"Empfehlungen" des Bundesrechnungshofes sind (wie der Name ja schon sagt) für niemanden bindend und mehr als Empfehlungen aussprechen kann und darf er nicht. Er ist insofern also ein Papiertiger.
Deshalb geht ja auch jedes Jahr das Geheule um die staatliche Geldverschwendung von Neuem los - für ein paar Tage jedenfalls.
Danach ist (bis zum nächsten Jahr) alles wieder wie gehabt.
> "Empfehlungen" des Bundesrechnungshofes sind (wie der Name ja schon sagt) für niemanden bindend Das muss ja nicht auf Dauer so bleiben.
> Danach ist (bis zum nächsten Jahr) alles wieder wie gehabt. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Vielleicht erfährt durch den Bericht auch mal die einen oder anderen Entscheider, dass es überhaupt Alternativen gibt.
Aber selbstverständlich wird das auf Dauer so bleiben, schließlich geht es ja schon seit einem halben Jahrhundert so.
Oder glaubst du tatsächlich, die Politker geben dem Rechnungshof irgendwann mal echte Macht und weitreichende Befugnisse? - Da wärn sie ja schön dumm!
Außerdem haben im Bundestag sowieso die Beamten - queer durch alle Parteien - das Sagen und die würde es doch dann vor allem erwischen, weshalb die da auch bis zum letzten dagegen kämpfen.
Und den Kampf gewinnen sie auch spielend, wie man ja seit Jahrzehnten sieht.
So gern ich dir sonst auch widersprechen würde, hier hast du leider (fast) absolut Recht. Ist das gleiche wie mit den Diäten. Da gräbt man sich ja auch nicht selber und gegenseitig das Wasser ab. Zu den machthabenden Beamten, das stimmt nicht ganz. Soweit ich weiß, sind weder die Abgeordneten noch gar die Regierung verbeamtet.
Zu den machthabenden Beamten, das stimmt nicht ganz. Soweit ich weiß, sind weder die Abgeordneten noch gar die Regierung verbeamtet.
Die paar Männeken nicht aber was könnten die ausrichten, GEGEN den geballten Widerstand ihrer Fraktionen?
Schau dir mal die Biographien der MdBs an:
> http://www.bundestag.de/mdb/bio/index.html
Mehr als die Hälfte, egal welche Partei, sind Beamte oder kommen doch zumindest aus deren Dunstkreis.
Der Unterschied ist nur, dass es sich bei CDU/CSU mehr auf die mittleren und höheren Verwaltungsbeamten konzentriert, während bei der SPD unverhältnißmäßig viele *Lehrer* vertreten sind. Nicht ganz so arg siehts bei FDP und Grünen aus aber der Anteil der Beamten ist auch da immer noch sehr beachtlich. Das Schlußlich bildet die PDS, da deren Ex-SED-Mitglieder ja nur sehr selten mal in ein Beamtenverhältnis übernommen worden.
Irgendwo gabs da auch mal eine genaue Auflistung nach Berufen aber die find ich jetzt natürlich mal wieder nicht.
Mag stimmen (habs jetzt nicht nachgelesen), aber dennoch hat das weniger mit Beamtentum, denn mit Besitzstandswahrung zu tun. Und es geht denen ja nicht um ihren Beamtenstatus, sonder darum, was sie nebenbei noch einfahren.
Von Christian Bratusek am Fr, 23. November 2007 um 06:28 #
Das ist ja interessant. Was fahren die denn sonst noch ein? Oder verbreitest Du etwa pauschale Beschuldigungen, die Du nicht belegen kannst?
Vielleicht werden MS-Produkte ja einfach genutzt weil sie zumindest irgendwie funktionieren. Warum ändern? Die Bevölkerung ist Mittelmaß, die Regierung ist Mittelmaß, warum nicht auch die Verwaltungssoftware?
Von iluminat23 am Fr, 23. November 2007 um 09:52 #
Dir ist aber klar, dass es gerade nicht nur um MS sondern allgemein um den Rechnungshof geht? Und das die Politiker immer wieder auffallen durch förderung von firmen mit welchen sie später ein Geschäftsverhältnis haben oder sogar in den Vorstand aufgenommen werden. sowas könnte im einen oder anderen fall der Rechnungshof auch einen riegel vorschieben. und sowas würde man sich nie gefallen lassen
Du hast ja recht, aber warum unternimmt kaum jemand was dagegen? Es steht jedem frei, sich politisch zu engagieren. Klar, es ist sehr mühsam. Gegen jahrzehntelang gewachsene Seilschaften in den Parteien (und zwar in allen) ist es sehr schwer anzukommen. Nichts desto trotz sollte man nicht nur meckern. Zum parteipolitischen Engagement gibt es auch noch die Alternative sich in Aktionen und Initiativen einzubringen (z. B. AK Vorratsdatenspeicherung, FFII).
Von Lustiger Klaus am Fr, 23. November 2007 um 13:06 #
>> Der Unterschied ist nur, dass es sich bei CDU/CSU mehr auf die mittleren und höheren Verwaltungsbeamten konzentriert,
Hier zeigt sich wieder dein gefährliches Halbwissen. Es müsste heißen, Beamte aus dem gehobenen und höheren Dienst! Einstiegsamt für Lehrer ist die Endstufe A9 aus dem mittleren Dienst, somit Anfangsstufe für den gehobenen Dienst.
>> während bei der SPD unverhältnißmäßig viele *Lehrer* vertreten sind.
Mag so scheinen, den größten Anteil der Regierungspolitiker stellt die juristische Fraktion ... dort sind proportional unverhältnismäßig viele Rechtsanwälte und sonstige Rechtsverdreher am Werk.
>> Irgendwo gabs da auch mal eine genaue Auflistung nach Berufen aber die find ich jetzt natürlich mal wieder nicht.
Sicher, kannst du nicht, oder willst du nicht.
Ich würde mir persönlich wünschen, dass Regierungspolitiker verbeamtet wären, dann wäre es ein leichtes sie für unverhältnismäßig hohe Kosten, oder Dienstverfehlungen an den Arsch zu bekommen.
>> Mehr als die Hälfte, egal welche Partei, sind Beamte oder kommen doch zumindest aus deren Dunstkreis.
Na wenn da mal keiner Vorurteile hat, oder gar einfach drauf los pauschalisiert! Ich würde schon zwischen Beamte und Beamte unterscheiden .... ich würde mir mal wünschen, dass alle Verwaltungsbeamten in Rathäusern, Rentenabteilungen(jetzt 'Deutsche Rentenversicherung Bund') und alle Executiv-Beamte (Polizei etc) für zwei Wochen die Arbeit einstellen. Danach würde hier kein Stein auf dem anderen mehr stehen. Interessant ist immer wieder, dass die Beamten-Basher aus der freien Wirtschaft kommen, meisten ein mehr oder weniger mittelprächtigen Schulabschluß-Abgang haben und der unteren Mittelschicht angehören. Also kurz, die Verlierer der Gesellschaft sind (Prekariat)
Lacht mal wieder
PS: Ja ich bin Pensionär --- Ich habe das System durchschaut und benutzt
> Ich würde mir persönlich wünschen, dass Regierungspolitiker verbeamtet wären, dann wäre es ein leichtes sie für unverhältnismäßig hohe Kosten, oder Dienstverfehlungen an den Arsch zu bekommen.
Abgesehen davon daß das nicht passieren wird - was meinst du, wie schnell das Dienstrecht flauschig weichgespühlt wäre...
Solange massive Geldverschwendung für Beamte keine Konsequenzen hat (Geldstrafe, Kündigung, bei ganz schweren Fällen mit Vorteilnahme am besten direkt Gefängnis), werden sie weiter so machen wie bisher.
Das ist doch wie bei den ÖR. Wenn nicht alle Mittel ausgegeben werden, werden die Mittel gekürzt, bzw. man kann nicht noch mehr Mittel fordern.
Dummheit, Beharrungsvermögen und Bequemlichkeit sind nicht direkt strafbar, aber in extremen Fässen läßt sich da sehr wohl was über das Disziplinarrecht machen.
Und Vorteilnahme ist nicht nur ein Disziplinartatbestand, sondern Straftatbestand. Da gibt es erst einen vom Strafrichter übergebraten und dann noch einen vom Disziplinargericht.
Selbst bei Bagatellfällen (ein paar Euro aus der Kasse unterschlagen) ist die Entlassung üblich; mit Glück und entlastender Sozialprognose gibts vielleicht nur 'ne Degradierung; aber beim zweiten Fehlgriff ist dann garantiert der Rausschmiß fällig.
Es fliegen auch immer wieder Leute auf, die mit Beschaffung oder Bauwesen zu tun haben - z.B. bei der Bahn.
Korruption gibt es auch in der Privatwirtschaft reichlich; denk mal an den VW- Skandal oder Siemens - und die sind nur die Spitze des Eisbergs.
Und das "Dezemberfieber" (bewilligte Mittel noch schnell zum Jahresende raushauen) gibt es in JEDEM Laden, der eine Budgetplanung macht.
Der Unterschied zwischen Öffentlichem Dienst und großen Privatfirmen ist allerdings, daß es in Konzernen legal ist, wenn sich die Führungskräfte gegenseitig die Taschen vollstopfen (bei der Bahn sollen sich z.B. in den letzen 10 Jahren die Gehälter des Vorstands verdreifacht haben), im öffentlichen Dienst ist es strafbar.
In privatwirtschaftlichen Unternehmen läßt sich viel leichter Geld verbrennen als im öffentliche Dienst. Da wird zwar der Steuerzahler nicht direkt geschädigt, aber indirekt zahlt die Allgemeinheit für so etwas letztlich auch.
Aber gott erhalte Dir Deine kleine schwarz- weiße Welt ,-)
In privatwirtschaftlichen Unternehmen läßt sich viel leichter Geld verbrennen als im öffentliche Dienst. Da wird zwar der Steuerzahler nicht direkt geschädigt, aber indirekt zahlt die Allgemeinheit für so etwas letztlich auch.
Ich denke, da gibt es einen kleinen Unterschied: Man wird dazu gezwungen, Steuerzahler zu sein und die Verschwendungen des öffentlichen Dienstes mitzutragen.
Man kann aber niemanden zwingen, die Verschwendungen in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen zu tragen. Sicher! Wenn man nicht aufpasst, bezahlt man dafür, aber das ist das Problem desjenigen selbst.
Eine weitere Schwierigkeit ist das Feststellen von Verschwendung: Die Gehälter von Vorständen mögen sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht haben, aber wer kann denn schon beurteilen, dass es sich hierbei um Verschwendung handelt? Denn im Gegensatz zur Einbildung mancher Möchtegern-Vorstände haben sich diese im Ernstfall nicht immer als tauglich erwiesen. Man denken nur an das Fiasko der Gewerkschaftler in den 70er. Oder die Vorstände der Internet-Blasen-Unternehmen.
Man sollte mit Formulierungen wie "die Allgemeinheit wird geschädigt" vorsichtigt sein. Was eine Schädigung ist, ist meist sehr subjektiv, und inwieweit die Allgemeinheit tatsächlich davon betroffen ist, prüft keiner.
> Sicher! Wenn man nicht aufpasst, bezahlt man dafür, aber das ist das Problem desjenigen selbst.
Mit dem Schönheitsfehler, daß Du das in der Regel gar nicht erfährst, weil nur ein kleiner Teil solcher Vorfälle publik wird. Sinnvoll auswählen kann man nur, wenn man die nötigen Informationen hat. Und wenn Du sie hätttest, würdest Du in der Flut ersticken.
> Die Gehälter von Vorständen mögen sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht haben, aber wer kann denn schon beurteilen, dass es sich hierbei um Verschwendung handelt?
Ein Anhaltspunkt dürfte sein, das mit den stagnierenden Gehältern normaler Sterblicher zu vergleichen.
Mein Beitrag ist - zugegeben - polemisch und OT, weil ich mich über die unterschwellige Botschaft solcher Meldungen ärgere - die lautet nämlich: die Privatwirtschaft kann das besser, man muß nur privatisieren und deregulieren.
Wie man an den Strompreisen sieht, oder der privaten Altersvorsorge: Über die können sich nur die Aktionäre und das Spitzenmanagement freuen.
Die einzige Ausnahme, die dem Kunden was gebracht hat, ist die Deregulierung im Telekommunikationsmarkt. Aber der ist untypisch, weil es ein starker Wachstumsmarkt ist.
Ein Preisvergleich zwischen verschiedenen "Gütern" -- hier Dienstleistungen -- ist meist irreführend: Vergleich man den Preis von Diamanten mit Wasser, kommt einem der Kauf von Diamanten auch verschwenderisch vor. Letztlich ist es aber Sache des Käufers, ob das Gut seinen Preis wert ist.
Vergleicht man also die Gehälter von Vorständen mit denen von normalen Leuten, ist das irreführend: Denn das Angebot an normalen Leuten ist vergleichsweise groß, währeend die Nachfrage eher gering ist. Das Angebot von Leuten, die als Vorstand geeignet sind, ist allerdings vergleichsweise klein und die Nachfrage nach ihnen vergleichsweis groß. Darum verdienen die so gut.
Es braucht auch niemanden zu kümmern, ob ein Vorstand jetzt überdurchschnittlich Geld verdient: Jeder muß nur entscheiden, ob ihm das angebotene Gut den Preis wert ist oder nicht.
Sicher hast Du Recht, dass ein pauschales Urteil, jede Leistung können besser durch einen Markt erbracht werden, falsch ist. Das gleiche gilt aber auch in die andere Richtung: Nur weil etwas bisher durch den Staat erledigt wurde, bedeutet nicht, dass es damit tatsächlich die bessere Lösung ist!
So darf man schon fragen, warum wir in Zukunft Software durch den Staat finanzieren sollten. Oder warum Universitäten staatlich finanziert werden. Etc. Etc.
Zudem gibt es Fehlregulierungen: Am Strommarkt hätte man die Leitungen von den Herstellern trennen müssen, weil es (a) kein Substitut dafür gibt (im Gegensatz zur Bahn etwa) und (b) die Transaktionskosten relativ gering sind (auch hier im Gegensatz zur Bahn).
Und manche "Deregulierungen" dienen nur der Verschleierung der Tatsache, dass Politker ihren Wählern nicht die Wahrheit sagen können, weil diese zu doof sind, damit umzugehen -- da wird dann rumgewurschtelt und die Tatsachen politisch schön zu reden. Das betrifft etwa die Rentenvorsorge, aber auch den Arbeitgeberanteil für die meisten Sozialversicherungen.
Na ja, an sich liegen wir meinungsmäßig gar nicht so weit auseinander. Aber in einem Punkt bin ich doch deutlich anderer Meinung:
Vergleicht man also die Gehälter von Vorständen mit denen von normalen Leuten, ist das irreführend: Denn das Angebot an normalen Leuten ist vergleichsweise groß, während die Nachfrage eher gering ist. Das Angebot von Leuten, die als Vorstand geeignet sind, ist allerdings vergleichsweise klein und die Nachfrage nach ihnen vergleichsweise groß. Darum verdienen die so gut.
Ich glaube nicht mehr, daß Qualifikation zur Erreichung eines solchen Postens wesentlich ist. Sicher, ganz ohne Qualifikation geht es nicht, aber wichtiger ist es, dem richtigen Netzwerk anzugehören (früher nannte man das Seilschaft). Ich kenn' da so ein Großunternehmen, in dem einige "kleinen Kaiser in der zweiten und dritten Reihe" ziemlich wenig Kleider anhaben (über den ganz oben kann ich mir zugegebenermaßen kein Urteil erlauben, aber warum sollte es bei dem anders sein, wenn er solche Leute einstellt).
Und die Höhe der Gehälter bemißt sich eben nicht nach Angebot und Nachfrage, weil die Kontrolle von Großunternehmen schlicht und einfach nicht funktioniert.
In den Aufsichtsräten sitzen ehemalige Spitzenmanager der Firma oder Spitzenmanager anderer Konzerne bzw. Banken. Das ist eine geschlossene Managerkaste, und dieses Kastenwesen führt dazu, daß man man sich gegenseitig die Taschen vollstopft.
Im Toyota- Kundenmagazin haben sie vor ein oder zwei Jahren mal süffisant erwähnt, daß der Toyota- Vorstand nur einen Bruchteil (ich glaub, das war nur 1/20) des Daimler- Vorstandes verdient. Toyota ist die mit Abstand erfolgreichste Automarke.
Unternehmenskultur muß man vorleben. Wenn die vorgelebte Unternehmenskultur darin besteht, sich möglichst gründlich zu bereichern, versucht das Fußvolk, das nachzuleben. Wenn dann die Qualität den Bach runtergeht, besteht bei vielen Konzernen die Lösung darin, mehr Geld in das Marketing zu schieben und die Kohle beim Fußvolk einzusparen. Irgendwann merkt der Kunde, was da läuft, fühlt sich verulkt und bleibt weg.
So läuft das Spiel im Moment, und es besteht wenig Hoffnung, daß sich das ändert.
Du sprichst da schon einen interessanten Punkt an. Es gibt dazu eine alternative Theorie.
Stell Dir vor, Du möchtest biologisch angebautes Brot kaufen. Du bist bereit, dafür mehr zu zahlen. Also hat jeder Bäcker einen Anreiz zu behaupten, sein Brot wäre biologisch angebaut. Wer sagt Dir, dass Dein Bäcker die Wahrheit spricht? Und wie würdest Du es prüfen?
Typischerweise ist es für Dich zu teuer, die Angaben Deines Bäckers tatsächlich zu prüfen. Darum gehst Du zu einem Bäcker, dem Du vertraust. Die Ursache für diese Vertrauen ist manchmal schon echt lächerlich. Trotzdem hat man keine andere Wahl.
Nichts wesentlich anderes passiert bei der Promotion von Vorständen: Es ist schwierig festzustellen, ob jemand tatsächlich ein Unternehmen gut führen wird. Selbst wenn die Bilanz nicht stimmt, kann man nicht immer sagen, wer jetzt dafür verantwortlich ist. Darum ist Vertrauen -- und dies erzeugt man auch durch jahrelanges Kennenlernen -- ein so großer Faktor bei der Wahl des Managers.
Und um auch noch Dein Vorurteil gegenüber dem Wert von Marketing etwas entgegen zu setzen: Wenn es dem Kunden an Vertrauen mangelt, dass ein Brot biologisch angebaut ist, hilft es nichts, mehr Geld in die Produktion zu stecken. Aber es hilft sehr wohl, mehr Geld ins Marketing zu stecken. Wer versucht, einen guten Ruf mit viel Geld aufzubauen, wird nicht riskieren, seine Kunden zu betrügen. Würde das rauskommen, wäre das in den Ruf investierte Geld nämlich weg.
Der Spruch der Techniker "Ein gute Produkt verkauft sich von selbst" ist manchmal leider falsch.
(Ähnliches gilt auch für Open Source: Die Qualität ist bei manchen Projekt schon sehr gut, aber warum wohl stürmen die Leute nicht die vituellen Regale nach diesen kostenlosen Produkten? Ihnen fehlt das Vertrauen und das wird verursacht durch den Mangel an "Marketing".)
Märkte sind nunmal nicht perfekt. Insbesondere unterschiedliche Informationen über die Qualität von Gütern verursachen Probleme. Manchmal kann man das umgehen (etwa durch Marketing), manchmal eher nicht (beim Management).
Nichts wesentlich anderes passiert bei der Promotion von Vorständen: Es ist schwierig festzustellen, ob jemand tatsächlich ein Unternehmen gut führen wird. Selbst wenn die Bilanz nicht stimmt, kann man nicht immer sagen, wer jetzt dafür verantwortlich ist. Darum ist Vertrauen -- und dies erzeugt man auch durch jahrelanges Kennenlernen -- ein so großer Faktor bei der Wahl des Managers.
Du versuchst, ein oszönes System, das von der Gier einiger Privilegierter getrieben wird, mit Vernunft zu begründen. Das ist sinnlos.
Weiterhin habe ich nicht gesagt, daß Marketing per se schlecht sei, sondern daß Marketing gern benutzt wird, um Mißstände zu kaschieren.
Ja, und Märkte sind in der Tat nicht perfekt. Die Ideologie von der Überlegenheit der Märkte ist schon im Ansatz falsch, weil sie perfekt informierte Marktteilnehmer voraussetzt, die es in der Praxis nicht gibt.
Darum funktioniert Marktwirtschaft nur dann halbwegs, wenn sie in ein enges Korsett flankierender Gesetze gesteckt wird - das nannte man mal soziale Marktwirtschaft. Die geht aber durch die Globalisierung den Bach runter- Regierungen sind nicht mehr inhaber der Macht; sie tun nur noch so.
Sprach Hänschen Selbstgerecht, und zog sich schmollend an seine Konsole zurück. Ist wirklich schon manchmal richtig frech, daß andere Leute tatsächlich andere Ansichten haben.
Von Lustiger Klaus am So, 25. November 2007 um 13:07 #
@BugsBunny Du hast hier etwas nicht verstanden, ich denke mangels Ressourcen wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz erfasst. Oh_no bricht die Diskussion ab, weil sein Gegner schon seit 3 Postings mangels Argumenten wehrlos am Boden liegt. Auf wehrlos am Boden liegende Kontrahenten wird nicht mehr eingeschlagen, dies ist ein Ehrenkodex der geistigen Elite
Denk mal drüber nach, lasse mir nächstes Jahr gleiches Datum, dein Ergebnis zu kommen. Solltest du unter Zeitdruck geraten, darf es auch übernächstes Jahr sein.
Neee, im Ernst er hat einfach Recht muss man neidlos anerkennen.
Du versuchst, ein oszönes System, das von der Gier einiger Privilegierter getrieben wird, ...
Es ist eigentlich schade, dass jemand, der sich gegen die Verbreitung von Vorurteilen und Stammtisch-Mythen ausspricht, selbst solche kritiklos verbreitet.
Hier haben wird den Grund, warum Politiker nicht die Wahrheit sagen können: Es gibt zuviele Trottel im Volk, die schlicht die Arbeit scheuen, ihre Vorurteile abzubauen, und fortfahren, ihre Stammtischgeschwätz zu verbreiten.
Es ist klar das ein Grundpunkt bei Korruption das Verschleudern von Geld ist.
Aber das ist ein System das ein paar wenige Menschen etabliert haben und davon profitieren.
Die Mehrheit der Menschen begrüsst so ein System NICHT.
Es ist nur eine Frage der Zeit bis solche bewusst gemachten Fehler wegfallen werden. Zuvor muss es echte Demokratie geben, ohne Politiker-Trolle wie Schäuble.
In der Bundesanstalt in der meine Frau beamtet ist, wurde ihr Verbesserungsvorschlag, (es gibt dort extra eine Beauftragte für Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter) zusätzlich zu MS-Paint Gimp4win auf den Arbeitsplätzen anzubieten, mit der Begründung abgelehnt, dass - da hinter FOSS-Software kein monetärer Anreiz stehe - die Weiterentwicklung des Programms nicht gesichert sei. Bei solchen Ansichten gehen einem doch die Fragen aus...
Nicht sicher wovon Du redest. Nicht sicher dass Du das Posting verstanden hast.
In einer Behörde bittet ein Mitarbeiter im Rahmen eines Verbesserungsvorschlags um das Verfügbarmachen der kostenlosen und frei lizenzierten Software Gimp durch die hauseigene IT-Abteilung, die das ablehnt und damit begründet, dass die Software ohne monetäre Absichten entwickelt wird und dadurch ihre Zukunft zu unsicher sei.
Wer schüttelt bei welchen Kunden wessen Kopf über welches Problem?!
Von Kevin Krammer am Fr, 23. November 2007 um 00:49 #
Man darf nicht vergessen, dass in vielen hauseigenen IT-Abteilungen noch der Kenntnissstand "voriges Jahrhundert" vorherrscht, d.h. das zum Beispiel Programm die damit verarbeiteten Daten praktisch aus der Kontrolle der Benutzer entreißen und nur dieses spezielle Programm bzw. etwaige Nachfolger den zukünftigen Zugriff ermöglichen.
Bezogen auf diesen, in IT-Begriffen antiken, Wissenstands, durchaus eine nachvollziehbare Entscheidung.
> zusätzlich zu MS-Paint Gimp4win Das ist ungefähr so wie "zusätzlich zum Wordpad Office 2007"...
> da hinter FOSS-Software kein monetärer Anreiz stehe Klar - der der Kunden. Manchmal frage ich mich nicht, warum es Menschen wie dieser Entscheider nicht in die Wirtschaft geschafft haben - der hat das Diplom vermutlich an der Losbude errubbelt...
Es sind eher die Strukturen. Sowas wird ja vom Ideenmanager nach unten weitergereicht. Die Entscheidung trifft dann ein jeweiliger "Fachmann" - je nach Fragestellung. In diesem Fall geht so ein Vorschlag zur Prüfung in die IT-Abteilung, wo die Empirum-Profis sitzen... ...die hängen sich den Supportaufwand nicht freiwillig selber an. Die haben seit einem Monat mit Office 2007 zu tun. Man sieht das an den winmail.dat-Anhängen überall... *g*
Mit jedem fundierten Verbesserungsvorschlag wird der Fachabteilung unter die Nase gerieben, daß sie ihre Arbeit nicht gut genung gemacht hat. Und die Leute der Fachabteilung werden auch mit zahlreichen unbrauchbaren Verbesserungsvorschlägen überzogen, die nur Arbeit machen und inhaltlich nicht viel taugen.
Da es in vielen Firmen/Behörden auch für schwachsinnige Verbesserungsvorschläge eine kleine Prämie oder sonstige Anerkennung gibt, gibt es auch Leute, die jeden Schwachsinn einreichen, weil er ein paar Euro bringt.
Die Einreicher werden nach Stückzahl bezahlt, aber die Beurteiler haben nur Mehrarbeit duch das System.
In der Fachabteilung hat man dann irgendwann die Hasskappe auf und sieht es sportlich, das Zeug auf möglichst kurzem Wege abzubügeln.
Mir ist ein Fall in einer kleineren Stadt bekannt, wo es ausdrücklich verboten wurde, nicht lizenzierte Software einzusetzen. Es durfte nurnoch Software verwendet werden, bei der das Recht sie zu nutzen käuflich erworben wurde. Firefox und co. mussten entfernt werden.
Dann muß ie aber auch entfernt werden, weil der kostenlos von ms zur Verfügung gestellt wird. Es gibt bestimmt noch mehr Teile in Windows, die kostenlos sind.
Dann muß ie aber auch entfernt werden, weil der kostenlos von ms zur Verfügung gestellt wird. Nö, der Internet Explorer nur dann verwendet werden, wenn man über eine gültige Windows-Lizenz verfügt.
Von Kevin Krammer am Do, 22. November 2007 um 22:25 #
Es durfte nurnoch Software verwendet werden, bei der das Recht sie zu nutzen käuflich erworben wurde. Firefox und co. mussten entfernt werden.
Naja, das wäre trivial zu beheben gewesen. Einfach eine Computerzeitschrift kaufen, auf deren CD oder DVD die Software drauf ist. Dann ist sie "käuflich erworben" und da die Lizenz beliebige Mehrfachinstallation erlaubt, auch ausreichend lizenziert.
Da haben diejenigen, die vorher Freie Software installiert hatten, ganz schön geschlafen.
Was ich nicht nachvollziehen kann... ich musste vor ein paar Monaten bei einem kommerziellen Produkt einen Einzelsupportcase beantragen. Preis: über 200€. Nur, um mir dann am Ende der Prozedur sagen lassen zu müssen, dass das Problem nicht korrigierbar ist. Warum ist es so unglaublich, anzunehmen, das wäre bei freier Software noch schlechter? Wenn ich die 200€ auf dem Bugzilla eines freien Projektes für die Lösung eines Problems ausloben würde für den, der es als erster löst, hätte ich unter Garantie in kürzester Zeit eine Lösung. Ich bin der festen Überzeugung, dass auf dieser Basis der Support schneller und fruchtbarer wäre. Aber das ist offenbar kein Argument, oder es kommt niemandem in den Sinn...
> Ich bin der festen Überzeugung, dass auf dieser Basis der Support schneller und fruchtbarer wäre.
Reines Wunschdenken! Genauso wie das Gerede vom schnellen Patch. Bei komplexer Sofware ist ein "schneller" Patch nur dumm, weil nicht geprüft wird, ob an anderer Stelle nicht dadurch ein neues Loch aufgerissen wird. Und prüft man es, kann es keinen schnellen Patch geben!
Inzwischen machen es doch alle, auch die Mozilla-Foundation, wie MS, es gibt Žnen Patchday.
Warum ist es so unglaublich, anzunehmen, das wäre bei freier Software noch schlechter?
Das Schöne an KDEs Bugzilla ist das Voting: Bug 31114 ist seit August 2001 offen. Das soll kein Vorwurf gegenüber den Entwickler sein, aber es zeigt, dass manche Anfragen trotz vieler Votes nicht erledigt werden. Ob 200 Euro in diesem Fall einen Unterschied gemacht hätten? Ich wage es zu bezweifeln.
Wenn die 200 Euro nicht reichen, könnte man natürlich unter den Nutzern sammeln. Auch das hat ein KDE-Entwickler schon mal probiert: Es kamen, glaube ich, nicht mal 100 Dollar zusammen. Das zeigt, wie sehr "Freie" Software mit dem Problem, ein öffentliches Gut zu sein, zu kämpfen hat.
Ich bin der festen Überzeugung, dass auf dieser Basis der Support schneller und fruchtbarer wäre.
In Spezialfällen: Sicher! Bei Maschinen-naher Software, die überwiegend von Spezialisten (also: Entwicklern) genutzt wird? Möglicherweise. Bei Endnutzer-naher Software? Sehr unwahrscheinlich.
Von Chris Hildebrandt am Fr, 23. November 2007 um 19:53 #
Toller "Bug", den Du da zitierst. Das ist kein Bug, sondern ein völlig dümmliches Gelabere von jemand der den Unterschied zwischen POP und IMAP nicht versteht. Das ist so blödsinning, das einfach noch keiner Zeit und Mühe aufgewendet hat um diesen Unsinn zu beenden (Bug zu schliessen).
Und nein, auch 200,-- hätten da nicht geholfen - da gibt es keine Hilfe, Dummheit ist leider oft angeboren, und die öffentlichen Bugtracker seriöser Projekte werden leider immer wieder von Deppen und Selbstdarstellern missbraucht.
Dein eigener Post hat in etwa das selbe Niveau wie dieser "Bug-Report", zusätzlich verbreitest Du auch noch abstruse Geschichten über KDE Sponsorship. Ich empfehle Dir dringend ein wenig mehr Zurückhaltung, Recherchieren und Nachdenken bevor Du Dich hier wieder wichtig machst.
Auch die Tatsache, dass es niemandem eingefallen ist, diesen Bug in all den Jahren zu schliessen, bestätigt meine These. Und meinst Du tatsächhlich, dass wäre der einzige Bugreport, den ich hätte zitieren können? Er war nur der erste, den greifbar war. Da stellt sich doch die Frage, wemm hier wirklich etwas an Gehirnmasse fehlt...
Und natürlich konntest Du es nicht sein lassen, den Usern pauschal angeborene Dummheit zu unterstellen. So denkt man also bei KDE über die Leute, die Bugreports einreichen. Gut zu wissen.
Auch kann ich mich nicht erinnern, etwas über KDE Sponsorship geschrieben zu haben. Die Sammlung, von der ich sprach, erfolgt durch den Entwickler privat auf seine Homepage.
Wenn hier also einer durch Mangel an Zurückhaltung, Recherchieren und Nachdenken auffällt, dann bist das wohl Du.
Hmm..ich ueberlege, ob die OpenOffice Entwickler nicht "nebenbei" "fuer eine Handvoll Dollar" einen langfristigen Supportvertrag eingehen wuerden. Bei ordentlicher Stueckzahl waeren die bestimmt bereit an der Stelle etwas zu ermoeglichen. Alleine ein Angebot muss man sich machen lassen, wozu Behoerden ja an sich verpflichtet sind. Denn pauschale Aussagen sind schon deswegen nicht zulaessig, weil ja der Wettbewerb durch die Ausschreibungspflicht gewaehrleistet werden soll. Und wer sagt eigentlich das der Hersteller der Verwaltungssoftware fuer Amt X nicht in 2 Jahren insolvent ist? Alles nur lauwarme Luft und wenig Arbeitswille, habe ich so manchmal das Gefuehl.
Mein Bruder Arbeitet bei der Stadt und hatte seinem Vorgesetzten einen Vorschlag zur Kostenreduktion gemacht. Allen Bueros in seinem Bereich anstatt MS-Office ein OpenOffice zu verpassen. Das haette zur Folge, dass der Bereich eine Einsparung erreicht der vom Rat gefordert wurde. Nur passieren wird da nix - vermute ich, denn die IT hat ja genug zu tun - zB.: Die Desktopverknuepfung eines Word-Dokumentes auf Diskette zu kopieren. Solche Spaesse hat mein Bruder oefters erlebt - und der ist interessierter Computerbenutzer. Also kein Profi...
>Mein Bruder Arbeitet bei der Stadt und hatte seinem Vorgesetzten einen Vorschlag zur Kostenreduktion gemacht. Allen Bueros in seinem Bereich anstatt MS-Office ein OpenOffice zu verpassen
So gerne ich das sehen würde, das läuft so leider nicht. OpenOffice kann leider doc und xls Dateien nicht immer richtig anzeigen. Das "nicht immer" ist zwar gering, aber hoch genug um zu verhindert, das Abteilungen die von außen beliebige Dokumente bekommen, auf OpenOffice umschwenken können. Deshalb ja der ganze Hickhack um offene Dokumentenformate, unter anderem damit ein Dokument, unabhängig vom Programm gleich angezeigt und gespeichert werden kann. Bevor nicht die Anweisung kommt offene Dokumentenformate zu nutzen, werden sich einzelne Abteilungen hüten sich Probleme beim Dokumententausch zwischen Abteilungen anzulachen. Und das leider verständlicher weise. Bei uns nutzen wir zwar oft OpenOffice, aber häufig gibt es die Vorgabe das Doc-Format zum Dokumentenaustausch zu nutzen und dann wird mindestens vor dem Herausgeben des Dokumentes, nochmal mit MSOffice darüber geschaut.
Warum sollte den Staat das stören - geht das Dokument mit Bitte um Formatänderung halt wieder zurück. Die Privatwirtschaft ist auf Bewilligungen etc. angewiesen und wenn die Firmen merken, daß sie nur mit mit OOo oder ersatzweise pdf weiterkommen, zeigt die Privatwirtschaft ganz schnell entsprechende Flexibilität.
Freie Datenformate über die Behörden durchzusetzen, halte ich ich für die effektivste Methode überhaupt. Zwei Jahre ankündigen und dann knallhart alle inkompatiblen Formate ablehnen. Wäre ganz einfach, wenn in unserem föderal strukturierten Lande nicht wenigstens die Behörden-IT länderübergreifend koordiniert würde.
> Warum sollte den Staat das stören - geht das Dokument mit Bitte um Formatänderung halt wieder zurück.
Da kann man mal wieder sehen, wie weit manche Ideologen aus der OS-Szene gehen. Was Du da vorschlägst ist der "Große Bruder" der dem Bürger sogar vorschreiben soll was für Software er benutzt - 1984 läßt grüßen. Fanatische Ideologen wie Du sind 1000 Mal schlimmer als MS!
Liebes Trollhäschen, ich habe nirgendwo geschrieben, welche Software benutzt werden soll, sondern nur, daß offengelegte - vorzugsweise freie - Dateiformate verbindlich sein sollten. Wer die nun, sei es in Form von freier Software oder proprietär, implementiert ist völlig offen. Den Rest regelt der Markt.
Support kannst du dich auch direkt von SUN oder einem der Partner kaufen. Eigentlich für alles gibt es irgendjemanden, der auch bereit ist den Supportaspekt abzudecken.
> ... zusätzlich zu MS-Paint Gimp4win auf den Arbeitsplätzen anzubieten,...
Völlig realitätsfern! Dann müßten nämlich die Leute die Bedienung von zwei Programmen lernen, und jeder würde dann sein "Lieblingsprogramm" wählen. Und wenn die dann untereinander ausgetausch werden sollen, sind die beiden Programme untereinander kompatibel? Selbst wenn, der Aufwand der dadurch entstünde würde nur die Kosten in die Höhe treiben.
Sämtliche von MS-Paint unterstützten Formate werden auch zu 100% von Gimp unterstützt. Somit ist deine Schlußfolgerung falsch. Allerdings könnte damit Geld gespart werden, da MAs nun produktiver sein könnten.
Bis MA anfangen, XFCs rüberzuschicken. Und die MS-Paint Leute sich dann wundern. Und natürlich ist GIMP auch genau das richtige Werkzeug um einfache Grafiken zu erstellen. Es hat ja so eine flache Lernkurve!
Manchmal ist "kostenlos" einfach nicht wirtschaftlich.
Ich bin Administrator in einer großen Behörde und ziehe eigentlich freie Systeme vor. Aber aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, das so eine Umstellung recht schwierig ist. Einzelne Teile lassen sich unkompliziert umstellen, z.B. Webserver auf LAMP und unser Notes-Server läuft auch unter Linux. Bei Domänencontroller gibt es momentan noch keine echte Alternative zu Windows, zumindest nicht, wenn man Windows auch auf den Clients hat. Und auch für das klassische Fileserving arbeitet Windows natürlich am besten mit Windows zusammen, auch da hinkt Samba noch hinterher. Aber das kommt schon noch.
Wie sieht es auf den Clients aus? Einzelne Anwendungen lassen sich relativ problemlos ersetzen, z.B. Firefox als Browser. Das ganze Betriebssystem ist schon wieder schwierig und aufwendig, da sich Windows-Clients im Zusammenspiel mit Windows-Servern über Policies schon ziemlich gut administrieren lassen. Openoffice als Office-Programm selber ist sicherlich eine Alternative, aber bei uns gibt es riesige Ansammlungen von Vorlagen mit Makros, teilweise Anbindungen von anderen Anwendungen nach MS Office und umgekehrt. Das alles auszutauschen ist ein riesiger Aufwand, der auch richtig Geld kosten würde.
Fazit: Bei dem derzeitigen Stand von bestimmten OSS-Projekten (und meines Wissenstandes) würde ich in einer großen Firma oder Behörde nicht komplett zu OSS-Systemen wechseln wollen.
Was mich aber mal interessiert: Kennt jemand eine Webseite, die sich genau damit beschäftigt, wie man in großen Unternehmen Linux einsetzt? Mit Dingen wie Benutzerverwaltung, Rechtevergabe, Policies, Fileserving, etc.? In kleinen Firmen mit 5-10 Mann ist so etwas nicht wirklich ein Problem, in großen Firmen ist das ein ganz anderer Schnack.
Wenn da jemand etwas kennt, wäre das total klasse!
> Bei Domänencontroller gibt es momentan noch keine echte Alternative zu Windows, zumindest nicht, wenn man Windows > auch auf den Clients hat. Man kann nur beten, dass Samba 4 bald fertig ist...
> z.B. Firefox als Browser Der Firefox braucht leider auch ein paar Tricks, um sich sauber in eine Domäne einzufügen. MSI-Pakete gibt es nur von Drittanbietern und um zum Beispiel Proxyeinstellungen über eine Gruppenrichtlinie zu verteilen braucht man gewaltige Handstände mit eigenen GPO-Skripten, Umgebungsvariablen und Firefox-Plugins.
> würde ich in einer großen Firma oder Behörde nicht komplett zu OSS-Systemen wechseln wollen Die Probleme bei einer homogenen freien Lösung sind fast noch geringer als bei einer Mischlösung, das sagst Du ja selbst.
Stichworte wie Migration und Linux sollten helfen. Es gibt auch Webseiten zu dem Thema, leider habe ich gerade keinen Link parat. Gute Quellen sind auch die Fachzeitschriften wie IX, Linux Magazin, Linux Professionell etc.
Meines Wissens haben z.B. die Debeka-Versicherung und ein großer deutscher Autovermieter komplett oder annähernd komplett auf Linux umgestellt.
Mal was ganz anderes: Wer hat denn hier den Einleitungssatz verbrochen? "Adoption" offener Standards ist ja wohl sowas von faul aus dem Amerikanischen nichtübersetzt. Hierzulande würde man wohl eher von "Übernahme" oder "Einsatz für" offene Standards sprechen, sofern es nichts mit Waisenkindern zu tun hat.
... leidet auch unter besonderer Verschwendungssucht im IT-Bereich, hier ein Auszug:
Als sogenanntes ,,Rundum-Sorglos-Paket" mietete das Deutsche Patent- und Markenamt seit dem Jahre 1999 den Großteil seiner Computer, Software und Dienstleis- tungen im Gesamtwert von fast 8 Mio. Euro für drei Jahre. Es gab so im Vergleich zu Kauf und fünfjähriger Nutzungsdauer über 1 Mio. Euro mehr aus. Für Software, die ihm der Vermieter vermittelt hatte, bezahlte es das Dreifache des Preises, der fällig geworden wäre, wenn es die Software direkt beim Hersteller gekauft hätte. Nach Ablauf der Mietverträge wurden die Mietgegenstände re- gelmäßig zum Restwert gekauft und Restwertzahlungen auch für Dienstleistungen geleistet, die im Rahmen der Mietverträge bereits abgegolten waren.
Bei den Rechnungshöfen arbeiten auch nur Menschen, und oft sind es nicht gerade die hellsten Köpfe - wer hat schon Lust, in irgendwelchen alten Vorgängen und staubigen Akten rumzuwühlen ?
Auf die Goldwaage legen darf man Rechnungshof- Berichte nicht gerade - da stehen oft Milchmädchen- Rechnungen, abenteuerliche Vereinfachungen und nicht durchdachte Wertungen drin. Die Leute müssen ja auch möglichst viel finden, um ihre Existenz zu rechtfertigen.
Auf der anderen Seite kommt es sicherlich auch vor, daß die die wirklich dicken Fische nicht finden oder sich da nicht rantrauen.
Jedenfalls sollte man das nicht alles unbesehen glauben.
Kam doch mal ein Beschaffungsantrag eines Messtechnikers vom zuständigen Prüfer mit der Rückfrage zurück, warum die Stecker denn vergoldet sein sollten - antwortete er: Weil massiv-Gold zu teuer ist .
Das hat allerdings wenig mit der damaligen Monopolstellung zu tun, als mit dem Ansatz "Unglaublich teuer in der Anschaffung, dafür läuft es dann auch 15 Jahre durch bis man es wegschmeißt", also das "Leitmotiv" eines Mainframes.
Von anon Y mous am Fr, 23. November 2007 um 19:48 #
solange in der verwaltung absolute edv nasen sitzen, brauche ich mir keine hoffnung zu machen. beispiele: - in der oertlichen verwaltung hat der edvler ueber EINE woche gebraucht um einen port in der fw zu oeffnen. der hatte sich das ding noch nie angesehen und wusste auch nicht was ein port ist! - in unserem finanzamt frickelt die edv abteilung seit zwei jahren an einem thin client system, ohne messbaren erfolg - benachbarte kreisverwaltung: das softwarehaus hat denen allen ernstes exchange 2007 installiert. jetzt merken sie gerade, dass ein grossteil nicht ueber das gui zu administrieren ist und sind sauer.
Kenne auch solche Beispiele auf noch höherer Ebene (Bundesland!). Offenbar reicht es da, MS Office-Kenntnisse und eine erfolgreiche Windows-Installation mit Anschluß ans LAN als Ausweis für professionelle EDV-Fähigkeiten anzubieten
Und das mit dem Exchange ist leider gängige Praxis. Die meisten EDV-Buden vor Ort kennen nur MS (und kennen ist hier richtig, da rennen oft Typen rum, die tatsächlich kein anderes Betriebssystem ansatzweise kennen - ihr eigenes tolles System übrigens oft auch nicht richtig ...). Und wenn diese Experten nach einem Server gefragt werden, wird "natürlich" und schon aus eigennützigen finanziellen Gründen (auch MS-Server können eben nicht problemlos und schon gar nicht von Laien administriert werden) ausschließlich der Kram aus Redmond angeboten.
Dazu kommt noch das Gewohnheitdenken: MS haben wir, MS nehmen wir.
Und natürlich das Denken in vermeintlichen Standards: Computer = PC, Betriebssystem = Windows, Textverarbeitung = MS Word, Mailserver = MS Exchange-Server ... das gibt's sogar bei freier/quelloffener Software: CMS-System = Typo3 (auch wenn einer nur 5 gelegentlich gepflegte Seiten in seinem Auftritt hat...)
"Empfehlungen" des Bundesrechnungshofes sind (wie der Name ja schon sagt) für niemanden bindend
und mehr als Empfehlungen aussprechen kann und darf er nicht. Er ist insofern also ein Papiertiger.
Deshalb geht ja auch jedes Jahr das Geheule um die staatliche Geldverschwendung von Neuem los -
für ein paar Tage jedenfalls.
Danach ist (bis zum nächsten Jahr) alles wieder wie gehabt.
Sebalin.
Das muss ja nicht auf Dauer so bleiben.
> Danach ist (bis zum nächsten Jahr) alles wieder wie gehabt.
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Vielleicht erfährt durch den Bericht auch mal die einen oder anderen Entscheider, dass es überhaupt Alternativen gibt.
lg
Erik
Aber selbstverständlich wird das auf Dauer so bleiben, schließlich geht es ja schon seit einem
halben Jahrhundert so.
Oder glaubst du tatsächlich, die Politker geben dem Rechnungshof irgendwann mal echte Macht
und weitreichende Befugnisse? - Da wärn sie ja schön dumm!
Außerdem haben im Bundestag sowieso die Beamten - queer durch alle Parteien - das Sagen und die würde
es doch dann vor allem erwischen, weshalb die da auch bis zum letzten dagegen kämpfen.
Und den Kampf gewinnen sie auch spielend, wie man ja seit Jahrzehnten sieht.
"Noch Fragen, Kienzle?"
Sebalin.
Zu den machthabenden Beamten, das stimmt nicht ganz. Soweit ich weiß, sind weder die Abgeordneten noch gar die Regierung verbeamtet.
Abgeordneten noch gar die Regierung verbeamtet.
Die paar Männeken nicht aber was könnten die ausrichten, GEGEN den geballten Widerstand ihrer Fraktionen?
Schau dir mal die Biographien der MdBs an:
> http://www.bundestag.de/mdb/bio/index.html
Mehr als die Hälfte, egal welche Partei, sind Beamte oder kommen doch zumindest aus deren Dunstkreis.
Der Unterschied ist nur, dass es sich bei CDU/CSU mehr auf die mittleren und höheren Verwaltungsbeamten konzentriert,
während bei der SPD unverhältnißmäßig viele *Lehrer* vertreten sind. Nicht ganz so arg siehts bei FDP und Grünen aus aber
der Anteil der Beamten ist auch da immer noch sehr beachtlich. Das Schlußlich bildet die PDS, da deren Ex-SED-Mitglieder
ja nur sehr selten mal in ein Beamtenverhältnis übernommen worden.
Irgendwo gabs da auch mal eine genaue Auflistung nach Berufen aber die find ich jetzt natürlich mal wieder nicht.
Sebalin.
Vielleicht werden MS-Produkte ja einfach genutzt weil sie zumindest irgendwie funktionieren. Warum ändern? Die Bevölkerung ist Mittelmaß, die Regierung ist Mittelmaß, warum nicht auch die Verwaltungssoftware?
Klar, es ist sehr mühsam. Gegen jahrzehntelang gewachsene Seilschaften in den Parteien (und zwar in allen) ist es
sehr schwer anzukommen. Nichts desto trotz sollte man nicht nur meckern. Zum parteipolitischen Engagement gibt es auch noch die
Alternative sich in Aktionen und Initiativen einzubringen (z. B. AK Vorratsdatenspeicherung, FFII).
Hier zeigt sich wieder dein gefährliches Halbwissen. Es müsste heißen, Beamte aus dem gehobenen und höheren Dienst!
Einstiegsamt für Lehrer ist die Endstufe A9 aus dem mittleren Dienst, somit Anfangsstufe für den gehobenen Dienst.
>> während bei der SPD unverhältnißmäßig viele *Lehrer* vertreten sind.
Mag so scheinen, den größten Anteil der Regierungspolitiker stellt die juristische Fraktion ... dort sind proportional
unverhältnismäßig viele Rechtsanwälte und sonstige Rechtsverdreher am Werk.
>> Irgendwo gabs da auch mal eine genaue Auflistung nach Berufen aber die find ich jetzt natürlich mal wieder nicht.
Sicher, kannst du nicht, oder willst du nicht.
Ich würde mir persönlich wünschen, dass Regierungspolitiker verbeamtet wären, dann wäre es ein leichtes sie für
unverhältnismäßig hohe Kosten, oder Dienstverfehlungen an den Arsch zu bekommen.
>> Mehr als die Hälfte, egal welche Partei, sind Beamte oder kommen doch zumindest aus deren Dunstkreis.
Na wenn da mal keiner Vorurteile hat, oder gar einfach drauf los pauschalisiert!
Ich würde schon zwischen Beamte und Beamte unterscheiden .... ich würde mir mal wünschen, dass alle Verwaltungsbeamten
in Rathäusern, Rentenabteilungen(jetzt 'Deutsche Rentenversicherung Bund') und alle Executiv-Beamte (Polizei etc) für
zwei Wochen die Arbeit einstellen.
Danach würde hier kein Stein auf dem anderen mehr stehen.
Interessant ist immer wieder, dass die Beamten-Basher aus der freien Wirtschaft kommen, meisten ein mehr oder
weniger mittelprächtigen Schulabschluß-Abgang haben und der unteren Mittelschicht angehören.
Also kurz, die Verlierer der Gesellschaft sind (Prekariat)
Lacht mal wieder
PS: Ja ich bin Pensionär --- Ich habe das System durchschaut und benutzt
Abgesehen davon daß das nicht passieren wird - was meinst du, wie schnell das Dienstrecht flauschig weichgespühlt wäre...
Das ist doch wie bei den ÖR. Wenn nicht alle Mittel ausgegeben werden, werden die Mittel gekürzt, bzw. man kann nicht noch mehr Mittel fordern.
Dummheit, Beharrungsvermögen und Bequemlichkeit sind nicht direkt strafbar, aber in extremen Fässen läßt sich da sehr wohl was über das Disziplinarrecht machen.
Und Vorteilnahme ist nicht nur ein Disziplinartatbestand, sondern Straftatbestand. Da gibt es erst einen vom Strafrichter übergebraten und dann noch einen vom Disziplinargericht.
Selbst bei Bagatellfällen (ein paar Euro aus der Kasse unterschlagen) ist die Entlassung üblich; mit Glück und entlastender Sozialprognose gibts vielleicht nur 'ne Degradierung; aber beim zweiten Fehlgriff ist dann garantiert der Rausschmiß fällig.
Es fliegen auch immer wieder Leute auf, die mit Beschaffung oder Bauwesen zu tun haben - z.B. bei der Bahn.
Korruption gibt es auch in der Privatwirtschaft reichlich; denk mal an den VW- Skandal oder Siemens - und die sind nur die Spitze des Eisbergs.
Und das "Dezemberfieber" (bewilligte Mittel noch schnell zum Jahresende raushauen) gibt es in JEDEM Laden, der eine Budgetplanung macht.
Der Unterschied zwischen Öffentlichem Dienst und großen Privatfirmen ist allerdings, daß es in Konzernen legal ist, wenn sich die Führungskräfte gegenseitig die Taschen vollstopfen (bei der Bahn sollen sich z.B. in den letzen 10 Jahren die Gehälter des Vorstands verdreifacht haben), im öffentlichen Dienst ist es strafbar.
In privatwirtschaftlichen Unternehmen läßt sich viel leichter Geld verbrennen als im öffentliche Dienst. Da wird zwar der Steuerzahler nicht direkt geschädigt, aber indirekt zahlt die Allgemeinheit für so etwas letztlich auch.
Aber gott erhalte Dir Deine kleine schwarz- weiße Welt ,-)
Ich denke, da gibt es einen kleinen Unterschied: Man wird dazu gezwungen, Steuerzahler zu sein und die Verschwendungen des öffentlichen Dienstes mitzutragen.
Man kann aber niemanden zwingen, die Verschwendungen in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen zu tragen. Sicher! Wenn man nicht aufpasst, bezahlt man dafür, aber das ist das Problem desjenigen selbst.
Eine weitere Schwierigkeit ist das Feststellen von Verschwendung: Die Gehälter von Vorständen mögen sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht haben, aber wer kann denn schon beurteilen, dass es sich hierbei um Verschwendung handelt? Denn im Gegensatz zur Einbildung mancher Möchtegern-Vorstände haben sich diese im Ernstfall nicht immer als tauglich erwiesen. Man denken nur an das Fiasko der Gewerkschaftler in den 70er. Oder die Vorstände der Internet-Blasen-Unternehmen.
Man sollte mit Formulierungen wie "die Allgemeinheit wird geschädigt" vorsichtigt sein. Was eine Schädigung ist, ist meist sehr subjektiv, und inwieweit die Allgemeinheit tatsächlich davon betroffen ist, prüft keiner.
Mit dem Schönheitsfehler, daß Du das in der Regel gar nicht erfährst, weil nur ein kleiner Teil solcher Vorfälle publik wird. Sinnvoll auswählen kann man nur, wenn man die nötigen Informationen hat. Und wenn Du sie hätttest, würdest Du in der Flut ersticken.
> Die Gehälter von Vorständen mögen sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht haben, aber wer kann denn schon beurteilen, dass es sich hierbei um Verschwendung handelt?
Ein Anhaltspunkt dürfte sein, das mit den stagnierenden Gehältern normaler Sterblicher zu vergleichen.
Mein Beitrag ist - zugegeben - polemisch und OT, weil ich mich über die unterschwellige Botschaft solcher Meldungen ärgere - die lautet nämlich: die Privatwirtschaft kann das besser, man muß nur privatisieren und deregulieren.
Wie man an den Strompreisen sieht, oder der privaten Altersvorsorge: Über die können sich nur die Aktionäre und das Spitzenmanagement freuen.
Die einzige Ausnahme, die dem Kunden was gebracht hat, ist die Deregulierung im Telekommunikationsmarkt. Aber der ist untypisch, weil es ein starker Wachstumsmarkt ist.
Vergleicht man also die Gehälter von Vorständen mit denen von normalen Leuten, ist das irreführend: Denn das Angebot an normalen Leuten ist vergleichsweise groß, währeend die Nachfrage eher gering ist. Das Angebot von Leuten, die als Vorstand geeignet sind, ist allerdings vergleichsweise klein und die Nachfrage nach ihnen vergleichsweis groß. Darum verdienen die so gut.
Es braucht auch niemanden zu kümmern, ob ein Vorstand jetzt überdurchschnittlich Geld verdient: Jeder muß nur entscheiden, ob ihm das angebotene Gut den Preis wert ist oder nicht.
Sicher hast Du Recht, dass ein pauschales Urteil, jede Leistung können besser durch einen Markt erbracht werden, falsch ist. Das gleiche gilt aber auch in die andere Richtung: Nur weil etwas bisher durch den Staat erledigt wurde, bedeutet nicht, dass es damit tatsächlich die bessere Lösung ist!
So darf man schon fragen, warum wir in Zukunft Software durch den Staat finanzieren sollten. Oder warum Universitäten staatlich finanziert werden. Etc. Etc.
Zudem gibt es Fehlregulierungen: Am Strommarkt hätte man die Leitungen von den Herstellern trennen müssen, weil es (a) kein Substitut dafür gibt (im Gegensatz zur Bahn etwa) und (b) die Transaktionskosten relativ gering sind (auch hier im Gegensatz zur Bahn).
Und manche "Deregulierungen" dienen nur der Verschleierung der Tatsache, dass Politker ihren Wählern nicht die Wahrheit sagen können, weil diese zu doof sind, damit umzugehen -- da wird dann rumgewurschtelt und die Tatsachen politisch schön zu reden. Das betrifft etwa die Rentenvorsorge, aber auch den Arbeitgeberanteil für die meisten Sozialversicherungen.
Vergleicht man also die Gehälter von Vorständen mit denen von normalen Leuten, ist das irreführend: Denn das Angebot an normalen Leuten ist vergleichsweise groß, während die Nachfrage eher gering ist. Das Angebot von Leuten, die als Vorstand geeignet sind, ist allerdings vergleichsweise klein und die Nachfrage nach ihnen vergleichsweise groß. Darum verdienen die so gut.
Ich glaube nicht mehr, daß Qualifikation zur Erreichung eines solchen Postens wesentlich ist. Sicher, ganz ohne Qualifikation geht es nicht, aber wichtiger ist es, dem richtigen Netzwerk anzugehören (früher nannte man das Seilschaft). Ich kenn' da so ein Großunternehmen, in dem einige "kleinen Kaiser in der zweiten und dritten Reihe" ziemlich wenig Kleider anhaben (über den ganz oben kann ich mir zugegebenermaßen kein Urteil erlauben, aber warum sollte es bei dem anders sein, wenn er solche Leute einstellt).
Und die Höhe der Gehälter bemißt sich eben nicht nach Angebot und Nachfrage, weil die Kontrolle von Großunternehmen schlicht und einfach nicht funktioniert.
In den Aufsichtsräten sitzen ehemalige Spitzenmanager der Firma oder Spitzenmanager anderer Konzerne bzw. Banken. Das ist eine geschlossene Managerkaste, und dieses Kastenwesen führt dazu, daß man man sich gegenseitig die Taschen vollstopft.
Im Toyota- Kundenmagazin haben sie vor ein oder zwei Jahren mal süffisant erwähnt, daß der Toyota- Vorstand nur einen Bruchteil (ich glaub, das war nur 1/20) des Daimler- Vorstandes verdient. Toyota ist die mit Abstand erfolgreichste Automarke.
Unternehmenskultur muß man vorleben. Wenn die vorgelebte Unternehmenskultur darin besteht, sich möglichst gründlich zu bereichern, versucht das Fußvolk, das nachzuleben. Wenn dann die Qualität den Bach runtergeht, besteht bei vielen Konzernen die Lösung darin, mehr Geld in das Marketing zu schieben und die Kohle beim Fußvolk einzusparen. Irgendwann merkt der Kunde, was da läuft, fühlt sich verulkt und bleibt weg.
So läuft das Spiel im Moment, und es besteht wenig Hoffnung, daß sich das ändert.
Stell Dir vor, Du möchtest biologisch angebautes Brot kaufen. Du bist bereit, dafür mehr zu zahlen. Also hat jeder Bäcker einen Anreiz zu behaupten, sein Brot wäre biologisch angebaut. Wer sagt Dir, dass Dein Bäcker die Wahrheit spricht? Und wie würdest Du es prüfen?
Typischerweise ist es für Dich zu teuer, die Angaben Deines Bäckers tatsächlich zu prüfen. Darum gehst Du zu einem Bäcker, dem Du vertraust. Die Ursache für diese Vertrauen ist manchmal schon echt lächerlich. Trotzdem hat man keine andere Wahl.
Nichts wesentlich anderes passiert bei der Promotion von Vorständen: Es ist schwierig festzustellen, ob jemand tatsächlich ein Unternehmen gut führen wird. Selbst wenn die Bilanz nicht stimmt, kann man nicht immer sagen, wer jetzt dafür verantwortlich ist. Darum ist Vertrauen -- und dies erzeugt man auch durch jahrelanges Kennenlernen -- ein so großer Faktor bei der Wahl des Managers.
Und um auch noch Dein Vorurteil gegenüber dem Wert von Marketing etwas entgegen zu setzen: Wenn es dem Kunden an Vertrauen mangelt, dass ein Brot biologisch angebaut ist, hilft es nichts, mehr Geld in die Produktion zu stecken. Aber es hilft sehr wohl, mehr Geld ins Marketing zu stecken. Wer versucht, einen guten Ruf mit viel Geld aufzubauen, wird nicht riskieren, seine Kunden zu betrügen. Würde das rauskommen, wäre das in den Ruf investierte Geld nämlich weg.
Der Spruch der Techniker "Ein gute Produkt verkauft sich von selbst" ist manchmal leider falsch.
(Ähnliches gilt auch für Open Source: Die Qualität ist bei manchen Projekt schon sehr gut, aber warum wohl stürmen die Leute nicht die vituellen Regale nach diesen kostenlosen Produkten? Ihnen fehlt das Vertrauen und das wird verursacht durch den Mangel an "Marketing".)
Märkte sind nunmal nicht perfekt. Insbesondere unterschiedliche Informationen über die Qualität von Gütern verursachen Probleme. Manchmal kann man das umgehen (etwa durch Marketing), manchmal eher nicht (beim Management).
Du versuchst, ein oszönes System, das von der Gier einiger Privilegierter getrieben wird, mit Vernunft zu begründen. Das ist sinnlos.
Weiterhin habe ich nicht gesagt, daß Marketing per se schlecht sei, sondern daß Marketing gern benutzt wird, um Mißstände zu kaschieren.
Ja, und Märkte sind in der Tat nicht perfekt. Die Ideologie von der Überlegenheit der Märkte ist schon im Ansatz falsch, weil sie perfekt informierte Marktteilnehmer voraussetzt, die es in der Praxis nicht gibt.
Darum funktioniert Marktwirtschaft nur dann halbwegs, wenn sie in ein enges Korsett flankierender Gesetze gesteckt wird - das nannte man mal soziale Marktwirtschaft. Die geht aber durch die Globalisierung den Bach runter- Regierungen sind nicht mehr inhaber der Macht; sie tun nur noch so.
So, habe keine Lust mehr zum Diskutieren.
Sprach Hänschen Selbstgerecht, und zog sich schmollend an seine Konsole zurück. Ist wirklich schon manchmal richtig frech, daß andere Leute tatsächlich andere Ansichten haben.
Du hast hier etwas nicht verstanden, ich denke mangels Ressourcen wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz erfasst.
Oh_no bricht die Diskussion ab, weil sein Gegner schon seit 3 Postings mangels Argumenten wehrlos am Boden liegt.
Auf wehrlos am Boden liegende Kontrahenten wird nicht mehr eingeschlagen, dies ist ein Ehrenkodex der geistigen
Elite
Denk mal drüber nach, lasse mir nächstes Jahr gleiches Datum, dein Ergebnis zu kommen. Solltest du unter Zeitdruck
geraten, darf es auch übernächstes Jahr sein.
Neee, im Ernst er hat einfach Recht muss man neidlos anerkennen.
Lacht mal wieder!
Es ist eigentlich schade, dass jemand, der sich gegen die Verbreitung von Vorurteilen und Stammtisch-Mythen ausspricht, selbst solche kritiklos verbreitet.
Hier haben wird den Grund, warum Politiker nicht die Wahrheit sagen können: Es gibt zuviele Trottel im Volk, die schlicht die Arbeit scheuen, ihre Vorurteile abzubauen, und fortfahren, ihre Stammtischgeschwätz zu verbreiten.
Es ist klar das ein Grundpunkt bei Korruption das Verschleudern von Geld ist.
Aber das ist ein System das ein paar wenige Menschen etabliert haben und davon profitieren.
Die Mehrheit der Menschen begrüsst so ein System NICHT.
Es ist nur eine Frage der Zeit bis solche bewusst gemachten Fehler wegfallen werden.
Zuvor muss es echte Demokratie geben, ohne Politiker-Trolle wie Schäuble.
Bei solchen Ansichten gehen einem doch die Fragen aus...
Vielleicht ist das ja genau das Problem:
Man kann auf so etwas entweder mit dem Kopf schütteln und abwinken oder aber,
dem Kunden zuhören und seine Bedenken ernst nehmen.
Möglicherweise entscheiden sich ja aber unterm Strich zu viele für die erstere Variante?
Sebalin.
Nicht sicher dass Du das Posting verstanden hast.
In einer Behörde bittet ein Mitarbeiter im Rahmen eines Verbesserungsvorschlags um das Verfügbarmachen der kostenlosen und frei lizenzierten Software Gimp durch die hauseigene IT-Abteilung, die das ablehnt und damit begründet, dass die Software ohne monetäre Absichten entwickelt wird und dadurch ihre Zukunft zu unsicher sei.
Wer schüttelt bei welchen Kunden wessen Kopf über welches Problem?!
Bezogen auf diesen, in IT-Begriffen antiken, Wissenstands, durchaus eine nachvollziehbare Entscheidung.
Tja, und wenn dem so ist, woran könnte das wohl liegen? An dem Mangel an monitären Anreizen vielleicht?
Das ist ungefähr so wie "zusätzlich zum Wordpad Office 2007"...
> da hinter FOSS-Software kein monetärer Anreiz stehe
Klar - der der Kunden. Manchmal frage ich mich nicht, warum es Menschen wie dieser Entscheider nicht in die Wirtschaft geschafft haben - der hat das Diplom vermutlich an der Losbude errubbelt...
lg
Erik
Sowas wird ja vom Ideenmanager nach unten weitergereicht. Die Entscheidung trifft dann ein jeweiliger "Fachmann" - je nach Fragestellung.
In diesem Fall geht so ein Vorschlag zur Prüfung in die IT-Abteilung, wo die Empirum-Profis sitzen... ...die hängen sich den Supportaufwand nicht freiwillig selber an.
Die haben seit einem Monat mit Office 2007 zu tun. Man sieht das an den winmail.dat-Anhängen überall... *g*
das liegt an den Strukturen.
Mit jedem fundierten Verbesserungsvorschlag wird der Fachabteilung unter die Nase gerieben, daß sie ihre Arbeit nicht gut genung gemacht hat. Und die Leute der Fachabteilung werden auch mit zahlreichen unbrauchbaren Verbesserungsvorschlägen überzogen, die nur Arbeit machen und inhaltlich nicht viel taugen.
Da es in vielen Firmen/Behörden auch für schwachsinnige Verbesserungsvorschläge eine kleine Prämie oder sonstige Anerkennung gibt, gibt es auch Leute, die jeden Schwachsinn einreichen, weil er ein paar Euro bringt.
Die Einreicher werden nach Stückzahl bezahlt, aber die Beurteiler haben nur Mehrarbeit duch das System.
In der Fachabteilung hat man dann irgendwann die Hasskappe auf und sieht es sportlich, das Zeug auf möglichst kurzem Wege abzubügeln.
PS: Ja, ich weiß vovon ich rede
Nö, der Internet Explorer nur dann verwendet werden, wenn man über eine gültige Windows-Lizenz verfügt.
Naja, das wäre trivial zu beheben gewesen. Einfach eine Computerzeitschrift kaufen, auf deren CD oder DVD die Software drauf ist.
Dann ist sie "käuflich erworben" und da die Lizenz beliebige Mehrfachinstallation erlaubt, auch ausreichend lizenziert.
Da haben diejenigen, die vorher Freie Software installiert hatten, ganz schön geschlafen.
Aber die Frage wäre dann: gibt es in Deutschland keine EDV Dienstleister?
lg
Erik
Wäre interessant ob es funktioniert!
Grüße
Gregor
Reines Wunschdenken! Genauso wie das Gerede vom schnellen Patch.
Bei komplexer Sofware ist ein "schneller" Patch nur dumm, weil nicht geprüft wird, ob an anderer Stelle nicht dadurch ein neues Loch aufgerissen wird. Und prüft man es, kann es keinen schnellen Patch geben!
Inzwischen machen es doch alle, auch die Mozilla-Foundation, wie MS, es gibt Žnen Patchday.
lg
Erik
Das Schöne an KDEs Bugzilla ist das Voting: Bug 31114 ist seit August 2001 offen. Das soll kein Vorwurf gegenüber den Entwickler sein, aber es zeigt, dass manche Anfragen trotz vieler Votes nicht erledigt werden. Ob 200 Euro in diesem Fall einen Unterschied gemacht hätten? Ich wage es zu bezweifeln.
Wenn die 200 Euro nicht reichen, könnte man natürlich unter den Nutzern sammeln. Auch das hat ein KDE-Entwickler schon mal probiert: Es kamen, glaube ich, nicht mal 100 Dollar zusammen. Das zeigt, wie sehr "Freie" Software mit dem Problem, ein öffentliches Gut zu sein, zu kämpfen hat.
Ich bin der festen Überzeugung, dass auf dieser Basis der Support schneller und fruchtbarer wäre.
In Spezialfällen: Sicher! Bei Maschinen-naher Software, die überwiegend von Spezialisten (also: Entwicklern) genutzt wird? Möglicherweise. Bei Endnutzer-naher Software? Sehr unwahrscheinlich.
Und nein, auch 200,-- hätten da nicht geholfen - da gibt es keine Hilfe, Dummheit ist leider oft angeboren, und die öffentlichen Bugtracker seriöser Projekte werden leider immer wieder von Deppen und Selbstdarstellern missbraucht.
Dein eigener Post hat in etwa das selbe Niveau wie dieser "Bug-Report", zusätzlich verbreitest Du auch noch abstruse Geschichten über KDE Sponsorship. Ich empfehle Dir dringend ein wenig mehr Zurückhaltung, Recherchieren und Nachdenken bevor Du Dich hier wieder wichtig machst.
Greetings,
Chris
Und natürlich konntest Du es nicht sein lassen, den Usern pauschal angeborene Dummheit zu unterstellen. So denkt man also bei KDE über die Leute, die Bugreports einreichen. Gut zu wissen.
Auch kann ich mich nicht erinnern, etwas über KDE Sponsorship geschrieben zu haben. Die Sammlung, von der ich sprach, erfolgt durch den Entwickler privat auf seine Homepage.
Wenn hier also einer durch Mangel an Zurückhaltung, Recherchieren und Nachdenken auffällt, dann bist das wohl Du.
einen langfristigen Supportvertrag eingehen wuerden. Bei ordentlicher Stueckzahl waeren die
bestimmt bereit an der Stelle etwas zu ermoeglichen.
Alleine ein Angebot muss man sich machen lassen, wozu Behoerden ja an sich verpflichtet sind.
Denn pauschale Aussagen sind schon deswegen nicht zulaessig, weil ja der Wettbewerb durch die
Ausschreibungspflicht gewaehrleistet werden soll. Und wer sagt eigentlich das der Hersteller der
Verwaltungssoftware fuer Amt X nicht in 2 Jahren insolvent ist?
Alles nur lauwarme Luft und wenig Arbeitswille, habe ich so manchmal das Gefuehl.
Mein Bruder Arbeitet bei der Stadt und hatte seinem Vorgesetzten einen Vorschlag zur
Kostenreduktion gemacht. Allen Bueros in seinem Bereich anstatt MS-Office ein OpenOffice
zu verpassen. Das haette zur Folge, dass der Bereich eine Einsparung erreicht der
vom Rat gefordert wurde. Nur passieren wird da nix - vermute ich, denn die IT hat ja
genug zu tun - zB.: Die Desktopverknuepfung eines Word-Dokumentes auf Diskette zu kopieren.
Solche Spaesse hat mein Bruder oefters erlebt - und der ist interessierter Computerbenutzer.
Also kein Profi...
Gruss
So gerne ich das sehen würde, das läuft so leider nicht. OpenOffice kann leider doc und xls Dateien nicht immer richtig anzeigen. Das "nicht immer" ist zwar gering, aber hoch genug um zu verhindert, das Abteilungen die von außen beliebige Dokumente bekommen, auf OpenOffice umschwenken können. Deshalb ja der ganze Hickhack um offene Dokumentenformate, unter anderem damit ein Dokument, unabhängig vom Programm gleich angezeigt und gespeichert werden kann. Bevor nicht die Anweisung kommt offene Dokumentenformate zu nutzen, werden sich einzelne Abteilungen hüten sich Probleme beim Dokumententausch zwischen Abteilungen anzulachen. Und das leider verständlicher weise. Bei uns nutzen wir zwar oft OpenOffice, aber häufig gibt es die Vorgabe das Doc-Format zum Dokumentenaustausch zu nutzen und dann wird mindestens vor dem Herausgeben des Dokumentes, nochmal mit MSOffice darüber geschaut.
Ist zwar doof, ist aber so.
Warum sollte den Staat das stören - geht das Dokument mit Bitte um Formatänderung halt wieder zurück. Die Privatwirtschaft ist auf Bewilligungen etc. angewiesen und wenn die Firmen merken, daß sie nur mit mit OOo oder ersatzweise pdf weiterkommen, zeigt die Privatwirtschaft ganz schnell entsprechende Flexibilität.
Freie Datenformate über die Behörden durchzusetzen, halte ich ich für die effektivste Methode überhaupt. Zwei Jahre ankündigen und dann knallhart alle inkompatiblen Formate ablehnen. Wäre ganz einfach, wenn in unserem föderal strukturierten Lande nicht wenigstens die Behörden-IT länderübergreifend koordiniert würde.
Da kann man mal wieder sehen, wie weit manche Ideologen aus der OS-Szene gehen. Was Du da vorschlägst ist der "Große Bruder" der dem Bürger sogar vorschreiben soll was für Software er benutzt - 1984 läßt grüßen.
Fanatische Ideologen wie Du sind 1000 Mal schlimmer als MS!
Völlig realitätsfern! Dann müßten nämlich die Leute die Bedienung von zwei Programmen lernen, und jeder würde dann sein "Lieblingsprogramm" wählen. Und wenn die dann untereinander ausgetausch werden sollen, sind die beiden Programme untereinander kompatibel?
Selbst wenn, der Aufwand der dadurch entstünde würde nur die Kosten in die Höhe treiben.
Manchmal ist "kostenlos" einfach nicht wirtschaftlich.
Verglichen mit Paint ist es das wirklich.
Es hat ja so eine flache Lernkurve!
Die Features, die man in GIMP nicht direkt findet, gibt es in Paint überhaupt nicht.
Moin!
Ich bin Administrator in einer großen Behörde und ziehe eigentlich freie Systeme vor. Aber aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, das so eine Umstellung recht schwierig ist. Einzelne Teile lassen sich unkompliziert umstellen, z.B. Webserver auf LAMP und unser Notes-Server läuft auch unter Linux. Bei Domänencontroller gibt es momentan noch keine echte Alternative zu Windows, zumindest nicht, wenn man Windows auch auf den Clients hat. Und auch für das klassische Fileserving arbeitet Windows natürlich am besten mit Windows zusammen, auch da hinkt Samba noch hinterher. Aber das kommt schon noch.
Wie sieht es auf den Clients aus? Einzelne Anwendungen lassen sich relativ problemlos ersetzen, z.B. Firefox als Browser. Das ganze Betriebssystem ist schon wieder schwierig und aufwendig, da sich Windows-Clients im Zusammenspiel mit Windows-Servern über Policies schon ziemlich gut administrieren lassen. Openoffice als Office-Programm selber ist sicherlich eine Alternative, aber bei uns gibt es riesige Ansammlungen von Vorlagen mit Makros, teilweise Anbindungen von anderen Anwendungen nach MS Office und umgekehrt. Das alles auszutauschen ist ein riesiger Aufwand, der auch richtig Geld kosten würde.
Fazit: Bei dem derzeitigen Stand von bestimmten OSS-Projekten (und meines Wissenstandes) würde ich in einer großen Firma oder Behörde nicht komplett zu OSS-Systemen wechseln wollen.
Was mich aber mal interessiert: Kennt jemand eine Webseite, die sich genau damit beschäftigt, wie man in großen Unternehmen Linux einsetzt? Mit Dingen wie Benutzerverwaltung, Rechtevergabe, Policies, Fileserving, etc.?
In kleinen Firmen mit 5-10 Mann ist so etwas nicht wirklich ein Problem, in großen Firmen ist das ein ganz anderer Schnack.
Wenn da jemand etwas kennt, wäre das total klasse!
Gruß,
Thomas
> auch auf den Clients hat.
Man kann nur beten, dass Samba 4 bald fertig ist...
> z.B. Firefox als Browser
Der Firefox braucht leider auch ein paar Tricks, um sich sauber in eine Domäne einzufügen. MSI-Pakete gibt es nur von Drittanbietern und um zum Beispiel Proxyeinstellungen über eine Gruppenrichtlinie zu verteilen braucht man gewaltige Handstände mit eigenen GPO-Skripten, Umgebungsvariablen und Firefox-Plugins.
> würde ich in einer großen Firma oder Behörde nicht komplett zu OSS-Systemen wechseln wollen
Die Probleme bei einer homogenen freien Lösung sind fast noch geringer als bei einer Mischlösung, das sagst Du ja selbst.
lg
Erik
Stichworte wie Migration und Linux sollten helfen.
Es gibt auch Webseiten zu dem Thema, leider habe ich gerade keinen Link parat. Gute Quellen sind auch die Fachzeitschriften wie IX, Linux Magazin, Linux Professionell etc.
Meines Wissens haben z.B. die Debeka-Versicherung und ein großer deutscher Autovermieter komplett oder annähernd komplett auf Linux umgestellt.
MfG
hier ein Auszug:
Als sogenanntes ,,Rundum-Sorglos-Paket" mietete das
Deutsche Patent- und Markenamt seit dem Jahre 1999
den Großteil seiner Computer, Software und Dienstleis-
tungen im Gesamtwert von fast 8 Mio. Euro für drei
Jahre. Es gab so im Vergleich zu Kauf und fünfjähriger
Nutzungsdauer über 1 Mio. Euro mehr aus. Für Software,
die ihm der Vermieter vermittelt hatte, bezahlte es das
Dreifache des Preises, der fällig geworden wäre, wenn es
die Software direkt beim Hersteller gekauft hätte. Nach
Ablauf der Mietverträge wurden die Mietgegenstände re-
gelmäßig zum Restwert gekauft und Restwertzahlungen
auch für Dienstleistungen geleistet, die im Rahmen der
Mietverträge bereits abgegolten waren.
lg
Erik
Bei den Rechnungshöfen arbeiten auch nur Menschen, und oft sind es nicht gerade die hellsten Köpfe - wer hat schon Lust, in irgendwelchen alten Vorgängen und staubigen Akten rumzuwühlen ?
Auf die Goldwaage legen darf man Rechnungshof- Berichte nicht gerade - da stehen oft Milchmädchen- Rechnungen, abenteuerliche Vereinfachungen und nicht durchdachte Wertungen drin. Die Leute müssen ja auch möglichst viel finden, um ihre Existenz zu rechtfertigen.
Auf der anderen Seite kommt es sicherlich auch vor, daß die die wirklich dicken Fische nicht finden oder sich da nicht rantrauen.
Jedenfalls sollte man das nicht alles unbesehen glauben.
Lobbyarbeit im Hintergrund?
"nobody was ever fired for choosing IBM"
Aber die von mir genannten 20 Jahre waren zu knapp; das Zitat stammt wohl aus der Vor-PC-Ära, und 1987 hatte die PC- Ära bereits begonnen.
Wer schreibt der BLEIBT
Fax

beispiele:
- in der oertlichen verwaltung hat der edvler ueber EINE woche gebraucht um einen port in der fw zu oeffnen. der hatte sich das ding noch nie angesehen und wusste auch nicht was ein port ist!
- in unserem finanzamt frickelt die edv abteilung seit zwei jahren an einem thin client system, ohne messbaren erfolg
- benachbarte kreisverwaltung: das softwarehaus hat denen allen ernstes exchange 2007 installiert.
jetzt merken sie gerade, dass ein grossteil nicht ueber das gui zu administrieren ist und sind sauer.
Offenbar reicht es da, MS Office-Kenntnisse und eine erfolgreiche Windows-Installation mit Anschluß ans LAN als Ausweis für professionelle EDV-Fähigkeiten anzubieten
Und das mit dem Exchange ist leider gängige Praxis.
Die meisten EDV-Buden vor Ort kennen nur MS (und kennen ist hier richtig, da rennen oft Typen rum, die tatsächlich kein anderes Betriebssystem ansatzweise kennen - ihr eigenes tolles System übrigens oft auch nicht richtig ...).
Und wenn diese Experten nach einem Server gefragt werden, wird "natürlich" und schon aus eigennützigen finanziellen Gründen (auch MS-Server können eben nicht problemlos und schon gar nicht von Laien administriert werden) ausschließlich der Kram aus Redmond angeboten.
Dazu kommt noch das Gewohnheitdenken: MS haben wir, MS nehmen wir.
Und natürlich das Denken in vermeintlichen Standards:
Computer = PC, Betriebssystem = Windows, Textverarbeitung = MS Word, Mailserver = MS Exchange-Server ... das gibt's sogar bei freier/quelloffener Software: CMS-System = Typo3 (auch wenn einer nur 5 gelegentlich gepflegte Seiten in seinem Auftritt hat...)
MfG