ist das jetzt ein ganz eigener Kernel? Wenn ja: was bringt das? Warum konzentriert man z.b. seine Entwicklung nicht einfach auf den Linuxkernel der eh am weitesten verbreitet ist und hilft da mit.. ? Welchen Vorteil hat ein Unternehmen davon?
> ist das jetzt ein ganz eigener Kernel? Wenn ja: was bringt das? > Warum konzentriert man z.b. seine Entwicklung nicht einfach auf > den Linuxkernel der eh am weitesten verbreitet ist und hilft da mit.. ?
Linux muss ja nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss sein. Abgesehen davon könnte man ja mit oben genanntem Argument auch die Entwicklung auf Windows beschränken. Vielfalt bringt aber nicht nur bessere Software, sondern ist auch weniger anfällig gegen Fehler und Angriffe.
der Solaris-Kernel hat vor allem bei NFS noch deutliche vorteile gegenüber Linux.
Bei einem Kunden erreichen wir mit einem Solaris-NFS-Server einen deutlich höheren Durchsatz als mit einer vergleichbaren Linuxmaschine. Wenn man sich aber nicht den ganzen restlichen Solaris-Kram antun will, ist Nexenta ein guter Kompromiss. Da hat man immernoch das bekannte Initsystem, das bekannte Paketmanagement - aber halt nen anderen Kernel mit Vorteilen in bestimmten Anwendungsbereichen. Ich finde das gut.
Der Solariskernel ist seit 20 Jahren in kritischen Systemen im Einsatz. Seine Zuverlässigkeit ist beliebt. Das kann Linux auch, aber nicht seit 20 Jahren.
Was hat Solaris so für Features, die Linux "nicht" hat? (weitere Infos siehe Google bzw. Wikipedia-Artikel zu Solaris) - DTrace - ZFS - Zones - SMF
Unter Linux sind "ähnliche" Sachen verfügbar, die aber noch nicht so ausgereift sind.
Warum was an/mit Solaris machen statt sich auf Linux zu konzentrieren? Nun, ziemlich einfach: Wie immer bei Open Source werden Dinge dann gepflegt, wenn jemand das gern neben Arbeit/Studium in seiner Freizeit macht. Und offenbar haben sich hier genug Interessierte gefunden, von denen jeder wohl einen Grund haben wird. Sicher einige, die Solaris aus "guter alter Zeit" kennen, wohl einige, die gern ein System durchdesignen würden, aber bei den großen Linux-Distris hier bereits vor fertigen Konzepten stehen.
Seh ich auch so. man kann eben mit Solaris all das machen, was man mit Linux auch kann. Aber eben auch deutlich mehr. Das nächste coole Projekt ist die NIC-Virtualisierung.
Auf der anderen Seite entwickelt sich Solaris zum Teil recht langsam bzw. bleibt unkomfortabel. Klar, langfristige Stabilität (nicht auf Abstürze, sondern auf erwartungskonformes Verhalten bezogen) zieht auch Nachteile nach sich.
Bis heute kann ich im offiziellen "man" von Solaris nicht wie unter GNU/* zurückscrollen. Bis heute hat die mitgelieferte Standardshell keine Autocompletion, keine einfach zu bedienende History. Hier ist Linux weiter.
das du nicht vorwaerts und rueckwaerts scrollen kannst, da kann solaris ja nu nix fuer. was die shell angeht, meine hat auto-vervollstaendigung und eine history wie bei linux, ich glaub, du machst irgendwas falsch
> das du nicht vorwaerts und rueckwaerts scrollen kannst, da kann solaris ja nu nix fuer.
Doch. Es verwendet more als pager (siehe auch anderer Post) - und der kann das einfach mal nicht.
> was die shell angeht, meine hat auto-vervollstaendigung und eine history wie bei linux, ich glaub, du machst irgendwas falsch;)
Wenn ich die Bash/tcsh/... als Shell einstelle hab ich das auch. Damit bekommt man sogar genau die selbe Vervollständigung wie bei Linux. Aber die Standard-Shell von Solaris kennt z.B. kein Pfeil-Hoch- und -Runter für in der History vor und zurück, was ich eigentlich sehr praktisch finde.
Von ex-solarist am Di, 12. Februar 2008 um 11:53 #
Aber die Standard-Shell von Solaris kennt z.B. kein Pfeil-Hoch- und -Runter für in der History vor und zurück, was ich eigentlich sehr praktisch finde. Wenn ich richtig verstehe dient die Standard-Shell in erster Linie zur Interpretation von Shell-Skripten. Also Batchprocessing. Für das interaktives Arbeiten nimmt man bequemere Shells. Ein anderes Beispiel für Standard ist df. Da hatte mal Ian Murdock beim Solaris Team gefragt, ob man die Standard Ausgabe von df noch DAU freundlicher (sprich Linux-kompatibler gestalten könne. Die Antwort war, das würde viele Backup-skripte brechen, weil diese das Output von df parsen. Ich finde jedenfalls spannend, wie sich solaris gegenüber linux/bsd behauptet. Ahnung haben sie ja, die Solaris Jungs. Marketing ist bei sun auch nicht schlecht.
Ja natürlich. Man kann auch seinen $PATH so anpassen, dass die GNU-Tools (und damit GNU man) vorher gefunden und aufgerufen wird). Was ich meinte war: Der Standard ist, dass es nicht geht. Unter so ziemlich jedem OS kann ich mir die GNU-Tools installieren und dann alles so einrichten, dass ich primär mit denen arbeite.
Du weißt, wie das gemeint war. Natürlich werden ein paar Leute auch dafür bezahlt. Sachen wie OpenOffice bestehen wohl zu nahezu 100% aus Beiträgen von bezahlten Entwicklern. Aber ein großer Teil der Arbeit an einem Großteil der Freien Anwendungen leisten immer noch private Enthusiasten.
Nö, rund 50% sind Angestellte, 30% sind Studenten und popelige 20 % sind diejenigen die das als Hobby machen. Das KnowHow bei richtigen OpenSoource Programmen mitzuarbeiten hat nicht jeder Hobbyprogrammierer. Bei den meisten reichts vielleicht noch zu einem "hallo World" in Visual Basic und dann ist Schluß-
Das nennt man dann wohl Eulen nach Athen tragen. GNU-geraffel um einen Solaris Kernel. Das Paket Management - okay, wird bitter benötigt. Aber das Userland? Es gibt halt Baukastensysteme, genannt Kinder UNIX, und es gibt designte Systeme, genannt UNIX.
Von Unbeteiligter am Mo, 11. Februar 2008 um 13:25 #
Besonders cool ist, dass "apt" (via "apt-clone") jetzt mit ZFS-Snapshots arbeiten kann!
Dafür ist es schade, dass Nexenta Core Platform 1.0 offenbar noch auf dem schon etwas betagten Ubuntu Dapper basiert. Ist das wirklich sinnvoll, (nur) weil Dapper eine LTS-Version ist?
Die typische Klientel sind Server Betreiber. Sun schielt mit Projekt Indiana nun aber auch auf den Desktop, imho übrigens das bessere Machwerk als obiges.
Jain. Ein Zielpublikum sind Unternehmensdesktops (für den Privatuser ist es zu schwer zu konfigurieren, Treiber stehen nicht genug zur Verfügung, er kommt mit Linux schneller zum Ziel).
Man sollte erwähnen, daß OpenSolaris und die ganzen Derivate wie Nexenta, nicht "richtig" OpenSource sind.
Gut, der Kernel und so sind OpenSource. Auch die C/C++ libs sind wegen OpenSolaris OpenSource geworden. Aber Suns Compiler selber sind nicht OpenSource. Und auch läßt sich OpenSolaris bisher noch immer nicht mit der GNU Compiler Collection kompilieren, sondern nur mit Suns ClosedSource Compilern.
Für mich ist daher OpenSolaris nicht richtig OpenSource.
Hinzu kopmmt, daß - wie ich von Bekannten gehört habe - die GNU Compiler die für Solaris existieren schon sehr alt sein sollen.
( Sie sind Open Source im Sinne der FSF bzw. GNU. - aber ich verstehe was du meinst)
Den GCC - auch den aktuellen 4.x - kannst du problemlos auch auf Solaris übersetzen. Der bei Solaris mitgelieferte ist tatsächlich etwas älter, aber das liegt einfach daran, dass Solaris 10 auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und seinerseits nicht immer die neuesten Versionen nimmt, sondern im Interesse von Stabilität die Version, die schon solange draußen ist, dass die meisten Bugs gefixt sind.
Ironischerweise ist der GCC, der unter Linux auf Sparc verwendet wird, noch älter. Kernel für diese Plattform werden nach wie vor mit einem GCC 2.9x übersetzt und Apps auf dieser Plattform bevorzugt mit 3.4.
Von M wie Meikel am Di, 12. Februar 2008 um 00:29 #
> Man sollte erwähnen, daß OpenSolaris und die ganzen Derivate wie Nexenta, nicht "richtig" OpenSource sind.
Das ist FUD. In meinen Augen eine ganz klare und bewusste Lüge eines Linux-Fanboys.
> Aber Suns Compiler selber sind nicht OpenSource.
Wo genau steht, dass man OSS nur mit Compilern unter einer OSI- oder FSF-konformen Lizenz übersetzen darf?
BTW: Es ist Open Source, du darfst gerne die nötigen Anpassungen machen, damit der Code auch durch den GCC läuft. Aber bestimmt hast du dazu keine Zeit. FUD verbreiten ist ja auch wichtiger.
> Hinzu kopmmt, daß - wie ich von Bekannten gehört habe - die GNU Compiler die für Solaris existieren schon sehr alt sein sollen.
alles was nicht GNU-kompatibel ist, ist für diese jungens und mädels kein opensource oder überhaupt freie software. das hat man denen so eingetrichtet und fertig.
Hi, mal ein bisschen OT, aber wer gerne möchte, kann sich auch mal Belenix ziehen und ausprobieren..das ist ne Live CD die aufm Solaris Kernel aufbaut. Auch mit GNU Progs drumherum.
> Warum konzentriert man z.b. seine Entwicklung nicht einfach auf
> den Linuxkernel der eh am weitesten verbreitet ist und hilft da mit.. ?
Linux muss ja nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss sein. Abgesehen davon könnte man ja mit oben genanntem Argument auch die Entwicklung auf Windows beschränken. Vielfalt bringt aber nicht nur bessere Software, sondern ist auch weniger anfällig gegen Fehler und Angriffe.
yentz
Bei einem Kunden erreichen wir mit einem Solaris-NFS-Server einen deutlich höheren Durchsatz als mit einer vergleichbaren Linuxmaschine. Wenn man sich aber nicht den ganzen restlichen Solaris-Kram antun will, ist Nexenta ein guter Kompromiss. Da hat man immernoch das bekannte Initsystem, das bekannte Paketmanagement - aber halt nen anderen Kernel mit Vorteilen in bestimmten Anwendungsbereichen. Ich finde das gut.
Ist da kein SMF dabei? Das wäre schade, denn hier ist Solaris in meinen Augen weiter als das allgemeine Linux.
(Ich nutze momentan nur das "richtige" Solaris)
Was hat Solaris so für Features, die Linux "nicht" hat? (weitere Infos siehe Google bzw. Wikipedia-Artikel zu Solaris)
- DTrace
- ZFS
- Zones
- SMF
Unter Linux sind "ähnliche" Sachen verfügbar, die aber noch nicht so ausgereift sind.
Warum was an/mit Solaris machen statt sich auf Linux zu konzentrieren? Nun, ziemlich einfach: Wie immer bei Open Source werden Dinge dann gepflegt, wenn jemand das gern neben Arbeit/Studium in seiner Freizeit macht. Und offenbar haben sich hier genug Interessierte gefunden, von denen jeder wohl einen Grund haben wird. Sicher einige, die Solaris aus "guter alter Zeit" kennen, wohl einige, die gern ein System durchdesignen würden, aber bei den großen Linux-Distris hier bereits vor fertigen Konzepten stehen.
Bis heute kann ich im offiziellen "man" von Solaris nicht wie unter GNU/* zurückscrollen. Bis heute hat die mitgelieferte Standardshell keine Autocompletion, keine einfach zu bedienende History. Hier ist Linux weiter.
Doch. Es verwendet more als pager (siehe auch anderer Post) - und der kann das einfach mal nicht.
> was die shell angeht, meine hat auto-vervollstaendigung und eine history wie bei linux, ich glaub, du machst irgendwas falsch;)
Wenn ich die Bash/tcsh/... als Shell einstelle hab ich das auch. Damit bekommt man sogar genau die selbe Vervollständigung wie bei Linux. Aber die Standard-Shell von Solaris kennt z.B. kein Pfeil-Hoch- und -Runter für in der History vor und zurück, was ich eigentlich sehr praktisch finde.
Wenn ich richtig verstehe dient die Standard-Shell in erster Linie zur Interpretation von Shell-Skripten. Also Batchprocessing. Für das interaktives Arbeiten nimmt man bequemere Shells.
Ein anderes Beispiel für Standard ist df. Da hatte mal Ian Murdock beim Solaris Team gefragt, ob man die Standard Ausgabe von df noch DAU freundlicher (sprich Linux-kompatibler
Ich finde jedenfalls spannend, wie sich solaris gegenüber linux/bsd behauptet. Ahnung haben sie ja, die Solaris Jungs. Marketing ist bei sun auch nicht schlecht.
export PAGER=less
Sollte gehen?
Aha die Entwickler von IBM, SUN, Novell ... machen das in der Freizeit. Interessant zu erfahren ;o)
Sicherheitstechnisch wäre das ein Supergau. Reicht wenn man ein Monopol zu brechen hat.
Dafür ist es schade, dass Nexenta Core Platform 1.0 offenbar noch auf dem schon etwas betagten Ubuntu Dapper basiert. Ist das wirklich sinnvoll, (nur) weil Dapper eine LTS-Version ist?
Gut, der Kernel und so sind OpenSource. Auch die C/C++ libs sind wegen OpenSolaris OpenSource geworden.
Aber Suns Compiler selber sind nicht OpenSource. Und auch läßt sich OpenSolaris bisher noch immer nicht mit der GNU Compiler Collection kompilieren, sondern nur mit Suns ClosedSource Compilern.
Für mich ist daher OpenSolaris nicht richtig OpenSource.
Hinzu kopmmt, daß - wie ich von Bekannten gehört habe - die GNU Compiler die für Solaris existieren schon sehr alt sein sollen.
Den GCC - auch den aktuellen 4.x - kannst du problemlos auch auf Solaris übersetzen. Der bei Solaris mitgelieferte ist tatsächlich etwas älter, aber das liegt einfach daran, dass Solaris 10 auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und seinerseits nicht immer die neuesten Versionen nimmt, sondern im Interesse von Stabilität die Version, die schon solange draußen ist, dass die meisten Bugs gefixt sind.
Ironischerweise ist der GCC, der unter Linux auf Sparc verwendet wird, noch älter. Kernel für diese Plattform werden nach wie vor mit einem GCC 2.9x übersetzt und Apps auf dieser Plattform bevorzugt mit 3.4.
(Den Wahrheitsgehalt der Aussage kann ich so nicht beurteilen; aber da bisher keiner das Gegenteil behauptet...)
Das ist FUD. In meinen Augen eine ganz klare und bewusste Lüge eines Linux-Fanboys.
> Aber Suns Compiler selber sind nicht OpenSource.
Wo genau steht, dass man OSS nur mit Compilern unter einer OSI- oder FSF-konformen Lizenz übersetzen darf?
BTW: Es ist Open Source, du darfst gerne die nötigen Anpassungen machen, damit der Code auch durch den GCC läuft. Aber bestimmt hast du dazu keine Zeit. FUD verbreiten ist ja auch wichtiger.
> Hinzu kopmmt, daß - wie ich von Bekannten gehört habe - die GNU Compiler die für Solaris existieren schon sehr alt sein sollen.
Da hast du aber ziemlich flahcs gehört.
www.belenix.org
lg, Phil