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Thema: Software-Suite für den Mittelstand von Novell

22 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von Der Mitteltand am Mi, 17. Oktober 2007 um 21:59 #
mal ein kleines Beispiel aus dem Mittlstand.
Heizungsbaubetrieb mit 100 Angestellten 8 Arbeitsplätze 1 Server.
Grobe Anforderungsskizze:
Angebote schreiben, Angebote im Standard GAEB 92 oder 2000 Format einlesen und elektronisch zurückgeben (Gaeb 84). Wartungsplanung und Tourenplanung. Zeiten Mobil erfassen und Zeitkarten erstellen - Zeitdaten ans Lohnbüro/Steuerberater weitergeben. Kontakte und Termine planen, Eingangs/Ausgangs Belege scannen und im DMS ablegen.
Lieferanten Materiealien per Datanorm (standardschnittstelle) einlesen und Preisspiegel erstellen beim Bestellen.
Aus Zahlungseingängen Mahnwesen produzieren..... ich könnt noch ein wenig so weitermachen. Es ist ja nett das der Mittelstand für bezahlbares Geld ein System mit Office und erhöhter Sicherheit bekommt nur arbeiten können die damit nicht. Es fehlt leider an der notwendigen Software, support dafür und Ortsnaher Betreuung. Der Weg ist eingeschlagen das Ziel ist aber sicher noch sehr weit.
  • Score: 3 Von DatImp am Mi, 17. Oktober 2007 um 22:25 #
    *seuftz* ... es fehlt ja alleine schon an einem wirklich gut funktionsfähigen PIM ... (Also das, was Outlook eben so alles kann)

    Oder: anderes Beispiel, nun wirklich Mittelstand: Eine Warenwirtschaft, welche Kommunikation mit Kassen, Waagen, Displays, ... etc. beherrscht. Man sucht sich tot ...

    • Score: 3 Von Oberschlauberger am Mi, 17. Oktober 2007 um 22:57 #
      Grundsätzlich im Sinne von freier Software und GNU müsste Warenwirtschaft etc verboten werden, darum ist es gut, wenn es keine Linux Software gibt, die sich für Dinge wie Geld verdienen missbrauchen lässt. Schon Linus Torwalds hat die wahren Prinzipien freier Software verraten, in dem er von kapitalistisch orientierten Unternehmen bezahlt wurde. Wir alle wissen aber das Geld der Anfang von Korruption und Mißbrauch ist und das jeder der sich an und mit freier Software bereichtert letztlich seine gerechte Strafe erhalten wird, wenn Marc Shuttleworth erstmal die Macht übernommen hat.

      Wie wird die Praxis aussehen: Es wird keine Biz Software mehr nötig sein. In der wahren GNU Welt, wo alles frei ist wird jeder satt werden und alle werden glücklich sein, ausser jene die sich an M$ Novell gebunden haben. Die werden dann auf ausserirdischen Strafplaneten mal sehen, was Unfreiheit bedeutet.

      Score: 3 Von linwin am Do, 18. Oktober 2007 um 09:16 #
      So ein Blödsinn hab ich nun wirklich selten gelesen.
      Es gibt einige gut Funktionierende PIM Lösungen für den Linuxdesktop.
      Einfach mal Herrn Google fragen.
      Auch Warenwirtschaftssoftware / ERP gibt es für Linux. Wir setzen sogar hier eins ein.
      Nennt sich ABAS und läuft auf einem Linuxserver. Den Client gibt es sowohl für Windows alsauch für Linux (wir setzen aber aus Performance Gründen fast ausschließlich Linuxclients ein)
      Und ABAS ist im Gegensatz zu SAP wirklich Mittelstandsorientiert (haben beides getestet)
      Score: 3 Von Johannes Hüsing am Do, 18. Oktober 2007 um 10:05 #
      In den lokalen Edeka-Märkten laufen die Kassen unter Linux. Irgendwann wurde der Tux im Display durch das Edeka-Logo ersetzt, aber sonst sieht noch alles gleich aus. Ich weiß aber nicht, wie weit das System integriert ist, wahrscheinlich ist's eine Eigenentwicklung.
      Score: 3 Von Sven Blümel am Di, 23. Oktober 2007 um 00:05 #
      Hallo DatImp, mein Name ist Sven Blümel. Ich bin Installer für ein Warenwirtschaftssystem welches Anbindung hat an ein Kassensystem mit Waagen, Display, Zeiterfassung und vieles mehr. Ich bin kein Verkäufer, ich weiß was ich wo und wie zu installieren habe. Wir setzen unsere Hardware und Softwarelösungen in der Hotellerie/Gastronomie ein. Die Datenbank ist eine Oracle DB, läuft super unter Linux ;-) und die Clients laufen unter Windows. Jetzt stellst sich die ketzerische Frage: Würden die Angestellten mehr verkaufen wenn es Linuxclients wären? Spaß bei Seite, gerne würde ich mit Ihnen mal Ihn Kontakt kommen und unsere Lösungen zeigen. Mit freundlichen Grüßen Sven Blümel sbluemel@micros.com
    Score: 3 Von nico am Mi, 17. Oktober 2007 um 22:48 #
    Find ich auch immer ganz lustig, Businessdesktop/server. Aber die eigentliche Businesssoftware fehlt, und wenn es was angepasstes von Sage oder Lexware per Wine wäre.

    Es gibt einiges als OpenSource, aber nicht selten für Praxis eher mangelhaft oder kommerziell und teuer.
    Hab derzeit ein Projekt in Vorbereitung (Plattformunabhängig in Java und/oder Python mit PostgreSQL), ist aber mangels Manpower noch nicht richtig durchgestartet.

    Score: 3 Von Ano Nym am Mi, 17. Oktober 2007 um 23:24 #
    Gibt es für solche Sachen unter Win "Standardsoftware"? Sowas muss man doch auch unter Win als Individualsoftware programmieren (oder zumindest start anpassen) lassen, oder?
    Score: 3 Von alterMann am Do, 18. Oktober 2007 um 09:30 #
    Es gibt ein Problem, warum es in der FOSS Szene so gut wie keine SW für solche Sachen gibt: Wo ist dieser GAEB Standard zu finden?

    Wenn jemand sich hinsetzen will, um eine FOSS für GAEB zu schreiben, muss er wissen, was das ist, wo als Dokument er diesen Standard finden kann, dann sollte man auch gewisse "Insights" haben in das Geschäftswelt, wo GAEB gebraucht wird - es ist immer so, dass von Standards abgewichen wird - . Nur nach der Lösung dieser Probleme, kann man sich hinsetzen, und GAEB programmieren.

    Jemand hat oben was von Warenwirtschaft geschrieben und von Kassen, Waagen usw. : Okay, als Beispiel nur, ich will mich wirklich hinsetzen und FOSS für Kassensysteme schreiben. Schreiben -im Sinne von Tippeln in vi- kann ich viel, ABER ich muss das dann auch testen. Wo bitte bekomme ich ein Kassensystem her?(Sag es mir jetzt ernsthaft. Gib mir nur ein Beispiel eines Kassensystemherstellers, der mir so ein System mal für 6 oder 12 Monate überlässt, damit ich hacken kann.) Wenn schon grosse Namen in der FOSS Szene wie deRaadt Schwierigkeiten haben, eine Grafikkarte geliefert zu bekommen, wie soll ein Niemand wie ich an ein Kassensystem kommen, bitte sehr!!??!eins11!

    Das Problem, ist, wenn - wie ich das jetzt gemacht habe - die "Schuld" auf Hersteller geschoben wird - im Sinne von "gib mir eine Kasse/zeige mir den Standard, kriegst du SW dafür" - dann kommen die Leute an und sagen, dass wir FOSSler es uns zu einfach machen.
    Aber irgendein Material brauchen wir FOSSler nunmal damit wir anfangen können.

    Da wir nunmal am einfachsten an wissenschaftliche Daten/Standards/Theoreme/wasauchimmer kommen, machen die meisten auch nur FOSS für nat.-ing.-wiss. Themen. (Ich wusste bis gerade nicht mal, dass es SW für Heizungsbauer geben soll- nicht mal in der Winblows Welt: Ich dachte die machen oder lassen machen solche angepassten Excel Sheets, womit alles dann irgendwie zusammengetipplet wird)

    • Score: 3 Von Michael am Do, 18. Oktober 2007 um 10:22 #
      Das stimmt schon. Das Applikationsthema ist in der Tat hart - weil einfach unheimlich viele kleine Softwarebuden seit 20 Jahren mit Win-Programmieren. M.E. sind viele Mittelständler durchaus bereit, allein schon aus "politischen" Gründen OSS eine Chance zu geben z.B. im CRM, Mail + Infrastrukturumfeld - dort habe ich auch "meine" Projekte im 8-100 Mann Umfeld durchgeführt.( Spam, IMAP, HylaFax, Capisuite, Samba, Backup).

      Da kann man auch Kosten sparen. Aber hin oder her - Win2k Server und alle nachträglichen sind für den Mittelstand preislich und stabilitätstechnisch auch im Rahmen. Ob die WWS/ERP jetzt auf Linux oder Win2k im Backend läuft - das interessiert den GF nicht wirklich. Anders beim Thema Sicherheit: keine Viren, Bots etc. (warum auch immer .... ;) mehr zu haben, ist schon ein Thema mit dem man Punkten kann. Auf der breiten Frontend Front ebenfalls, falss es viele gibt. Im WWS Umfeld hat ja auch Globus damals gute PR bekommen.

      Ich glaub es dauert einfach noch ein paar Jahre, wie es mit der OSS Infrastruktur auch gedauert hat.

      Frohes Schaffen

      Michael

      Score: 3 Von Torsten am Do, 18. Oktober 2007 um 11:22 #
      Es könnte auch andersherum gehen. Ein paar Unternehmen, die diese alltäglichen Anforderungen ganz gut kennen, können von einem Anbieter gezielt eine Software für ihre Zwecke entwickeln lassen und das Ergebnis als FOSS freigeben. Die Krankenkassen haben ja schon einen ähnlichen Weg eingeschlagen.
      • Score: 3 Von Rufus am Do, 18. Oktober 2007 um 14:44 #
        Das ist zwar eine mögliche Vorstellung, aber nur für Leute, die von der Praxis in Unternehmen keine Ahnung haben. Nur "Freie Software" Ideologen halten das für einen realistischen Weg.

        Man betrachte die nötigen Vorraussetzungen: Die Unternehmen müsste sich über die folgenden Felder absprechen und koordineren können:


        1. Wer den Anfang macht. Sicher sagt jeder: "Ooch, wäre es nicht schön, wenn wir nicht das und das machen könnten?" Schön sicher. Wenn's aber darum geht, andere Unternehmen tatsächlich anzusprechen, hat niemand personelle Kapazitäten frei. Wieso auch? Es ist schließlich nicht das Kerngeschäft.

        2. Wer dazu gehört. Unternehmen, die vergleichbare Anforderungen haben, sind meist auch Konkurrenten. Das gespaltene Verhältnis macht die Koordination zu einem Politikum, das Zeit und Geld verschlingt.

        3. Die Funktionalität der Software. Jeder, der schon mal für jemand anderen etwas gestaltet oder entwickelt hat, weiß, wie schwer es ist, die Vorstellungen des Klienten zu treffen. Denen fällt vieles meist erst später ein. Wie sollen fachfremde Unternehmen das untereinander hinbekommen? Die freiwilligen und erfahrenen Linux-Entwicklen können sich ja nicht mal auf eine Desktop-Plattform einigen!

        4. Die vertragliche Gestaltung. Eine Absprache, wenn man sie denn treffen kann, ist nichts wert ohne Vertrag. Allein die Kosten für die Anwälte!

        5. Die Kostenaufteilung. Fällt Feature X noch unter den Vertrag oder wird damit von allen bezahlt oder nicht mehr? Wieso sollten Unternehmen, die Feature X nicht brauchen, die Kosten mittragen? Wenn sie dafür Feature Y bekommen, ist das eine gerechte Entlohnung oder nicht?

        6. Die Gesamtkosten. Sicher, alle denken Open Sourde wäre billiger. Aber wenn es schon Closed-Source Software gibt, die bereits macht, was man will, wozu eine eigene Entwicklung starten? Deren Kosten würde man nur auf wenige Schultern verteilen, während die Entwicklungskosten eine bestehenden Lösung sich meistens schon auf viele Schulter verteilen.

        7. Das Riskio. Man kennt es vom Hausbau, aus der Projektplanung für öffentliche Investitionen und auch bei der Erstellung von Software: Die Kosten können explodieren. Wer soll dafür das Risiko tragen und warum?

        8. Die Selbstlosigkeit aller. Warum sollte man für mehrere Millionen eine Software entwickeln, die dann kostenlos von chinesischen und anderen Billiglohnland-Konkurrenten genutzt werden kann? Jeglicher Preisvorteil, den man eventuell gewinnen könnte, wäre nicht nur dahin, er würde sogar noch ins Nachteil umschlagen!


        Durchdenkt man das also nüchtern und abseits de Stallmann'schen Propaganda, dann stellt man schnell fest: Wenn das jemand machen wollten, wäre es sinnvoller, eine seperate Firma zu gründen, welche die Software entwickelt und dann traditionell vertreibt -- das muß nicht mal vollständig Closed Source sein; das Verbot der Weitergabe würde völlig reichen.

        Aber Autsch! Das wäre ja "unfreie" Software und die ist ja angeblich "unethisch".

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