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Mi, 21. November 2007, 16:55

Gemeinschaft

GNU PDF ruft zu Spenden auf

Das Projekt GNU PDF, das von der Free Software Foundation als Projekt hoher Priorität eingestuft wurde, ruft zu Spenden auf.

Das Projekt GNU PDF will eine Sammlung von Bibliotheken und Programmen entwickeln, die den kommenden ISO-Standard ISO 32000 für das PDF-Format mit vollständigem Funktionsumfang unterstützen. Adobe hatte das PDF-Format bereits im Januar zur Standardisierung vorgelegt. PDF ist bereits seit einiger Zeit der de-Facto-Standard für Dokumentenaustausch und soll nun auch das zentrale Druckformat für Linux werden. Die zur Standardisierung vorgelegte Version ist eine Abwandlung der PDF-Version 1.7, die von Adobe im PDF-Referenzhandbuch dokumentiert wurde. Ein Grund für Adobe, die ISO-Standardisierung voranzutreiben, ist wohl auch die Bemühung von Microsoft, das eigene Format »XML Paper Specification (XPS)«, das nur von MS Office 2007 und Windows Vista unterstützt wird, über die ECMA zum Standard erklären zu lassen.

GNU PDF wird aus einer Bibliothek und einigen Kommandozeilen-Programmen bestehen. Das Projekt ist im frühen Entwicklungsstadium und verwaltet den Quellcode in einem CVS-System. Alle Komponenten werden unter der GPLv3 stehen.

Die Bibliothek soll die Spezifikationen PDF 1.7, PDF/A-1 (ISO 19005-1:2005), Extensible Metadata Platform (XMP) und XML Forms Architecture v2.4 (XFA) implementieren. Das Format ist nach Angaben von GNU in der Industrie weit verbreitet, wobei aber überwiegend proprietäre Programme zum Erstellen, Lesen und Ändern von PDF-Dokumenten eingesetzt werden. Insbesondere PDF-Formulare werden von keinem freien Programm zur Zeit optimal unterstützt, was eine Bindung an proprietäre Programme zur Folge hat. Diese Bindung will das Projekt aufheben.

Bereits existierende freie Programme zur Behandlung von PDF waren nach der umfassenden Recherche der GNU-Entwickler nicht ausreichend, um die Ziele des Projektes zu verwirklichen. So ist der PDF-Interpreter in Ghostscript in PostScript geschrieben, was dem Ziel einer schlanken PDF-Lösung im Wege steht. Xpdf und Poppler dagegen wurden verworfen, da sie in C++ geschrieben sind, was GNU zufolge Portabilitätsprobleme herausfordert, den Einsatz in eingebetteten Geräten erschwert und schlecht für eine Zusammenarbeit mit dem in C geschriebenen GNU-System geeignet ist. Außerdem ist XPDF nur unter der GPLv2 lizenziert. Auch MuPDF/Fitz wurde erwogen, doch glaubt das Projekt, dass MuPDF/Fitz mehr auf eine herausragende Implementierung einer Grafikbibliothek ausgerichtet ist.

Somit wird mit GNU PDF eine Neuimplementierung begonnen, die aber, wo möglich, auf vorhandenen Code zurückgreift, so möglicherweise auf Fitz als Grafikbibliothek und die Implemtierung von Type1- und Truetype-Schriften in Ghostscript. Nach Einschätzung der Entwickler erfordert dieses Projekt sehr viel Arbeit, die bei entsprechender Unterstützung schneller beendet werden könnte. Spenden können in Form von Geldspenden oder durch Überlassung von Mitarbeitern erfolgen und sind in den USA steuerlich absetzbar.

Andere Projekte, denen die FSF eine hohe Priorität einräumt, sind freie 3D-Grafiktreiber, ein freies BIOS, der freie Flash-Player Gnash, das DotGNU-Projekt, ein freier Client für Google Earth, Xiph.org und freie Internet-Protokolle und Rückwärtsschritte im Debugger GDB.

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