Die Kubuntu-LTS-Version einfach so abzublasen, ist haarsträubend. Frei nach dem Motto: Wenn Du in den Genuß von LTS-Versionen kommen möchtest, dann benutze halt Ubuntu (mit Gnome), das wirkliche 1.Klasse-Ubuntu. Was hätte dagegen gesprochen, Kubuntu 8.04 als LTS-Version mit KDE 3.5.x auszuliefern und KDE 4.0 danach alternativ zum Download bereit zu stellen? Es macht wohl zuviel Mühe und kostet anscheinend zuviel Geld, schließlich muß sich das 1.Klasse-Gnome-Ubuntu (ohne K) auch in Firmen endlich einmal durchsetzen.
sehe ich genau so, zumal es ja genug andere distributionen gibt, die unstable zu ihrem inhalt erkoren haben und damit dann stets die allerneuesten entwicklungen integrieren, bis hin zu alpha- und betabuilds. kunutu hatte ich dabei eigentlich nicht auf dem zettel, aber wenn man dort jetzt auf die Sidux-Zielgruppe schielt, muss man das wohl akzeptieren.
die fanboys wirds freuen und den entwicklern scheint das basteln an neuentwicklungen auch lieber zu sein, als vorhandenes zu stabilisieren. ist zwar überall so und ganz normal, aber anderswo nimmt man sich halt trotzdem die zeit für ungeliebte routineaufgaben.
Von linux-macht-glücklich am Fr, 21. Dezember 2007 um 18:45 #
> zumal es ja genug andere distributionen gibt, die unstable zu ihrem inhalt erkoren haben
Welche andere auf Debian unstable basierende Distribution ausser Sidux gibt es denn noch? Oder meintest du unstable nur im Sinne von Alpha bzw. Beta und instabil?
1. Ein Kubuntu 8.04 mit stabilem KDE 3.5.x als LTS-Version würde gerade sehr viele KDE-Fans verprellen, die sich dann sofort fragen würden, wieso sie eigentlich Kubuntu und nicht etwa Debian Etch mit KDE 3.5.x verwenden. Schließlich wollen KDE-Nutzer KDE 4 auch gerne ausprobieren und nicht noch einmal ein halbes Jahr warten.
2. Eine stabile LTS-Version hätte allerdings dem Kubuntu-Projekt gut getan. Ich erinnere mich noch mit Grausen an die anfänglichen Bugs zu Beginn des Projekts in den ersten Kubuntu-Versionen. KDE 4 ist (noch) keine stabile Software, Kubuntu 8.04 wird deshalb wohl ziemlich viel Bugs haben und ob ich große Lust habe, mich als KDE 4-Betatester zu betätigen, das werde ich sehr wahrscheinlich von ersten ausführlichen Reviews abhängig machen.
Ich finde allerdings auch, daß man beide Versionen hätte ausliefern sollen, eine Kubuntu 8.04 LTS mit KDE 3.5.x als ultrastabile Kubuntu-Version und zusätzlich die ganz frischen KDE 4-Pakete. Nach einem weiteren halben Jahr wäre die Sache gegessen gewesen, da dann alle KDE 4-Nutzer automatisch zu Kubuntu 8.10 gewechselt wären.
Und: Man hätte den LTS-Zyklus eingehalten. So etwas ist ganz wichtig, wenn man Firmenkunden gewinnen will. Denn wie klingt das in deren Ohren? Etwa so: "Hat jemand noch Lust auf LTS, wir hatten das doch so geplant? Nein. Tja, schade, dann machen wir halt was anderes, KDE 4 ist ja sowieso viel spannender." Ubuntu/Kubuntu ist halt kein Red Hat, das sieht man an einer solchen Entscheidung überdeutlich.
Auf der Mailinglist heißt es ja, dass für beide Varianten (also 3.5 LTS + 4.0) einfach die Ressourcen fehlen. Also musste man sich entscheiden und wie du schon sagst, mit der getroffenen Entscheidung grenzt man sich sehr deutlich von Red Hat und Co ab.
Nun man hätte an sich auch KDE 4 und LTS haben können, besonders wenn man bedenkt das jetzt in Kubuntu 8.04 ja KDE 4 und KDE 3.5 enthalten sein sollen. Hätte man ein Kubuntu 8.04 als LTS und mit KDE 3.5 gemacht und KDE 4 optional (eigenes Repository das schon in der sources.list enthalten ist) und ohne LTS angeboten hätte man beides haben können. Aber offenbar steht man bei der Projektleitung von Kbuntu eher auf 'bleeding edge' und 'testing by user' als auf Seriosität, Verlässlichkeit und Stabilität.
Der im Artikel verlinkte Thread auf der Mailinglist ist auch interessant, die Argumente für den Switch auf KDE4 und gegen LTS lesen sich aber IMHO eher unsympathisch. Man will den Hype nicht verpassen und endlich mal andere KDE-Distributionen überflügeln. Es gibt aber auch Kritik, beispielsweise diesen Beitrag hier:
Was soll das? Lies doch erst einmal die Meldung durch, bevor Du Deinen Senf abgibst: "(...) wird das kommende Kubuntu 8.04 sowohl mit KDE 3.5 als auch mit der neuen Version KDE 4 ausgeliefert."
Es sind also beide KDEs dabei!!!
Leider wird es trotzdem keine LTS-Version sein, das stimmt allerdings. Das finde ich auch ziemlich daneben.
Lies bitte auch die oben angegebenen Mailinglisten. Es ist nicht so, daß sich das Kubuntu-Projekt nach der Veröffentlichung von Kubuntu 8.04 noch groß mit KDE 3.5.x beschäftigen möchte. Mit 8.04 will das Kubuntu-Projekt anscheinend den Schalter so schnell wie möglich auf KDE 4 umlegen, KDE 3.5 stört da nur noch, deshalb soll Kubuntu 8.04 konsequenterweise auch keine LTS-Version werden.
Hier findest Du ein recht aussagekräftiges Statement: https://lists.ubuntu.com/archives/kubuntu-devel/2007-December/002074.html
Kubuntu träumt davon, so etwas wie die führende Distribution in der KDE-Welt zu werden. Das glauben sie, nur mit KDE 4 erreichen zu können.
Ich bin einmal gespannt, ob man mit KDE 4 überhaupt schon produktiv arbeiten kann. Ich will Kubuntu 8.04 ja nicht nur installieren und dann gleich wieder löschen, ich will ja damit arbeiten. Von einer Art "Technical Preview" mit zig Bugs habe ich überhaupt nichts.
Vielleicht ist das LTS-Konzept ja auch schon am Ende seines Weges angekommen. Red Hat und Novell wird es jedenfalls sehr freuen.
tim 79 schrieb: Vielleicht ist das LTS-Konzept ja auch schon am Ende seines Weges angekommen. Red Hat und Novell wird es jedenfalls sehr freuen.
Also bei Ubuntu selbst schaut es zumindest nicht so aus. Offenbar ist da nur bei Kubuntu wieder einigen Leuten der Gaul durchgegangen. Eine strategisch richtige Entscheidung kann ich im Vorgehen des Kubuntu-Teams auf jeden Fall nicht sehen. Gut mir als Ubuntu User der keine KDE-Komponenten benutzt kann das letztendlich herzlich egal sein. Und doch finde ich es schade das man auf diese Weise Kubuntu schädigt!
Frei nach dem Motto: Wenn Du in den Genuß von LTS-Versionen kommen möchtest, dann benutze halt Ubuntu (mit Gnome), das wirkliche 1.Klasse-Ubuntu.
Was hätte dagegen gesprochen, Kubuntu 8.04 als LTS-Version mit KDE 3.5.x auszuliefern und KDE 4.0 danach alternativ zum Download bereit zu stellen?
Es macht wohl zuviel Mühe und kostet anscheinend zuviel Geld, schließlich muß sich das 1.Klasse-Gnome-Ubuntu (ohne K) auch in Firmen endlich einmal durchsetzen.
die fanboys wirds freuen und den entwicklern scheint das basteln an neuentwicklungen auch lieber zu sein, als vorhandenes zu stabilisieren. ist zwar überall so und ganz normal, aber anderswo nimmt man sich halt trotzdem die zeit für ungeliebte routineaufgaben.
Welche andere auf Debian unstable basierende Distribution ausser Sidux gibt es denn noch?
Oder meintest du unstable nur im Sinne von Alpha bzw. Beta und instabil?
1. Ein Kubuntu 8.04 mit stabilem KDE 3.5.x als LTS-Version würde gerade sehr viele KDE-Fans verprellen, die sich dann sofort fragen würden, wieso sie eigentlich Kubuntu und nicht etwa Debian Etch mit KDE 3.5.x verwenden. Schließlich wollen KDE-Nutzer KDE 4 auch gerne ausprobieren und nicht noch einmal ein halbes Jahr warten.
2. Eine stabile LTS-Version hätte allerdings dem Kubuntu-Projekt gut getan. Ich erinnere mich noch mit Grausen an die anfänglichen Bugs zu Beginn des Projekts in den ersten Kubuntu-Versionen.
KDE 4 ist (noch) keine stabile Software, Kubuntu 8.04 wird deshalb wohl ziemlich viel Bugs haben und ob ich große Lust habe, mich als KDE 4-Betatester zu betätigen, das werde ich sehr wahrscheinlich von ersten ausführlichen Reviews abhängig machen.
Ich finde allerdings auch, daß man beide Versionen hätte ausliefern sollen, eine Kubuntu 8.04 LTS mit KDE 3.5.x als ultrastabile Kubuntu-Version und zusätzlich die ganz frischen KDE 4-Pakete. Nach einem weiteren halben Jahr wäre die Sache gegessen gewesen, da dann alle KDE 4-Nutzer automatisch zu Kubuntu 8.10 gewechselt wären.
Und: Man hätte den LTS-Zyklus eingehalten.
So etwas ist ganz wichtig, wenn man Firmenkunden gewinnen will.
Denn wie klingt das in deren Ohren?
Etwa so:
"Hat jemand noch Lust auf LTS, wir hatten das doch so geplant? Nein. Tja, schade, dann machen wir halt was anderes, KDE 4 ist ja sowieso viel spannender."
Ubuntu/Kubuntu ist halt kein Red Hat, das sieht man an einer solchen Entscheidung überdeutlich.
Natürlich nur meine persönliche Meinung.
Grüße
Sascha
https://lists.ubuntu.com/archives/kubuntu-devel/2007-December/002075.html
Lies doch erst einmal die Meldung durch, bevor Du Deinen Senf abgibst:
"(...) wird das kommende Kubuntu 8.04 sowohl mit KDE 3.5 als auch mit der neuen Version KDE 4 ausgeliefert."
Es sind also beide KDEs dabei!!!
Leider wird es trotzdem keine LTS-Version sein, das stimmt allerdings.
Das finde ich auch ziemlich daneben.
https://lists.ubuntu.com/archives/kubuntu-devel/2007-December/002074.html
Kubuntu träumt davon, so etwas wie die führende Distribution in der KDE-Welt zu werden.
Das glauben sie, nur mit KDE 4 erreichen zu können.
Ich bin einmal gespannt, ob man mit KDE 4 überhaupt schon produktiv arbeiten kann.
Ich will Kubuntu 8.04 ja nicht nur installieren und dann gleich wieder löschen, ich will ja damit arbeiten.
Von einer Art "Technical Preview" mit zig Bugs habe ich überhaupt nichts.
Vielleicht ist das LTS-Konzept ja auch schon am Ende seines Weges angekommen.
Red Hat und Novell wird es jedenfalls sehr freuen.
Red Hat und Novell wird es jedenfalls sehr freuen.
Also bei Ubuntu selbst schaut es zumindest nicht so aus. Offenbar ist da nur bei Kubuntu wieder einigen Leuten der Gaul durchgegangen. Eine strategisch richtige Entscheidung kann ich im Vorgehen des Kubuntu-Teams auf jeden Fall nicht sehen. Gut mir als Ubuntu User der keine KDE-Komponenten benutzt kann das letztendlich herzlich egal sein. Und doch finde ich es schade das man auf diese Weise Kubuntu schädigt!
Grüße
Sascha