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Di, 13. November 2007, 12:24

Software::Büro

OpenDocument Foundation geschlossen

Nachdem die OpenDocument Foundation in der Vergangenheit öffentlich das ODF-Dateiformat kritisierte und mit einer Änderung des Namens drohte, hat sie nun offiziell ihre Auflösung bekannt gegeben.

Nicht wenige rieben sich vor zwei Wochen die Augen, als die OpenDocument Foundation bekannt gab, nicht mehr mit dem Entwicklungsmodell des ODF-Standards einverstanden zu sein und statt dessen das Compound Document Format (CDF) unterstützen zu wollen. Die Organisation drohte medienwirksam, ihren Namen zu ändern, und prangerte öffentlich die angeblich nicht freie Entwicklung und die Defizite bei der Standardisierung des Formats an.

Im Zuge ihres Frontalangriffs auf das Office-Dokumentenformat OpenDocument pries die Organisation die Vorteile des Compound Document Formats (CDF) und bescheinigte diesem massive Vorteile gegenüber ODF. Unter anderem wollte die Foundation festgestellt haben, dass CDF bessere Eigenschaften vorweise, um auf mehrere Plattformen portiert zu werden und herstellerunabhängiger sei. Darüber hinaus verfolge Sun mit der Entwicklung von StarOffice eine Kompatibilität zu Microsofts Format, anstatt diese Funktion generell für ODF umzusetzen.

Das OpenDocument-Format, das für Texte und Tabellenkalkulations-Daten geeignet ist, wurde ursprünglich von Sun initiiert und bereits 2005 von OASIS zum Standard erklärt. Es wird von einer breiten Allianz von Unternehmen und Organisationen unterstützt. Das Format steht in direkter Konkurrenz zum eigenen XML-Format, das in MS Office 12 Verwendung findet und von Microsoft ebenfalls zur Standardisierung vorgeschlagen wurde.

Entgegen des offiziell klingenden Namens stellt die OpenDocument Foundation allerdings kein direktes Gremium des ODF dar. Die Foundation hatte sich vor fünf Jahren als Non-Profit-Company mit dem Ziel gegründet, die Schaffung von einheitlichen Standards für Desktop-, Server- und Web-Informationssystemen voranzutreiben. Zu den wichtigsten Mitgliedern der Organisation gehören neben Gary Edwards, Gründungsmitglied des OpenDocument Technical Committee bei OASIS Open, der ehemalige OpenOffice.org-Projektleiter Sam Hiser und Buck Martin, bekannt auch als der Groklaw-Autor »Marbux«.

Die publikumswirksame Abwendung von OpenDocument stellte den Höhepunkt eines Streits zwischen der Foundation und OASIS dar. Bereits vor drei Wochen lehnte OASIS eine weitere Zusammenarbeit an dem von der OpenDocument Foundation initiierten Projekt da Vinci ab. In diesem wollte die Organisation ein neues Plugin erstellen, das im Gegensatz zu bereits existierenden Lösungen nach Meinung der Foundation besser mit Microsoft Office zurecht kommen sollte. Nach einem Bericht von The Register wählte die Organisation die Flucht nach vorn und griff die offizielle Stelle frontal an. Unter anderem lehnte sie die erarbeiteten ODF iX Interoperability Enhancements ab und kündigte die Unterstützung für OASIS auf.

Mit der Abschaffung der Domains dürfte wohl das vorläufige Ende des Streits zwischen OASIS und der ehemaligen OpenDocument Foundation erreicht sein. Wie die Organisation noch kurz vor der Abschaltung der Server bekannt gab, ist die Foundation bereits abgewickelt worden. »Wir wünschen allen unseren Freunden und Partnern in der OpenDocument Community alles Gute und viel Erfolg in der Zukunft«, schrieb Gary Edwards.

Im Gegensatz zu der nach außen einheitlich vertretenen Meinung des Führungstrios folgen nicht alle involvierten Unterstützer der neuen Richtung der womöglich zukünftig unter dem Namen »Compound Document Foundation« auftretenden Organisation. So kündigten bereits David A. Wheeler und Bruce D'Arcus an, die Organisation noch vor der Auflösung verlassen zu wollen. Die Entscheidung der Führung sei laut D'Arcus »kindisch und kontraproduktiv«.

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