lande) es ist SuSE. Ich glaube Ubuntu hat nur einen großen Sprung gemacht weil es neu war und was drauf hatte und somit schnell in aller Munde. Aber das verfliegt. Spannender und mehr als die großen alten ist Ubuntu halt auch nicht. Wer weiß wann der nächste Stern am Linux Himmel steht. Das geht vielleicht schneller als man denkt. Gerade Ubuntu hat doch auch erst tausende von Distributionen ins Leben gerufen. Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu ...... und ist das nicht gerade erst dadurch entstanden, das Ubuntu die Auswahl einschränkt (nur Gnome usw.) ? Und auch Ubuntu ist ja schon wieder ein Ableger von Debian. Insofern braucht es wohl noch nicht einmal ein "original" zu sein um populär zu werden. Da können also noch alle kräftig mit mischen. Alleine schon weil es doch super cool ist, das neue XYZ Linux zu haben, wird sich auch Ubuntu nicht als "die Linux Distribution" durchsetzen können.
Warum? Vor ein paar Jahren gab es Ubuntu doch noch gar nicht und da haben die meisten gesagt (zumindest hier zu Lande) es ist SuSE. Ich glaube Ubuntu hat nur einen großen Sprung gemacht weil es neu war und was drauf hatte und somit schnell in aller Munde. Aber das verfliegt. Spannender und mehr als die großen alten ist Ubuntu halt auch nicht. Wer weiß wann der nächste Stern am Linux Himmel steht. Das geht vielleicht schneller als man denkt.
Natürlich, deshalb sage ich doch auch, derzeit ist es Ubuntu. In der Zukunft kann das natürlich wieder ganz anders aussehen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass in diesem Thread ständig alles falsch interpretiert wird.
Wie hat man den Fortran-Entwicklern erklärt, dass der Markt keine Fortran-Software mehr braucht?
Antwort: Garnicht! Ein paar haben neue Sprachen gelernt und der andere Teil kümmert sich um die verbliebenen Fortran-Jobs. In der Summe aber sterben sie langsam aus.
Etwas vergleichbares wird vielleicht auch bei KDE oder GNOME passieren. Es gab mal eine Zeit, da war Enlightment als Desktop der totale Hit! Deren Fans sterben auch aus. Heute interessiert sich nur noch eine Minderheit für E.
'Verschiedene OS? Klar? Verschiedene Linuxe? Nur dort, wo es sinnvoll ist. Das ist es, was Rufus meint.'
das verlagert das Problem auf die Frage was ist sinnvoll und wo ist dieses sinnvoll dann sinnvoll? Außerdem wer legt fest was sinnvoll ist? ein Kompromiss ist dann gut wenn es möglich ist verschiedene Ansätze soweit zu verbinden das von beiden Seiten etwas übrigbleibt. Es gibt aber auch Ansätze die sich nicht vereinbaren lassen ohne das einer komplett aufgegeben wird.
Es gibt eine klare Unterscheidung zwischen Güter mit positiven (oder negativen) externen Effekten und dem Rest, grob gesagt: Je mehr Menschen dieses Gut nutzen, desto nützlicher (oder schädlicher) wird es für den einzelnene sein.
Falls man soetwas über ein Gut sagen kann, desto eher kann man erwarten, dass sich eine geringe Zahl von Anbieter durchsetzt. Beispiele: Eine Art von Verkehrschildern in Städten, eine Art von Steckdosen im Haus, eine Art von Video, und auch eine Entwicklungsplattform für Desktop-Software, sowie einige wenige Mainstream-Distributionen.
Man kann soetwas durch Absprache steuern (Schaffung eines Standards) oder man überlässt es dem Markt. In letzterm Fall kann entweder eine suboptimale Lösung herauskommen (Beispiel: VHS-Betamax, Blu-ray Disc (BD) und HD DVD) oder auch geographisch unterschiedliche Lösungen (Beispiel: Verkehrschilder, Maßeinheiten, Stromdosen, etc.).
erstmal scheint es das du da ein wenig durcheinander wirfst. Zum Beispiel eine Art von Verkehrschildern. Es gibt sehr viele 'Arten' von Verkehrsschildern: Halteverbot, Stop, Vorfahrt, etc. Viele dieser Schilder sind eigentlich austauschbar, bzw. erfüllen nur einen leicht anderen Zweck. Man kann 'problemlos' alle 'Parkverbotsschilder' mit 'Halteverbotsschildern' austauschen ohne das dadurch etwas 'schlimmes' passiert. Mann könnte sogar gedanklich soweit gehen alle Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen komplett weg zu lassen. Immerhin gibt es die Regel rechts vor links. Die Vielfalt der Linux OS's ist also nicht mit der 'Art' der Schilder zu vergleichen. wichtig ist nur das ein Stopschild in Hannover genauso aussieht wie in München. Linux Distributionen stehen eher für die Art welche Schilder einer Sorte verwendet werden und wie viele. Da es sehr viele Städte gibt, ist diese Vielfalt sehr hoch und sinnvoll, weil sie genau für diese Situation geschaffen ist.
'Man kann soetwas durch Absprache steuern (Schaffung eines Standards) oder man überlässt es dem Markt.' Hierfür braucht man erstmal Vielfalt damit diese Absprachen/Marktregelung greifen kann. Außerdem passiert es ja auch. Aus der Luft gegriffen behaupte ich jetzt mal, das von allen Linuxnutzern zum Großteil sich auf sehr wenige Distributionen verteilen. Als Hausnummer schätze ich das der Großteils des Kuchens sich auf drei aufteilt. Wie du siehst ist dieser Prozess längst im Gange und er wird sich weiter fortsetzen. Nur Geduld
Hallo Profis, als Laie kann ich nur sagen - wenn man alle Kommentare gelesen hat weiss man nicht mehr um was es eigentlich anfangs ging. Wem wollt ihr denn was beweisen? Bei der Erfindung des Huhns hat das Ei nun mal eine Rolle gespielt und nicht geistiger Höhenflug von Möchtegerns. Also - Infos jeglicher Art können nützlich oder aber auch überflüssig sein. Trage jeder auf seine Art dazu bei. lG luna50
Der Name ist genau richtig gewählt.
Besonders Unis bieten gute Foren für solche Veranstaltungen ohne Budget und erreichen auch am ehesten offene Ohren.
Das ganze ein wenig reißerisch aufzuziehen ist auch eine gute Idee, dann weiß man gleich, es wird nicht nur trocken und bierernst.
Ja, wirklich eine notwendige Initiative. Die vielen Distributionen machen ja den
speziellen Reiz der Linuxwelt aus. Heute ist es aber so, dass als Alternative fast
nur noch eine *-u wahrgenommen wird. Als in Oesterreich im "Standard" vor ein paar
Tagen die brandneue "Mandriva 2008" vorgestellt wurde, gab es da nur vereinzelte Kommentare.
Die Redaktion kam nicht darum herum, zu sagen, wie sehr das zu Denken gebe.
Vielfalt als solches hat keinen Vorteil. Ansonsten hätte jede Stadt in Deutschland ihre eigenen Variante an Strassenschildern. Sicher, das liefert einen ungeheuren Spaßfaktor: "Oh, wie lustig! Die Zahl der Verkehrsunfälle ist wieder mal gestiegen!"
Oder man würde jede Bahnschiene in unterschiedlicher Breite bauen. Auch das wäre sicher für die Allgemeinheit ein Fortschritt: "Oh, wir dürfen mal wieder umsteigen und haben eine halbe Stunden Aufenthalt! Wie entspannend!"
Natürlich kann jeder machen, was er will -- auch der Organisatoren der obigen Initiative. Aber wenn man sich fragt, ob das sinnvoll ist, muß man ganz klar sagen: Nein, es ist völliger Blödsinn.
Man kann es mal mit einem Gedankenexperiment versuchen: Hätte Mandriva nie existiert, würde die Leute irgendetwas vermissen?
Sicher kommt jetzt irgendein Mandriva-Nutzer aus seiner Ecke und schreit: "Ja, Feature X findet man in keiner andere Distribution!"
Aber wäre das wirklich der Fall, wenn es Mandriva nie gegeben hätte? Oder hätte die Nachfrage nach diesem Feature nicht dazu geführt, dass Ubuntu oder irgendjemand anderes dieses Feature angeboten hätte?
Ich bin der Meinung, letzteres wäre geschehen. Und selbst wenn es nicht geschehen wäre, dann würde man wohl nicht mal wissen, ob man überhaupt etwas vermisst. Darum wäre es auch nicht schade, wenn Mandriva nie existiert hätte.
Je mehr Leute Ubuntu nutzen, desto erfolgreicher wird Linux auf dem Desktop. Davon wiederum profitieren alle Linux-Nutzer (weil es mehr Unterstützung durch unabhängige Software- und Hardware-Hersteller gibt), aber auch die Windows-Nutzer (weil sich Microsoft mehr anstrengen wird um zu bestehen).
Sofern die Initiative also Konkurrenten zu Ubuntu vorstellt -- und nicht irgendwelche Spezial-Lösungen für Router und ähnliche Nischen --, ist es für die Allgemeinheit kontra-produktiv.
Aber ich sehe schon: Du willst von Hamburg nach Berlin mit dem Zug fahren und möchtest währenddessen 20mal umsteigen, weil es ja wichtig wäre, 21 verschiedene Schienenbreiten zu haben!
Du hast sicher auch einen Betamax-Recorder!
Aber was unterscheidet den Mandriva groß von Ubuntu?
Denk mal darüber nach, wer zuerst da war. Mandrakelinux begann als RedHat mit KDE (zu KDE 1.0-Zeiten) und hatte als erste Distribution einen grafischen Installer. So gesehen war Mandrakelinux ein Meilenstein hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit.
Es geht um den Satz, die obigen Initiative wäre notwendig! Das Beispiel Mandriva zeigt, wie falsch der Satz ist. Niemand hatte bisher ein Argument, dass die Notwendigkeit von Mandriva begründen würde. Alles, was Mandriva gegenwärtig bietet, bieten auch andere Distros.
Du hast gesagt, dass Mandriva nie hätte existieren brauchen. Das betrifft nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit. Zumindest damals hatte Mandrakelinux Alleinstellungsmerkmale.
Dass heute andere (jüngere) Distributionen Dinge kopieren, macht eher diese überflüssig als das Original.
Mandriva (Mandrakelinux) gibt es wesentlich länger als Ubuntu. Wenn also von diesen beiden Distributionen eine zur (deiner Meinung nach überflüssigen) Vielfalt beigetragen hat, dann Ubuntu.
Und dann? Stell dir vor, Hiroshima hätte es nicht gegeben. Welche Auswirkungen hätte das gehabt?
Das kann niemand genau sagen.
Bezüglich Deines Einwandes, dann gäbe es keine graphischen Installer, siehe meinen Kommentar weiter unter bezüglich konvergenter Evolution.
Das habe ich nicht behauptet. Es hätte sicherlich irgendwann eine andere Distribution mit grafischem Installer gegeben, aber auch diese wäre deiner Meinung nach heute sicherlich überflüssig.
Denn du kannst so gesehen mit jedem Linux von Hamburg nach Barlin fahren ohne umzusteigen. Es wäre doch so als würde es 21 Bahnstrecken geben die vielleicht etwas unterschiedliche Routen fahren und ein anderes Service Angeboht haben, aber von a nach b fahren Sie alle. Da kann man doch nichts gegen sagen (umwelt Aspekte ausseracht gelassen, aber es ist ja auch nur ein Beispiel).
Und das schöne ist doch auch, das die 21 verschiedenen Züge alle kompatibel zu einander sind.
Hat Zug 1 ne tolle Idee nen neuen Motor mit dem es noch schneller geht, dann können den nach Lust und Laune auch noch Zug 2 und 3 verwenden. Zug 4 möchte aber nicht, denn seine Gäste legen mehr Wehrt auf die schöne aussicht, da fährt man lieber gemächlich duch die Landschaft.
Würde es jetzt nur einen Zug auf einer Schiene geben, dann müssten sich alle Beteiligten immer einig sein. Schneller Zug oder vielleicht lieber schöne Landschaft? Und wollen wir einen Speisewagen oder keinen?
Es ist natürlich nicht so, daß jede Distribution das "KillerFeature" was sie einzigartig und unendbehrlich macht aber es ist doch oft der Mix der es macht. Denn man kann ja alle Möglichen Dinge miteinander Kombinieren wie man es selbst und mit glück auch noch andere Leute für die ideale Kombination halten.
Der Entscheidungsprozess ist doch auch einfach viel schneller, wenn ein paar Leute sich nur einig sein müssen und dann kann es gleich los gehen, als wenn erstmal hunderte von Leuten groß am palavern sind. Gerade so entstehen doch oft ideen und tolle neue Funktionen, weil man was schaffen kann und nicht durch tausend Kompromisse ausgebremmst wird. Gefällt es am Ende, können es andere Distributionen auch einfach wieder übernehmen. Ist doch super.
Viele Distributionen haben doch ausserdem auch nicht unbedingt den Anspruch die ganze Welt zu begeistern, sondern Leute die sich die Mühe gemacht haben, Linux so anzupassen, wie sie es haben wollen, sind einfach so Nett und stellen ihre Arbeit auch anderen zur verfügung, denn wer weiß, vielleicht sind sie ja nicht die einzugen gewesen, die sich Linux so vorgestellt haben. Deshalb muss man ja nicht gleich bei Novell oder RedHat vor der Tür stehen und um Einlass bitten.
Ich selbst hab es auch so gemacht. Ich nutze am liebsten CRUX als Distribution. Die gibts aber nur für i686 , ich wollte meinen 64Bit Rechner aber auch gerne dementsprechend nutzen können, also hab ich kurzerhand eine 64Bit Version von CRUX raus gebracht ( crux86_64 - http://ecarux.de/crux86_64 ). Ich hab auch gefragt ob man bei CRUX interesse hätte, das ganze mit auf zunehemen, aber man wollte nur bei der einen Architektur bleiben. So bin ich ja quasi auch schon zum Distributor geworden, denn ich biete das ganze auch zum Download an, damit sich andere die Arbeit nicht nochmal machen müssen. Und oh wunder, es laden sich auch Leute runter. Also hat es sich doch gelohnt, das ich dem Distributions überschwemmten Linuxmarkt noch eine weitere geschenkt hab. Das super highlight gibt es da aber auch nicht, denn natürlich haben ander Distributionen auch 64Bit versionen und natürlich funktioniert das ganze auch ganz normal wie CRUX auch. Ist also nichts "neues" dabei, nur gab es die Kombination halt einfach vorher noch nicht und genau das ist es doch, was die meisten Distributionen aus macht. Die richtigen Kobinationen so, daß Leute am besten damit arbeiten können und es ihrer vorstellung von dem "richtigen" Linux entspricht.
Falls es irgendeine Nichtigkeit war, dann bestätigt sich im Grunden meine Meinung: Da führt die mangelnde Qualität einiger unwichtigen Distributionen zu noch mehr unwichtigen Distributionen, die (wahrscheinlich) ebenfalls mangehaft sind.
Denn zum Beispiel bedeutet das Runterladen als solches nicht, dass Leute es tatsächlich nutzen: vielleicht haben sie es auch nur getestet und damit im Grunde ihre Zeit verschwendet?
Unabhängig davon: Wenn's Dir Spaß macht, Dir die Zeit damit zu vertreiben, wünsche ich Dir weiterhin viel Spaß. Jeder sollte ein Hobby haben.
Vielleicht ist das für dich eine Nichtigkeit, weil du auf solche Dinge keinen Wehrt legst, für mich ist es zum Beispiel aber wichtig und dann sieht man doch schnell wieder, das es Sinn macht mehrere Distributionen zu haben.
Es ist mir doch vollkommen egal ob auch leute das ganze nutzen oder nicht (wobei ich es aber sogar auch von einigen weiß). Aber wenn man sich die Mühe macht, dann kann es doch auch anderen Leuten anbieten. Dadurch entsteht doch kein Schaden. Selbst wenn sich nur einer findet, der es auch gebrauchen kann, dann hat man dem Menschen damit einen Gefallen getan. Wo ist also das Problem?
Zu Deiner Frage: Wieviele Distributionen letztlich existieren, ist mir völlig gleichgültig. Ob Deine dazu zählt oder nicht, ob Mandriva dazu zählt oder nicht, ist egal.
Aber die Auffassung, Vielfalt wäre notwendig oder auch nur sinnvoll, ist leider nicht egal.
Denn Vielfalt hat auch negative Effekte: Verwirrung bei potentiellen Nutzern von Linux, Ungewißheit bei möglichen Investoren, daraus resultierend mangelndes Angebot an möglichen Lösungen, daraus folgend geringene Wettbewerbsfähigkeit, und damit geringerer Wettbewerb.
Das ist so ähnlich wie mit der Umweltverschmutzung: Solange nur einige wenige ihre leeren Cola-Dosen in die Botanik schmeißen würden, wäre es kein großer Beinbruch. Aber wenn's jeder macht, wird es zu einem Problem.
Eins von Linux' derzeitigen Problemen ist das Vorurteil, jegliche Vielfalt wäre sinnvoll oder nützlich oder notwendig. Das ist das Problem.
Das stimmt so pauschal doch nicht. Vielfalt schafft Wahlmöglichkeiten. Dadurch entsteht Wettbewerb und Konkurrenzkampf, was wiederum zu mehr Innovation und Qualität führt. Das erklärst Du am Ende Deines Postings doch selbst! Natürlich bringt Vielfalt auch Nachteile, ich weiß schon, was Du meinst, aber Deine Darstellung ist so einfach zu verkürzt.
Ansonsten hätte jede Stadt in Deutschland ihre eigenen Variante an Strassenschildern.
Das wäre Unsinn, deshalb hat man ja auch allgemeingültige Standards geschaffen. Welche Straßen allerdings wo und wie gebaut und gewartet werden, entscheiden die Kommunen selbst. Dabei entstehen völlig unterschiedliche Lösungen - Vielfalt schafft Gestaltungsspielraum. Die Frage muss also nicht lauten, ob, sondern wo Vielfalt gewünscht ist, aber vielleicht meinst Du das ja auch.
Hätte Mandriva nie existiert, würde die Leute irgendetwas vermissen?
Das ist doch kein Argument, man kann das doch über alles und jeden sagen!
Sofern die Initiative also Konkurrenten zu Ubuntu vorstellt [...], ist es für die Allgemeinheit kontra-produktiv.
Tut mir leid, aber das ist lächerlich. Dort wo es sinnvoll ist, müssen gemeinsame Standards her. Darüber muss im einzelnen natürlich diskutiert werden, aber grundsätzlich gilt: Es lebe die Vielfalt!
Aber wie Du selbst schon herausgefunden hast, plädiere ich nicht für eine allgemeine Vereinheitlichung von allem, sondern für eine Unterscheidung ja nach Sachlage.
Ein paar Beispiele: Wäre eine Vielfalt von verschiedenene Plugins für Firefox sinnvoll? Auf jeden Fall! Brauchen wir 50 Browser, die sich in Funktionalität und Usability unterscheiden? Klar, immer her damit! Brauchen wir 50 Browser, die sich nur in der Programmiersprache und im Toolkit unterscheiden? Wohl eher nicht. Brauchen wir zwei Desktop-Plattformen? Wohl kaum. Brauchen wir 30 Distributionen, die sich alle an die breite Mehrheit richten? Nein, definitiv nicht.
Im übrigen kann man sich nicht alles einfach wegdenken. Meist fällt den Menschen nämlich auf, dass dann etwas Wichtiges fehlt. Denkt Dir Kleidung weg. Dann stellst Du fest: Du frierst. Du hast ein Problem! Du brauchst eine Lösung! Siehe da: Kleidung ist wichtig!
Stellst man sich allerdings vor, Mandriva würde nicht existieren, dann fehlt nichts. Weil sie keine besonderes Problem lösen, keinen besonderen Nutzen haben.
Es ist symtomatisch für Linux-Nutzer, dass sie verzweifelt die Vielfalt dort zu verteidigen suchen, wo man Vielfalt nicht braucht: Bei den Mainstream-Distributionen und bei den Desktops. In solchen Bereichen ist zu viel Vielfalt kontra-produktiv.
Ja.
> Brauchen wir 50 Browser, die sich in Funktionalität und Usability unterscheiden? Klar, immer her damit!
Ja.
> Brauchen wir 50 Browser, die sich nur in der Programmiersprache und im Toolkit unterscheiden? Wohl eher nicht.
Warum nicht?
> Brauchen wir zwei Desktop-Plattformen? Wohl kaum.
Na aber sicher brauchen wir die, die decken schließlich unterschiedliche Einsatzbereiche ab.
> Brauchen wir 30 Distributionen, die sich alle an die breite Mehrheit richten? Nein, definitiv nicht.
Ob 30 mag diskutabel sein, aber im Kampf der Ideen und Konzepte um die Gunst der User ist eben immer mal die eine oder andere Perle dabei. Oder lass es eine Distribution sein, die ihren Fokus auf so scheinbar "alberne" Dinge legt wie die durchgängige Verwendung eines bestimmten/neueren Compilers (portablerer Code), kleinerer Systembibliotheken (Portabilität, Unterstützung älterer Plattformen) oder anderer Dinge legen, es kommt immer etwas dabei rum, was auch den Anwendern der anderen Distributionen zum Vorteil gereichen kann.
Wichtigstes Instrumentarium in diesem Wirrwarr der Innovation sind die Standards. Standards in Protokollen, Dateiformaten, Bibliotheken und Systemspezifikationen. Zum Beispiel Deine Frage zu den Desktops: Im Rahmen der Weiterentwicklung von Gnome und KDE sind Projekte wie freedesktop.org entstanden und bewirken etwas ganz entscheidendes: Zusammenführung von Konzepten und Code. Was früher Gnome über CORBA und KDE über DCOP lösten, Interprozesskommunikation, läuft heute über eine Schnittstelle, eine Bibliothek mit Bindings für die wichtigsten Sprachen - dbus. Wo früher jede Distribution eine Umstellung bedeutete, gibt es heute einen gemeinsamen Basisstandard, der mit Riesenschritten vorankommt - LSB.
lg
Erik
Wenn Du von Häusern oder ähnlichem materiallen Dingen sprechen würdest, würde ich Deinen Einwand als gültiges Argument sehen. Bei Software aber verhält es sich anders.
Ein Beispiel: Früher sagten KDE-Fans, GNOME wäre "grau" und KDE wäre "bunt" und sie würden "bunt" bevorzugen. GNOME-Fans sagten fast das gleiche, nur dass sie "grau" bevorzugten.
Klingt auf den ersten Blick logisch. Aber ich halte das für Blödsinn: GNOME war nur deshalb "grau", weil niemand bunte GNOME-Icons gemacht hat. Warum nicht? Weil die Designer mit einer Vorliebe für "bunte" Icons natürlich einen "bunten" Desktop wollten und deshalb KDE genutzt haben.
Die Konsequenz war: Unter KDE haben also die bunten Icons-Sets zugenommen, während unter GNOME die grauen Icon-Setz zugenommen haben.
Hätte allerdings KDE (oder GNOME) nie existiert, dann hätten die Designer mit einer Präferenz für bunte Icons auch bunte Icons für GNOME geschaffen und damit wäre GNOME auch "bunt" gewesen (bzw. alternativ hätte KDE auch grau sein können).
Mit anderen Worten: Die angeblich unterschiedlichen Einsatzbereiche sind nichts weiter als sich selbst erfüllende Prophezeiungen.
Gelitten haben darunter aber all diejenigen, die sich so etwas wie ein "buntes GNOME" oder ein "graues KDE" gewünscht hätten.
Nun argumentierst Du sicher: "Ja, das hat aber zu diesem tollen Freedesktop-Standard geführt!" Das ist richtig, aber dieser Standard löst im Grunde nur ein Problem, das wir ohne zwei Desktops nicht gehabt hätten.
Wen man es nüchtern sieht, gibt es nichts unter KDE, dass man nicht auch auf der GNOME-Plattform hätte anbieten könnte: Amarok zum Beispiel braucht KDE und QT nicht. Den hätte man genauso gut unter GTK+ oder GTKmm bauen können. Es gibt unter GNOME schon 10 oder 20 Audio-Player, da wäre es um einen zusätzlichen nicht schade gewesen.
Man sieht also: Anwednungen, die sich nur in Programmiersprache oder Toolkit unterscheiden, sind unnötig, weil es für den Nutzer keine Unterschiede macht, sofern alle ähnlich aussehen und ähnliche Usability-Richtlinien befolgen.
Ähnliches gilt auch für Mainstream-Distribution: 98% Prozent aller Nutzer interessiert nicht, welche Compiler-Version irgendeine Distri benutzt. Niemand hat etwas dagegen, wenn die restlichen 2% ihren Spaß mit anderen Distris haben wollen, sobald erstmal ein Standard existiert, auf den sich die übrigen 98% verlassen können. Daran fehlt es aber gegenwärtig.
Nur blöd, dass KDE schon vor GNOME existierte.
Chance gehabt, Chance vertan. Selbst schuld.
Es könnte einem als Anwender vielleicht egal sein, ob man jetzt hinter KDE den QT(oolkit) hat oder bei Gnome halt GTK, aber was nicht egal ist, ist der Desktop als solches.
KDE sieht doch nicht nu anders aus als Gnome sondern fühlt sich doch auch ganz anders an.
Rein Optisch ist mir zB. das schlichte Gnome-Design viel lieber, aber arbeiten kann ich viel besser mit KDE.
Es ist doch also eher ein Argument für die Abwechslung und sogar für noch mehr Abwechslung.
So das sich zB. Gnome-Look mit KDE-Feel verbinden lässt und umgekehrt.
An stadt also aus allen Desktops nur einen zu machen, sollte man doch lieber viele haben, deren Eigenschaften (Aussehen, Bedienung, enthaltene Programme) man untereinader auch noch Kombinieren kann.
Ausserdem, manchmal weiß man doch gar nicht, was man vermisst, bevor man es überhaubt erst kennengelernt hat.
Nach deiner Arbumentation wären ausserdem auch alle Betriebsysteme überflüssig.
Warum nicht gleichein SuperNorm-Betriebsystem für alle?
Übrigens hat Deine Argumentation eien Fehler: Gerade der Standard-Desktop bietet die endlose Erfüllung von Wünschen: Dort kann man beispielsweise eine GNOME-ähnlich Basiskonfiguration mit einen KDE-ähnlichen Windowmanager und Konquerer-ähnlichen Filemanager mixen ohne in zwei verschiedenen Theme-Managern herumwurschteln zu müssen. Das ist jetzt nicht möglich.
Nur weil eine Standard-Dekstop existiert, braucht man ja noch lange nicht jeden einzelnene Bestandteil nutzen. Im Gegenteil: Man kann diese viel eher auswechseln, weil sich die Ergänzungen an genau diesem und nur diesem Standard orientieren würden.
Was würdest Du denn von einem Betriebsystem halten, dass Dich zwingt, Teil A gegen Teil B zu tauschen, nur weil Du Teil C haben willst?
> nunmal Microsoft zu totalen Dominanz verholfen, genauso wie es dem Internet zu totaler Dominanz
> verholfen hat (zum Leidwesen von AOL). Die gleichen ökonomischen "Kräfte" werden auch Linux zur
> Dominanz unter den UNIXoiden Betriebsystemen verhelfen, glaube ich.
Aber warum den überhaupt Linux?
ISt doch eigentlich Überflüssig.
Es nutzen doch eh schon so viele Leute Windows, also schein Windows doch wohl das bessere Betriebsystem zu sein. Also machen wir doch den Laden Dicht und jeder der wirklich was leistet der kann ja bei Microsoft anfangen.
Diese ganzen verschiedenen Betriebsysteme, das ist doch alles Überflüssig und Verschwendung.
Warum sind also verschiedene Betriebsysteme ok, aber verschiedene Linux Distributionen nicht?
Warum sollen sich alle an die großen Distributionen hängen (deiner Vorliebe nach wohl Ubuntu) und nicht kleine und neue benutzen?
Weil die großen es drauf haben oder die ideale Lösung sind?
Wohl kaum ,denn dann könnte man ja wie gesagt auch wirklich alle anderen Betriebsystem platt machen und alle benutzen nur noch Windows. Benutzen ja alle, muss ja gut sein.
Ich sag nur "Millionen Fliegen fressen Sch.... "
> Übrigens hat Deine Argumentation eien Fehler: Gerade der Standard-Desktop bietet die endlose
> Erfüllung von Wünschen: Dort kann man beispielsweise eine GNOME-ähnlich Basiskonfiguration mit einen
> KDE-ähnlichen Windowmanager und Konquerer-ähnlichen Filemanager mixen ohne in zwei verschiedenen
> Theme-Managern herumwurschteln zu müssen. Das ist jetzt nicht möglich.
Dann würdest du damit doch das angebliche Problem nur verschieben.
Wenn der Standard-Desktop alles kann und macht und hast du nicht gesehen, dann wird es doch sozusagen zu 1000 varianten innerhalb dieses Desktop füren, weil sich dort doch auch niemand einig würde.
Also macht man keine eigene Distribution oder Desktop weil man sich linux anders vorstellt, sondern dann einen Sammelsurium von Einstellungen und Möglichkeiten in dem Einheits-Linux und dem Standart-Desktop damit sich alle wohl fühlen.
Das macht das ganze natürlich viel Einfacher .......
XFce könnte man auch als Abweichung zu GNOME interpretieren, aber sie ist nicht schädlich, denn a) etabliert sie keine unterschideliche Entwicklungsplattform und b) interessieren sich dafür eh' nur eine Minderheit dafür.
Nichts anderes würde bei einem Standard-Desktop passieren.
Ich glaube nicht, dass man die Motivationen und Ziele von Gnome und KDE auf die Farbe der Icons oder ähnliche zu vernachlässigende Argumente herunterkürzen kann. Es stecken verschiedene Toolkits dahinter, andere Verständnisse von Releasezyklen und Lieferumfang, eine andere Gewichtung von Features und einfacher Bedienbarkeit der Oberfläche, teilweise sogar völlig andere Bedienkonzepte.
> aber dieser Standard löst im Grunde nur ein Problem, das wir ohne zwei Desktops nicht gehabt hätten
Natürlich, aber wo ist da der Widerspruch? Standards sind essentiell im "Konkurrenzkampf" der Anwendungen/Systeme/DEs. Ohne Gnome und KDE kein Freedesktop, ohne OpenOffice.org und MS Office kein OpenDocument...
> weil es für den Nutzer keine Unterschiede macht
Oh aber sicher. Die Programmiersprache und das Toolkit sind ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung und wirken sich als solche direkt auf das Ergebnis aus.
> sofern alle ähnlich aussehen und ähnliche Usability-Richtlinien befolgen
... sich ähnlich schnell weiterentwickeln, ähnlich leicht erweiterbar sind, ...
> 98% Prozent aller Nutzer interessiert nicht, welche Compiler-Version irgendeine Distri benutzt
Aber 98% aller Nutzer finden eine saubere Lokalisierung gut. Einigen ist die Verwendung ausschließlich freier Komponenten wichtig, andere brauchen kompletten Support aller Hardware, ... Jede der Mainstreamdistributionen hat bestimmte charakteristische Merkmale, die die Anwender zu schätzen wissen.
> sobald erstmal ein Standard existiert, auf den sich die übrigen 98% verlassen können
Gibt es doch: LSB. Es nutzen nur die wenigsten bislang. Vielleicht fehlt noch etwas, vielleicht aber ist die dringende Notwendigkeit eines Standards (noch) nicht gegeben?
lg
Erik
Alle von Dir genannten Unterschiede lassen sich auf den Mangel an Kommunkationbereitschaft zurückführen, ebenso wie da von mir gemachte Beispiel über Icon-Farben. Glaubsst Du denn, alle KDE-Entwickler wünschen sich einheitlich genauso ein KDE, wie es derzeit existiert? Oder sind sie sich auch hier und da uneins, streiten sich und schliessen Kompromisse? Und glaubst Du, den GNOME-Entwickler würde das anders gehen?
Wenn also KDE und GNOME selbst Ergebnis von Kompromissen sind, warum könnte nicht auch eine Standard-Desktop-Entwicklungsumgebung das Ergebnise eines Kompromisses sein? Und wäre eine solche Standard-Desktopumgebung nicht deutlich leistungsfähiger und nützlicher, als zwei oder mehr davon?
Dann könnte der Nutzer beispielsweise eine Art GNOME nutzen, wobei er dort Metacity durch einen KDE-ähnlichen Windowsmanager ersetzten könnte und dass trotzdem einheitlich bunt ist. (Achtung! Auch hier wieder nur ein Beispiel!)
Andersherum betrachtet: Warum bei GNOME oder KDE mitarbeiten, wenn doch jeder am besten seine eigene Desktop-Entwicklungsumgebung schaffen sollte: Wenn Vielfalt denn notwendig ist -- was ja die von mir kritisierte Ausgangsthese ist -- warum empfehlen wir dann nicht jedem, seinen eigenen Desktop durchzuziehen?
Dazu eine Gegenfrage: Ist es besser, einen Browser zu haben, oder sind mehrere besser? Dass sich Konkurrenz positiv auf die Produktqualität auswirkt, hat doch gerade der Browser-Markt eindrucksvoll belegt. Alle, auch die IE-User haben ganz konkret von der Vielfalt profitiert. Und wenn jetzt Leute einen Firefox-Fork ins Leben rufen, wo ist dann das Problem? Der Fork hätte nur durch Innovation eine Chance, was wiederum auch in den Firefox zurückfließen würde. Jeder nutzt, was er will. Das ist nicht nur Vielfalt, sondern Freiheit. Einen "verordneten" freien Browser für alle würden viele ablehnen - das ist keine echte Freiheit.
Im übrigen kann man sich nicht alles einfach wegdenken. Meist fällt den Menschen nämlich auf, dass dann etwas Wichtiges fehlt. Denkt Dir Kleidung weg. Dann stellst Du fest: Du frierst. Du hast ein Problem! Du brauchst eine Lösung! Siehe da: Kleidung ist wichtig!
Jetzt drehst Du aber Deine eigene Worte zurecht. Du hattest nicht gesagt, man soll sich Mandriva wegdenken, sondern man solle sich vorstellen, es hätte nie exisiert. Hätte Kleidung nie exisitert, würden die Menschen sie auch nicht vermissen, denn sie wären evolutionär angepasst und bestimmte Regionen wären wohl unbesiedelt.
Es ist symtomatisch für Linux-Nutzer, dass sie verzweifelt die Vielfalt dort zu verteidigen suchen, wo man Vielfalt nicht braucht: Bei den Mainstream-Distributionen und bei den Desktops. In solchen Bereichen ist zu viel Vielfalt kontra-produktiv.
Es ist aber auch symptomatisch, dass Leute, die die Linuxwelt verändern wollen, stets von sich auf andere schließen. Wer sagt denn, was gebraucht wird und was nicht? Ist Deine Meinung mehr wert, als die des glücklichen Mandriva-Users, dem Du sein OS "wegnehmen" willst?
Natürlich stimmt es, wenn Du sagst: Wenn es nur Distribution X mit Desktop Y und Browser Z gibt, macht das viele Dinge einfacher und produktiver, vor allem unter kommerziellen Aspekten und hinsichtlich der Verbreitung. Abgesehen davon, dass so ein Vorhaben in der Realität ohnehin kaum durchstzbar wäre, frage ich mich allerdings wirklich, ob die Linuxwelt dadurch nicht mehr verlieren als gewinnen würde.
Deine Überschrift "Kultur der Verschiedenheit" trifft es ganz gut. Viele Linuxer sehen Vielfalt als Vorteil, andere, wie Du, als Nachteil.
Insofern ist die Diskussion hier gut aufgehoben, weil die obige Nachricht von Leuten handelt, denen die Einsicht fehlt und sie aus Wohlwollen heraus das Falsche machen. Wir sollten froh sein, dass die Vielfalt der Distributionen zurückgeht!
Danke übrigens für den Hinweis auf meine sprachlichen Lapsus! Aber trotzdem bleibe ich dabei: Hätte Kleidung nie existiert, würdest Menschen manchmal frieren -- Evolution hin oder her -- und sie hättest den Wunsch nach einer Lösung für dieses Problems. Das können viele Mainstream-Distributionen nicht von sich behaupten -- ein besonderes Problem für ihre Nutzer zu lösen.
Der Reflex, von sich auf andere zu schließen, ist übrigens symptomatisch für alle Menschen, so scheint es. Man findet ihn auch unter Leute, die Linux eben nicht verändern wollen: "Oh, wir haben schon alles immer mit der Kommandozeile gemacht! Das ist sooooo vorteilhaft! Das wollen alle anderen bestimmt auch! Nur das böse Microsoft-Marketing hat alle Menschen von der Nutzung von Mäusen und GUIs überzeugt!"
Schließe ich von mir auf andere?
Nein, ich glaube nicht. Kommen wir dazu auf das von Dir gelieferte Firefox-Beispiel zurück: Vor Firefox gab es noch eine Reihe anderer kleiner, schneller Browser, die das Monster Netscape ablösen wollten: Zum Beispiel Konquerer unter KDE, Galeon und Epiphany unter GNOME, und KMeleon unter Windows, und vielleicht noch ein paar andere, die ich jetzt vergesse.
Hat einer von ihnen es auch nur geschafft, den Marktanteil vom IE anzukratzen? Nein, keine Stück.
Man sieht also, wie eine Fragmentierung aufgrund von unnützen Eigenschaften (etwa: Toolkit, Programmiersprache) den eigenen Erfolg behindern kann -- zum Leidwesen auch der IE Nutzer, wie Du selbst betont hast!
Das Beispiel zeigt: Man kann objektiv Bereiche identifizieren, in denen zu hohe Vielfalt schädlich ist. Das hat nichts mit subjektiven Wünschen zu tun.
Und habe ich nicht gesagt, dass nichts gegen Browser spricht, sofern sie sich in Funktionalität und Usability unterscheiden? Also, in für den Nutzer wichtigen Eigenschaften?
Übrigens: Höre doch bitte auf, mir zu unterstellen, ich sehe "Vielfalt" global als Nachteil. Das ist platt. Du scheinst nicht dumm zu sein, als dass Du solche platten Verwürfe nötig hättest. Danke.
Gut, ich glaube verstanden zu haben, was Du meinst und eigentlich sind unsere Meinungen auch gar nicht so furchtbar weit auseinander. Vielleicht siehst Du eher die Nachteile und ich eher die Vorteile des momentanen Zustandes. Das hängt natürlich auch davon ab, ob man die Linuxwelt isoliert für sich betrachtet, oder im globalen Gesamtvergleich, wie Du es hier tust.
Wenn man Deinen Ansatz mal weiter denkt, bleibt jedoch die Frage nach der Umsetzbarkeit. Du weißt ja, wie uneinig und irrational Linuxer sein können, wenn es um "ihre" Software geht. Ich kann ehrlich gesagt nicht erkennen, wie das funktionieren soll. Hast Du dazu eine Vorstellung? Andererseits frage mich: Läuft dieser Prozess nicht längst? In meiner persönliche Wahrnehmung hat Ubuntu die Rolle der Mainstream-Distro schon längst übernommen. Der bemerkenswerte Anstieg der medialen Präsenz von Linux in jüngster Zeit bezieht sich ausschließlich auf Ubuntu.
Ein Hype um *-u vernebelt den Blick auf die neuen Leistungen der andern Distributionen.
Mit anderen Worten: Es erledigt sich sowieso von selbst.
Wie Du schon sagst: Ubuntu hat die Vorreiterroller in den Köpfen der Leute übernommen. Heute kann man jedem Linux-Einsteiger auf die Frage "Welche Distri soll ich denn benutzen?" mit guten Gewissen antworten: "Nimm Ubuntu!" Das war vor drei Jahren noch nicht so.
Schön wäre es allerdings, wenn die Leute aufhören würden, ihre persönlichen Präferenzen als Notwendigkeit zu präsentieren.
Mal die erste Frage, besser für wen?
Und noch, wenn wir über die "Gesetze" reden, liegt es nicht in der Natur der Freie und Open Source Gedanke, die Verschiedenheit begraben? Wenn sie nach den Regeln von MS gekämpft hätten, wären sie längst zerschlagen - gekauft und still gelegt meine ich?
Konkret auf Unix zurück zu kommen. Ist die Wahl nicht ein zentrales Konzept von Unix. "Wenn eine Frage weniger als fünf Antworten hat, ging sie nicht um Unix!"
Spass bei Seite. Wir sollen die Verschiedenheit akzeptieren und zivilisiert mit einander reden. Für mich ist der "Distro-Bash" die Probe.
Visvanath (einer der Vortragenden der 1. Distro-Bash an der ZHAW)
Leider muß ich deshhalb auch an dieser Stelle Deinem Strohman-Argument widersprechen: Niemand hat hier gesagt: "Es sollte am Besten nur eine Distro geben und zwar meine!"
Aber wenn Du fragst: "Besser für wen?" ist das sicher zulässig. Aber Du solltest Dir diese Frage auch selbst stellen, wenn Du obigen Initiative unterstützt!
Denn leider klammert die obigen Initiative einen Teil der Betroffenen aus -- was ist denn mit den Leuten, die ihre Zeit nicht damit verplempern wollen, zwei verschiedenen Desktop-Umgebungen zu lernen? Was ist mit denen, die sich vor lauter verschiendenen Distributionen überfordert sind, deshalb bei Windows bleiben und damit die Monopolmacht dieser Firma stützen? Was ist mit denen, die darunter leiden, dass diese Vielfalt viele Software-Hersteller abschreckt, Lösungen unter Linux anzubieten, weil sie nicht sicher sind, welche Desktop-Umgebung das Rennen machen wird?
Wer spricht auf Eurer Initiative für diese Leute?
Man sollte sich also fragen: Wer ist hier der Egoist, der sich nur um seine eigenen Bedürfnisse kümmert?
Ist es der, der irgendeine unnötige und irrelevante Distribution oder Desktop-Umgebung vor dem Untergang retten will, weil er zu bequem und zu faul ist, seine Gewohnheiten umzustellen? Oder ist der, der sich für die Leute einsetzt, die etwas Besseres zu tun haben, als Stunden mit dem Lernen von irrelevanten Unterschieden zu verbraten?
Du hast also etwas gegen Marketing. Sag das doch gleich. Dann solltest du aber auch aufhören, mit "Nimm Ubuntu!" zu antworten.
Weil es heute mehrere Distributionen mit grafischem Installer gibt, hätte es den Pionier nie geben müssen. Ja ne, ist klar.
Konrad Zuse, Isaac Newton, Galileo Galilei, Albert Einstein und Co. hätten auch nie existieren müssen. Heute wissen wir schließlich, dass die Erde keine Scheibe ist, etc.
Mit anderen Worten: Nett, dass Mandriva hier die ersten waren, aber grafischen Installer wäre auch ohne sie erfunden worden, weil es eine Nachfrage (eine Art Selektionsfaktor) dafür gab. Das gilt auch für die von Dir genannten Erfinder und Entdecker.
Warum verlieh man Albert Einstein den Nobelpreis für die Erklärung des photoelektrischen Effektes? Hätte er nicht existiert, wäre doch irgendwann irgendjemand anderes darauf gekommen. Also wäre die Verleihung genauso überflüssig. Protestier doch mal dagegen.
Eher müsstest du wohl Mandriva mit einer Firma vergleichen, die Kleidung produziert, zum Beispiel Levi's Jeans gegen Mandriva Linux.
Der Vergleich hinkt einfach nur, zumal Kleidung wohl so ein riesiger Bereich ist, dass du wohl auf Computer im Ganzen zurückgreifen müsstest.
So ist das einfach nur lächerlich.
Ich erkläre Kleidung als notwendig, eine einzelne Firma aber als überflüssig. Was ist damit bewiesen? Eigentlich nur, dass er schlecht getrollt hat, und alle Personen, die darauf eingehen, das nicht begreifen.
Da gebe ich dir recht! Denn, warum das Rad neu erfinden. Es gibt ja Debian. Wozu dann noch ein Fork?
>> ... Bei den Mainstream-Distributionen und bei den Desktops. In solchen Bereichen ist zu viel Vielfalt kontra-produktiv.
Vor allem sind solche "Weg-mit-der-Vielfalt,-es-gibt-ja-Ubuntu"-Jammerer kontraproduktiv. Merkwürdig, dass solche Einheitsgedanken immer aus dem gleichen "Lager" kommen. Seltener hört (liest) man solche auschliessenden, unflexiblen Gedanken von Nutzern anderer Distributionen.
Ganz bestimmt angenehmer und entspannender als wenn die Deutsche Bahn mal wieder mitten in der Fahrt, irgendwo im Nigendwo aus irgendwelchen Gründen ne halbe Stunde Pause einlegt... ;P
Ubuntu ist definitiv überhypet. SuSE ist ein gutes Stück benutzerfreundlicher, vor allem mit der komfortablen Konfiguration in YaST. Oder bin ich nicht objektiv, weil ich Ubuntu in ner Umgebung mit Proxy installieren musste. ICH hab zwar kein Problem damit, Konfigurationsdateien im Texteditor zu editieren, Otto Normalverbraucher hätte daran aber keine Freude...
Du siehst, ich verstehe genau, was Du meinst. Nur Dein letzter Satz ist mir etwas unverständlich: wer oder was ist Ubuntu? Als ich mit Linux anfing, gab es Slackware, Debian, Red Hat und SuSE und ein paar andere, die es heute nicht mehr gibt. Wenn sich also damals die maßgeblichen Leute genau das überlegt hätten, was Du so toll erklärst - dann gäbe es überhaupt kein Ubuntu und kein Mandriva! Denk mal darüber nach.
Es lebe die Vielfalt!
Bischen einfach oder nicht ?
Zudem gibt es Bahnschienen unterschiedlicher Spurweite.
Und wenn Du mit Sprüchen kommst wie hätte x nicht existiert hätte jemand etwas vermisst ?
Dann stellst Du leider Dein eigenes Leben in Frage, denn die Mehrheit hätte da auch nichts vermisst.
Das solltest Du aber jetzt nicht in den falschen Hals bekommen das gilt für alle.
Vielfalt bedeutet Evolution und vor allem die Grundlage aller Weiterentwicklungen egal ob biologisch oder technisch. Also die Basis auch unserer Existens.
Das hat er nicht gesagt. Ich habe ihn auch zuerst falsch verstanden. Was Rufus meint, ist Folgendes:
Ist es gut, dass es vielfältige Hersteller für Schrauben gibt? Natürlich ist das gut! Ist es gut, dass es jeder Hersteller andere Größen benutzt? Natürlich nicht, es ist viel besser, dass alle Hersteller dieselben Standardgrößen verwenden.
Verschiedene OS? Klar? Verschiedene Linuxe? Nur dort, wo es sinnvoll ist. Das ist es, was Rufus meint.
Vielfalt ist nicht automatisch gut oder schlecht. Manchmal ist sie nützlich, manchmal hinderlich. Die Schwierigkeit besteht darin, den Unterschied zu erkennen, und bisweilen auch darin, ihn zu akzeptieren.
Oder achnee, es war andersrum gemeint und wir erklären den KDE-Entwicklern das genaue Gegenteil - das klappt bestimmt...
Warum? Vor ein paar Jahren gab es Ubuntu doch noch gar nicht und da haben die meisten gesagt (zumindest hier zu Lande) es ist SuSE. Ich glaube Ubuntu hat nur einen großen Sprung gemacht weil es neu war und was drauf hatte und somit schnell in aller Munde. Aber das verfliegt. Spannender und mehr als die großen alten ist Ubuntu halt auch nicht. Wer weiß wann der nächste Stern am Linux Himmel steht. Das geht vielleicht schneller als man denkt.
Gerade Ubuntu hat doch auch erst tausende von Distributionen ins Leben gerufen. Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu ...... und ist das nicht gerade erst dadurch entstanden, das Ubuntu die Auswahl einschränkt (nur Gnome usw.) ?
Und auch Ubuntu ist ja schon wieder ein Ableger von Debian. Insofern braucht es wohl noch nicht einmal ein "original" zu sein um populär zu werden. Da können also noch alle kräftig mit mischen. Alleine schon weil es doch super cool ist, das neue XYZ Linux zu haben, wird sich auch Ubuntu nicht als "die Linux Distribution" durchsetzen können.
Natürlich, deshalb sage ich doch auch, derzeit ist es Ubuntu. In der Zukunft kann das natürlich wieder ganz anders aussehen.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass in diesem Thread ständig alles falsch interpretiert wird.
Antwort: Garnicht! Ein paar haben neue Sprachen gelernt und der andere Teil kümmert sich um die verbliebenen Fortran-Jobs. In der Summe aber sterben sie langsam aus.
Etwas vergleichbares wird vielleicht auch bei KDE oder GNOME passieren. Es gab mal eine Zeit, da war Enlightment als Desktop der totale Hit! Deren Fans sterben auch aus. Heute interessiert sich nur noch eine Minderheit für E.
'Verschiedene OS? Klar? Verschiedene Linuxe? Nur dort, wo es sinnvoll ist. Das ist es, was Rufus meint.'
das verlagert das Problem auf die Frage was ist sinnvoll und wo ist dieses sinnvoll dann sinnvoll?
Außerdem wer legt fest was sinnvoll ist?
ein Kompromiss ist dann gut wenn es möglich ist verschiedene Ansätze soweit zu verbinden das von beiden Seiten etwas übrigbleibt. Es gibt aber auch Ansätze die sich nicht vereinbaren lassen ohne das einer komplett aufgegeben wird.
Grüße
micha
Es gibt eine klare Unterscheidung zwischen Güter mit positiven (oder negativen) externen Effekten und dem Rest, grob gesagt: Je mehr Menschen dieses Gut nutzen, desto nützlicher (oder schädlicher) wird es für den einzelnene sein.
Falls man soetwas über ein Gut sagen kann, desto eher kann man erwarten, dass sich eine geringe Zahl von Anbieter durchsetzt. Beispiele: Eine Art von Verkehrschildern in Städten, eine Art von Steckdosen im Haus, eine Art von Video, und auch eine Entwicklungsplattform für Desktop-Software, sowie einige wenige Mainstream-Distributionen.
Man kann soetwas durch Absprache steuern (Schaffung eines Standards) oder man überlässt es dem Markt. In letzterm Fall kann entweder eine suboptimale Lösung herauskommen (Beispiel: VHS-Betamax, Blu-ray Disc (BD) und HD DVD) oder auch geographisch unterschiedliche Lösungen (Beispiel: Verkehrschilder, Maßeinheiten, Stromdosen, etc.).
erstmal scheint es das du da ein wenig durcheinander wirfst. Zum Beispiel eine Art von Verkehrschildern. Es gibt sehr viele 'Arten' von Verkehrsschildern: Halteverbot, Stop, Vorfahrt, etc. Viele dieser Schilder sind eigentlich austauschbar, bzw. erfüllen nur einen leicht anderen Zweck. Man kann 'problemlos' alle 'Parkverbotsschilder' mit 'Halteverbotsschildern' austauschen ohne das dadurch etwas 'schlimmes' passiert. Mann könnte sogar gedanklich soweit gehen alle Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen komplett weg zu lassen. Immerhin gibt es die Regel rechts vor links. Die Vielfalt der Linux OS's ist also nicht mit der 'Art' der Schilder zu vergleichen. wichtig ist nur das ein Stopschild in Hannover genauso aussieht wie in München. Linux Distributionen stehen eher für die Art welche Schilder einer Sorte verwendet werden und wie viele. Da es sehr viele Städte gibt, ist diese Vielfalt sehr hoch und sinnvoll, weil sie genau für diese Situation geschaffen ist.
'Man kann soetwas durch Absprache steuern (Schaffung eines Standards) oder man überlässt es dem Markt.'
Hierfür braucht man erstmal Vielfalt damit diese Absprachen/Marktregelung greifen kann. Außerdem passiert es ja auch. Aus der Luft gegriffen behaupte ich jetzt mal, das von allen Linuxnutzern zum Großteil sich auf sehr wenige Distributionen verteilen. Als Hausnummer schätze ich das der Großteils des Kuchens sich auf drei aufteilt.
Wie du siehst ist dieser Prozess längst im Gange und er wird sich weiter fortsetzen.
Nur Geduld
Grüße
micha
Ein zur Ameisenfarm umgebautes kaputtes Notebook!
Echt Action in Echtfarben und Echtzeit... und das fast ewig ohne daß der Akku lahmt!
2.6.23.1
Wem wollt ihr denn was beweisen? Bei der Erfindung des Huhns hat das Ei nun mal eine Rolle gespielt und nicht geistiger Höhenflug von Möchtegerns.
Also - Infos jeglicher Art können nützlich oder aber auch überflüssig sein. Trage jeder auf seine Art dazu bei.
lG
luna50