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Do, 13. Dezember 2007, 13:33

Justizministerium von Neuseeland erwägt Open Source

Das Justizministerium von Neuseeland hat einen Bericht vorgelegt, der Open Source als die pragmatische bessere Lösung als proprietäre Software bezeichnet.

Die neuseeländische Open-Source-Gesellschaft hat nach eigenen Angaben den Bericht vom Ministerium erhalten und bietet ihn als PDF-Datei zum Download an. Es handelt sich demnach um ein Positionspapier für eine Open-Source-Strategie des Ministeriums, das sich entsprechend den Rückmeldungen, die die Behörde erreichen, noch ändern kann.

Der Bericht beginnt mit der Feststellung: »Die Software-Entwicklung hat sich geändert.« Mit Open Source (OSS) sei Support nicht mehr auf ursprünglichen Hersteller der Software beschränkt, so dass eine Fesselung an einen Hersteller entfalle. OSS dominiere bereits in der IT-Infrastruktur und sei von vielen Regierungen weltweit bevorzugt. Daher benötige das Ministerium eine Strategie zum Einsatz von OSS.

Das Papier definiert Open Source und Offene Standards und beginnt dann mit einer Auflistung von Bedenken gegen Open Source, die nach Meinung des Verfassers jedoch alle schon immer ungültig waren oder mittlerweile gegenstandslos sind. Daher würde der Einsatz von OSS zu einer stabileren, besser unterstützbaren und kostengünstigeren IT-Umgebung führen.

OSS könne in Regierungen leichter eingeführt werden als in Firmen, meint der Autor, denn sie benötigen die Software zur Verwaltung, nicht zur Erzielung eines Wettbewerbsvorteils. OSS könne durch die Wiederverwendung von Code auch helfen, die Komplexität unter Kontrolle zu halten.

Die OSS-Strategie sollte drei Punkte enthalten: Den Auswahlprozess, die Nennung von explizit nicht zugelassenen Typen von Anwendungen oder Lizenzmodellen, und die Regeln, nach denen hauseigene Entwickler zu freien Projekten beitragen können.

Das Papier führt weiter einige Risiken auf, die mit OSS einher gehen: Die Arbeit der Pflege der Software könnte steigen, was durch sorgfältige Auswahl und Support durch den Hersteller ausgeglichen werden soll. Ferner sei die Auswahl der passenden Software in manchen Fällen schwierig. Einige OSS-Projekte bauen auf fehlerhaften Konzepten oder haben nie eine richtige Design-Phase durchlaufen, was sich jedoch schwer abschätzen lasse. Es sei auch denkbar, dass Projekte von ihren Entwicklern aufgegeben werden oder nicht weitergeführt werden, weil sie an ihre Grenzen gestoßen sind. Ein Problem seien auch unfreie Industriestandards, die mit einem Reverse-Engineering-Risiko verbunden seien.

Dennoch findet der Bericht zehn Vorteile beim Einsatz von OSS und stellt fest, dass OSS mehr und mehr zur Norm wird und nicht mehr die Ausnahme darstellt. So schlägt der Bericht zehn Richtlinien für den OSS-Einsatz vor, die unter anderem eine Orientierung an offenen Standards, Bevorzugung von OSS, wo möglich, und eine formale Evaluierung vor dem Einsatz vorsieht.

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