Not Invented Here. Der Grund, warum Freie Software nicht so gut ist, wie es sein könnte. Anstatt eine "bessere" Technik zu übernehmen und zu verbessern, nimmst man lieber die "eigene" Lösung, an der man noch solange Herumdoktort, bis Sie dann doch obsolete geworden ist.
Wenn du glaubst das ist nur bei freier Software so, dann hast du anscheinen nicht viel mit der Entwicklung von nicht freier Softeware zu tun.
Nach meiner Erfahrung ist der wesentlich Unterschied zwischen der Entwicklung von freier und nicht freier Software der, dass du bei letzterem nur das Endprodukt zu sehen bekommst, und bei freier Software auch alle Probleme die es bei der Entwicklung gegeben hat.
Bei proprietärer Software ist es doch klar, das sowas auftritt. Die _können_ ja garnicht einfach mal so Code importieren, zumindest nicht wenn das Endprodukt noch proprietär bleiben soll. Selbst wenn die entsprechende freie Lizenz (z.B. BSD) das zulassen würde, machen es nicht sehr viele.
Ahm, ohne jetzt gegen freie oder proprietäre Software schimpfen zu wollen, aber ist das nicht genau das große Problem von proprietärer Software? Dass jeder sein eigenes Süppchen kocht?
Ich muss ehrlich sagen, dass ich Konkurrenz für gut halte. Opera hat einen guten Browser, wenn Mozilla auch in die Richtung arbeitet, wird Opera dadurch sicher nicht schlechter - aber vielleicht ja noch besser, weil sie Ideen von Mozilla in Opera Mini/Mobile übernehmen können?
Viele ertragen einfach nicht die nagende Ungewissheit, ob sie die für sie wirklich optimale Wahl getroffen haben. Darum sollte es keine Auswahl geben, dann haben sie kein Problem. Das ist irgendwie in uns Menschen drin. Sobald wir Entscheidungen getroffen haben, können wir diese nicht mehr hinterfragt sehen. Wir versorgen uns nur noch mit positiven Informationen über das Subjekt und reagieren bestürzt oder ablehnend, wenn andere sich anders entscheiden. Geradezu intolerant werden wir da.
Insbesondere in einer Welt, wo man es lange gewohnt war, dass eine Firma die Ansagen macht, und alle anderen folgen, ist Pluralismum nur mit Chaos und Ineffizienz gleichzusetzen. Wenn ich jetzt Konqueror gut finde, kann es sein, dass Firefox doch irgendwie Sinn macht? Nein.
Von theBohemian am Fr, 23. November 2007 um 18:45 #
Schön gesagt. Schreib das bitte 100 Mal hier hin wenn der nächste völlig überflüssige GNOME vs. KDE Flamewar ausbricht.
Es geht aber auch anders: Ich finde es zB. sehr gut, dass es verschiedene Browser, Desktopumgebungen, halt mehrere Programme für den gleichen Zweck gibt.
Das macht es doch für den einzelnen viel leichter was Passendes zu finden. Es mögen ja auch nicht alle Menschen schwarze Autos oder?
Es mögen ja auch nicht alle Menschen schwarze Autos oder?
Natürlich, die individuelle Wahl der Farbe ist ein Gewinn. Aber dass die Bedienung sämtlicher PKW soweit gleich ist, dass ein Führerschein genügt, ist auch ein Gewinn. Hier wäre Vielfalt hinderlich. Das Problem ist nur zu erkennen, an welcher Stelle Vielfalt anfängt, hinderlich zu werden. Das ist nicht immer ganz einfach, weil es nicht immer ganz klar ist.
Manche Autos haben eine Handbremse, andere eine Fußfeststellbremse. Manche Schaltknüppel haben den Rückwärtsgang in der Nähe des 1. Ganges, andere am anderen Ende. Bei manchen Autos ist der Scheibenwischerhebel links, bei anderen rechts. Die Unterschiede sind also größer als die in der Buttonreihenfolge von GNOME und KDE, über die sich so viele aufregen. Ergo: Viel Lärm um Nichts.
Viele ertragen einfach nicht die nagende Ungewissheit, ob sie die für sie wirklich optimale Wahl getroffen haben. Darum sollte es keine Auswahl geben, dann haben sie kein Problem. Das ist irgendwie in uns Menschen drin. Sobald wir Entscheidungen getroffen haben, können wir diese nicht mehr hinterfragt sehen. Wir versorgen uns nur noch mit positiven Informationen über das Subjekt und reagieren bestürzt oder ablehnend, wenn andere sich anders entscheiden. Geradezu intolerant werden wir da.
Danke, eine wirklich zutreffende Beobachtung und Analyse. Liest man viel zu selten hier!
Not Invented Here. Der Grund, warum Freie Software nicht so gut ist, wie es sein könnte.
Also das ist bestenfalls einer von vielen Gründen und hat zudem noch andere Nebeneffekte. Einfache Antworten auf schwierige Fragen sind zwar stets verlockend, aber fast immer unzureichend.
Not Invented Here.
Der Grund, warum Freie Software nicht so gut ist, wie es sein könnte. Anstatt eine "bessere" Technik zu übernehmen und zu verbessern, nimmst man lieber die "eigene" Lösung, an der man noch solange Herumdoktort, bis Sie dann doch obsolete geworden ist.
Tagtäglich bei vielen Projekten zu bewundern.
Nach meiner Erfahrung ist der wesentlich Unterschied zwischen der Entwicklung von freier und nicht freier Software der, dass du bei letzterem nur das Endprodukt zu sehen bekommst, und bei freier Software auch alle Probleme die es bei der Entwicklung gegeben hat.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich Konkurrenz für gut halte. Opera hat einen guten Browser, wenn Mozilla auch in die Richtung arbeitet, wird Opera dadurch sicher nicht schlechter - aber vielleicht ja noch besser, weil sie Ideen von Mozilla in Opera Mini/Mobile übernehmen können?
Wo liegt das Problem an mehr Wahlmöglichkeit?
Insbesondere in einer Welt, wo man es lange gewohnt war, dass eine Firma die Ansagen macht, und alle anderen folgen, ist Pluralismum nur mit Chaos und Ineffizienz gleichzusetzen. Wenn ich jetzt Konqueror gut finde, kann es sein, dass Firefox doch irgendwie Sinn macht? Nein.
Gruss,
Kay
Es geht aber auch anders: Ich finde es zB. sehr gut, dass es verschiedene Browser, Desktopumgebungen, halt mehrere Programme für den gleichen Zweck gibt.
Das macht es doch für den einzelnen viel leichter was Passendes zu finden. Es mögen ja auch nicht alle Menschen schwarze Autos oder?
Natürlich, die individuelle Wahl der Farbe ist ein Gewinn. Aber dass die Bedienung sämtlicher PKW soweit gleich ist, dass ein Führerschein genügt, ist auch ein Gewinn. Hier wäre Vielfalt hinderlich. Das Problem ist nur zu erkennen, an welcher Stelle Vielfalt anfängt, hinderlich zu werden. Das ist nicht immer ganz einfach, weil es nicht immer ganz klar ist.
Die Unterschiede sind also größer als die in der Buttonreihenfolge von GNOME und KDE, über die sich so viele aufregen. Ergo: Viel Lärm um Nichts.
Danke, eine wirklich zutreffende Beobachtung und Analyse. Liest man viel zu selten hier!
Der Grund, warum Freie Software nicht so gut ist, wie es sein könnte.
Also das ist bestenfalls einer von vielen Gründen und hat zudem noch andere Nebeneffekte.
Einfache Antworten auf schwierige Fragen sind zwar stets verlockend, aber fast immer unzureichend.