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Do, 6. Dezember 2007, 15:43

Unternehmen

Disput zwischen Red Hat und Novell

Während Red Hat Novell öffentlich vorwirft, »unfertige Software« auszuliefern, kontert der Beschuldigte mit der Aussage, Red Hat habe das Prinzip der Freien Software nicht verstanden.

Mit der Vorstellung von Suse Linux Enterprise Real Time 10 (SLERT) stellte Novell Ende November eine neue Plattform für Unternehmenskunden vor. Das Echtzeit-Betriebssystem richtet sich primär an zeitkritische Applikationen. Dabei soll das System seine Stärken vor allem in großen Serverumgebungen ausspielen, in denen Linux eine garantierte Reaktionszeit auf externe Ereignisse sicherstellen muss.

Während Novell das eigene Produkt feiert und SLERT das Prädikat »einziges Echtzeit-Unternehmens-System auf dem Markt« bescheinigt, äußert vor allem der direkte Konkurrent Red Hat seine Zweifel an der Entwicklung. Auf einer Veranstaltung in London äußerte Scott Crenshaw, Vizepräsident der Red Hat Infrastructure Business Unit, Kritik an der Veröffentlichungsstrategie von Novell. Laut Crenshaw setzt Novell auf eine instabile Entwicklung, die bestenfalls das Stadium einer Beta-Version erreicht hat. Crenshaw glaubt den Stand der Entwicklung genau zu kennen. Laut Aussage des Managers wurden 80% des Codes von Red Hat geschrieben. Wie er weiter anmerkt, helfe es den Kunden nicht, wenn Novell ein instabiles System ausliefert, auch wenn Märkte dafür existieren sollten.

In einer Antwort reagierte Novell auf die Aussagen mit einem Tipp an Red Hat. Der Hersteller möge sich doch die entsprechenden Mailinglisten anschauen und feststellen, dass Novell neben einer Reihe anderer Hersteller wie MontaVista oder Wind River ebenfalls an der Entwicklung mitarbeitet. Selbst wenn nur Red Hat an einem RT-Linux arbeiten würde, wäre der Vorwurf nicht zulässig. Red Hat scheint laut Novell die Tatsache vergessen zu haben, dass beide Hersteller in einer Open-Source-Welt agieren und voneinander profitieren. Mit dem Alleinstellungsmerkmal, Quellcode zu einer Entwicklung beigetragen zu haben, tue Red Hat der Linux-Gemeinschaft und seinen Kunden keinen Gefallen.

Wie Kevan Barney in seinem Blog schreibt, liefert Novell auch keine unfertige Software. Nur weil Red Hat es laut Barney versäumt hat als erster Anbieter entsprechende Märkte zu besetzen, muss das nicht bedeuten, dass Novells Entwicklung noch im Beta-Stadium stecke. »Novell liefert ein getestetes und unternehmensgeprüftes Linux mit Echtzeit-Funktionen«, schreibt der Novell-Mann.

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