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Di, 29. Januar 2008, 13:16

Gesellschaft::Politik/Recht

23.000 Linux-PCs in philippinischen Schulen

Nach dem erfolgreichen Verteilen von 13.000 Linux-PCs in über 1000 Schulen auf den Philippinen sollen in diesem Jahr 10.000 weitere folgen.

Der unabhängige Open-Source-Berater Ricardo Gonzalez berichtete auf der linux.conf.au in Melbourne über den Einsatz von freier Software auf den Philippinen.

Die höheren Schulen auf dem Inselstaat mussten offenbar bisher vielfach ganz ohne PCs auskommen, doch eine adäquate technische Ausbildung wird ohne PCs immer schwieriger. Zur Lösung dieses Problems wurde bereits um das Jahr 2000 ein Programm aufgelegt, um pro Schule einen PC aufzustellen. Mit Unterstützung der japanischen Regierung wurden so 10.000 PCs mit Windows verteilt, nur um fünf Jahre später festzustellen, dass die meisten davon nicht genutzt wurden, da niemand sie bedienen konnte.

Auf der anderen Seite wurde bereits 1997 Linux bei einigen Leuten populär, nachdem die asiatische Finanzkrise überstanden war. Leute wie Gonzalez sahen eine Geschäftschance, weil noch niemand zu dieser Zeit Linux auf den Philippinen kommerziell nutzte. Zugleich startete Microsoft eine Kampagne gegen Raubkopien. Daher schlug Gonzalez der Regierung Linux als Alternative vor.

Doch erst nach dem Fiasko mit den Windows-PCs wurde der Weg für Linux freigemacht. Die Firma Advanced Solutions Inc (ASI) machte ein Angebot, 1000 Schulen mit jeweils zehn Desktops und einem Server und Internet-Anbindung auszustatten, und erhielt den Zuschlag. Microsoft versuchte, den Auftrag selbst zu bekommen, indem es Windows XP für 20 US-Dollar und MS Office für 30 US-Dollar anbot und Lehrer kostenlos schulte, doch selbst diesen Preis konnte ASI mit Fedora 5 unterbieten. Bis Dezember 2007 waren alle 10.000 Rechner ausgeliefert, was aufgrund der Infrastruktur keine Kleinigkeit war. Nur drei, später sechs Mitarbeiter standen zur Verfügung, um die Linux-Images auf die Rechner zu bringen, sie zu installieren und die jeweiligen IT-Verantwortlichen zu schulen.

Laut Gonzalez wurde im Laufe des Projektes so viel gespart, dass noch 300 weitere Schulen ausgestattet werden konnten, so dass nun also bereits 13.000 Linux-Desktops im Einsatz sind. Die Regierung honorierte dies mit einem Folgeauftrag für weitere 1000 Schulen. Auf diesen Rechnern will ASI nun Kubuntu und Edubuntu statt Fedora installieren. Die Content Management Systeme Joomla und Drupal werden vorinstalliert, so dass die Schüler auch Web-Inhalte erstellen können.

Gonzalez will anhand einer Umfrage den Erfolg der Installationen messen. Ferner denkt er darüber nach, wie er SMS in den Ausbildungsmarkt und mit Open Source integrieren kann. Der nächste Schritt sei, die Universitäten von den »Fesseln von Microsoft« zu befreien, in denen diese weitgehend gefangen seien. Allerdings hatten bereits im März 2006 rund 80 Universitäten und Hochschulen beschlossen, Open-Source-Themen in ihre Lehrpläne aufnehmen.

Das Projekt zeigte laut Gonzalez, dass Open Source mit wenig Geld viel erreichen könne. Dagegen könne es sich kaum jemand auf den Philippinen leisten, wenn die Software, die auf einem neuen Rechner mitgeliefert wird, so viel koste wie die Hardware.

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