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Mo, 26. November 2007, 09:27

Software::Desktop::Gnome

GNOME Foundation nimmt Stellung zur Beteiligung an OOXML-Standardisierung

Die GNOME Foundation hat eine Erklärung veröffentlicht, die ihre Beteiligung an der ECMA-Arbeitsgruppe TC45-M zur Standardisierung von OOXML erläutert.

Als vor einigen Wochen diese Beteiligung bekannt wurde, löste dies große Verwunderung aus. Eine Webseite verfasste gar einen offenen Brief an die GNOME-Stiftung, die ein Ende der Beteiligung an ECMA forderte. Eine offizielle Antwort der GNOME Foundation blieb bis jetzt aus.

Nun hat die Stiftung eine offizielle Erklärung abgegeben, in der sie ihren Standpunkt zu ODF, OOXML und dem Standardisierungsverfahren darlegt. Demnach hatte Jody Goldberg, der seit sieben Jahren der Hauptentwickler der Tabellenkalkulation Gnumeric ist, der Organisation im Juni vorgeschlagen, der ECMA beizutreten. Goldberg hatte bis dahin Novell in der ECMA-Arbeitsgruppe TC45-M vertreten. Da er jedoch Novell verließ, gedachte er, über GNOME weiter in dem Gremium arbeiten zu können.

Die Stiftung wurde daraufhin ECMA-Mitglied, um nach eigenen Angaben darauf hinzuwirken, dass OOXML gut genug dokumentiert wird, um freie Implementierungen leichter zu machen. Diese Entscheidung wurde vom Vorstand ohne Beeinflussung oder finanzielle Erwägungen von außen getroffen. Wie die GNOME Foundation weiter schreibt, beteiligte sich Goldberg seit Juli nicht mehr an der Arbeit im der ECMA, kann aber in der nächsten Review-Periode wieder dabei sein. Er habe in der ECMA hunderte von Problemen mit OOXML aufgezeigt, was freien Produkten, die Interoperabilität mit OOXML anstreben, viel helfe.

Die GNOME-Stiftung unterstützt nach ihren Angaben inzwischen OpenOffice.org stärker als die »GNOME Office«-Projekte. Sie ist daher auch Mitglied der ODF Alliance und spricht sich klar für ODF aus. Die Unterstützung für die Beteiligung von Goldberg an der ECMA-Arbeitsgruppe TC45-M bedeute keine Unterstützung oder Empfehlung des OOXML-Formates zur ISO-Standardisierung.

Die Foundation freut sich zwar über die Veröffentlichung von Dokumentation über OOXML, kritisiert Microsoft jedoch stark wegen der Art und Weise, wie die Durchsetzung von OOXML als Standard versucht wurde. Microsoft verhalte sich als verurteilter Monopolist unverändert missbräuchlich und habe kein Interesse an echter Zusammenarbeit. Dieser Missbrauch des Standardisierungsprozesses untergrabe das Vertrauen in den Wert und die Unabhängigkeit internationaler Standards. Allerdings habe auch die ODF-Gemeinschaft eine Rolle bei der Untergrabung dieses Vertrauens gespielt.

Abschließend mahnt die Foundation vor einer einfachen Schwarz-Weiß-Sicht. Standards werden zunehmend als Waffen eingesetzt, was den Anwendern zum Schaden gereiche. Es bestehe die Gefahr, dass Standards wie Softwarepatente sich von einem Mittel, das Innovationen fördern soll, zu einer Methode der Kontrolle und Restriktion entwickle.

Goldberg selbst hat sich wiederholt als Befürworter einer ISO-Standardisierung von OOXML gezeigt. So warnt er hier davor, das Standardisierungsverfahren mit politischen Argumenten zu verknüpfen, weil dies Microsoft Gelegenheit gebe, jeden Einspruch gegen OOXML als politisch, nicht technisch, abzutun. Dem halten andere entgegen, dass das Thema grundsätzlich politisch sei, weil versucht werde, einem bereits etablierten Standard einen zweiten konkurrierend zur Seite zu stellen.

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