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Mo, 4. Februar 2008, 13:52

Gesellschaft::Politik/Recht

European Union Public Licence sucht weitere Verbreitung

Die vor einem Jahr von der Europäischen Union geschaffene Lizenz EUPL liegt nun in 22 Sprachen vor.

Die noch weithin unbekannte European Union Public Licence wurde bereits am 9. Januar 2007 in Version 1.0 in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch publiziert. Jetzt liegt die Lizenz in allen 22 offiziellen Sprachen der EU vor, wobei jede Version an die sprachlichen Feinheiten sowie an die rechtliche Situation in den entsprechenden Ländern angepasst ist. Auf einer am 25. Januar in Brüssel abgehaltenen Konferenz wurden nicht nur die letzten Feinheiten der Übersetzungen geklärt, sondern auch über mögliche Änderungen und Erweiterungen für die nächste Version diskutiert.

Die EUPL (englische Fassung) ähnelt der GPL. Sie ist nach Ansicht ihrer Autoren kompatibel mit der General Public License (GPL) v2, der Open Software License (OSL) v2.1 und v3.0, der Common Public License v1.0, der Eclipse Public License v1.0 und Cecill v2.0. Möglicherweise ist sie auch kompatibel zur GPLv3, doch soll eine entsprechende Notiz erst publiziert werden, wenn mehr über die Nutzung der GPLv3 in der Open-Source-Gemeinschaft bekannt ist.

Die Lizenz wurde zwar hauptsächlich für die Verwendung in den europäischen Programmen IDA und IDABC entwickelt, wo sie bereits benutzt wird, soll jedoch allgemein genug gehalten sein, um sie für jede Software einsetzbar zu machen. Mit der EUPL soll es der öffentlichen Verwaltung in der EU leichter gemacht werden, freie Software einzusetzen und zu fördern. Für Anwendungen, die im Auftrag der Europäischen Kommission entwickelt werden, hoffen die Initiatoren, dass die EUPL zur Standardlizenz wird. Sie hoffen ferner, dass die EUPL, da sie in 22 Sprachen verfügbar ist, für die Open-Source-Entwickler in Europa attraktiv wird. Sie wollen, dass die Lizenz genutzt wird und kein Kuriosum am Rande bleibt.

Über die Änderungen für eine mögliche nächste Version besteht offenbar noch keine Einigkeit. In der Diskussion ist eine Regelung für Software, die als Dienstleistung von sogenannten »Application Service Providern« angeboten wird. Ähnliches hat die FSF mit der Affero GPL (AGPLv3) bereits veröffentlicht. In der Diskussion ist ferner, wie sich die Lizenz auf das dynamische Linken auswirkt. Dies sei derzeit von den nationalen Gesetzen abhängig.

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