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So, 11. November 2007, 15:18

Hardware

Streit um Linux auf nigerianischen Rechnern geht weiter

Auf nigerianischen Classmate PCs soll nun offenbar doch überwiegend Mandriva statt Windows installiert werden.

Mandriva hatte im Frühjahr verkündet, dass es sich an dem von Intel initiierten und mit Intel-Hardware laufenden Classmate-PC-Projekt beteiligt. Dazu steuerte der Distributor Mandriva Linux 2007 bei, das angepasst wurde, um auf dem Flash-Laufwerk des Laptops zu laufen. Ferner wurden die notwendigen Treiber integriert sowie Anwendungen speziell für dieses Projekt konfiguriert. Prinzipiell sollten die Classmate-PCs auch für Windows geeignet sein, doch sollte nach den ursprünglichen Plänen ein großer Teil mit vorinstalliertem Mandriva Linux ausgeliefert werden.

Ende des Jahres wendete sich das Blatt für Mandriva. Aus der Freude, in dem prestigeträchtigen Projekt vertreten zu sein, wurde Frust. Die nigerianische Regierung hatte offenbar ihre Meinung geändert und verkündete, statt auf Linux auf die Windows zu setzen. Zwar wollten die Nigerianer immer noch die Classmate-PCs mit Linux bestellen und auch bezahlen, doch sollte das System nachträglich gegen Windows ausgetauscht werden.

Mandriva protestierte und erhob Vorwürfe gegen Microsoft. François Bancilhon warf Microsoft in seinem Blog vor, das Geschäft mit unlauteren Mitteln für sich entschieden zu haben. Microsoft bestritt dies. Das Unternehmen halte sich laut eigenen Aussagen bei seinen Geschäften immer an die geltenden internationalen und lokalen Gesetze des jeweiligen Landes. Es sei den Partnern freigestellt, welche Software und Technologien sie einsetzen.

Nun könnte die Geschichte für Mandriva doch noch einen positiven Ausgang finden. Medienberichten zufolge plant die für knapp 11.000 der insgesamt 14.000 bestellten PCs zuständige Universal Provision Fund (USPF), weiterhin an Mandriva festzuhalten. »Wir setzen weiter auf die Plattform«, so ein namentlich nicht genannter Offizieller. Die Organisation beansprucht allerdings für sich, selbst entscheiden zu dürfen, welche Systeme für die nigerianischen Studenten das Beste sind. Das schließe deshalb auch eine Nutzung von Windows nicht aus, so die offizielle Seite. Intel selbst testete und zertifizierte drei Systeme für die Nutzung auf dem Classmate-PC. Neben Mandriva Linux hat das Unternehmen auch Metasys Linux und Microsoft Windows XP Pro ein Zertifikat ausgestellt.

Trotz der vorläufig positiven Aussage ist die Schlacht um das installierte System immer noch nicht entschieden. Noch Mitte der vergangenen Woche verkündete der für Nigeria zuständige Microsoft-Manager, Chinenye Mba-Uzoukwu, von dem für die Einführung der PC zuständigen Technology Support Center (TSC) »präferiert« zu sein. Laut Mba-Uzoukwu wollen die Redmonder dem Unternehmen 400.000 US-Dollar für Marketing-Aktivitäten zur Verfügung stellen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Rechner nur mit Windows ausgeliefert werden.

Derzeit versuchen gleich mehrere Unternehmen und Organisationen im aufstrebenden Markt für Bildungscomputer in Entwicklungs- und Schwellenländern Fuß zu fassen. Neben dem medienwirksam vermarkteten »One Laptop per Child« (OLPC) und Intels Classmate PC will auch Asus mit seinem Eee PC den Markt erobern. Trotz der recht niedrigen Margen erwarten die Hersteller durch die große Zahl der Bestellungen riesige Gewinne. Umso wichtiger sind deshalb für die Hersteller die gerade anlaufenden Pilotprojekte, die bei einem erfolgreichen Anschluss in der Zukunft die Kassen der Firmen durch Nachfolgeaufträge füllen können.

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