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Mi, 13. Februar 2008, 12:18

Zweite Vorschau auf Project Indiana

Die zweite Testversion der von der Gemeinschaft entwickelten OpenSolaris-Distribution, die derzeit noch unter dem Namen »Project Indiana« firmiert, wurde veröffentlicht.

Die Arbeiten an »Project Indiana« hatten Mitte 2007 begonnen, nachdem es bereits zuvor einige Andeutungen seitens Sun gegeben hatte. Leiter des Projektes ist Ian Murdock, der Gründer der Debian-Distribution, der seit März 2007 für Sun arbeitet.

Nach der Freigabe von Solaris unter der CDDL entstand eine Entwicklergemeinschaft, die eine Satzung besitzt, von einem Vorstand geleitet wird und eine Verfassung beschlossen hat - die Ähnlichkeiten zu Debian sollen offenbar Entwickler ermutigen, dem Projekt beizutreten. Sun trägt weiterhin einen wesentlichen Teil zu OpenSolaris bei, zumindest was den Kern des Systems angeht, und übt auch weiterhin Einfluss auf das Projekt aus, ohne jedoch eine formale Kontrolle zu besitzen.

Die Veröffentlichung von OpenSolaris geschieht in Form einer zweiwöchentlichen »Solaris Express Community Edition« und einer alle drei bis vier Monate erscheinenden »Solaris Express Developer Edition«. Beide enthalten zusätzlichen proprietären Code von Sun, sind kostenlos und werden ohne Support bereitgestellt. Wesentlich langsamer ändert sich Solaris selbst, das eine kommerziell unterstützte Variante von Solaris Express darstellt.

Zwischen Solaris und Solaris Express klaffte eine große Lücke, die mit »Project Indiana«, das später einen anderen Namen bekommen soll, gefüllt werden soll. Regelmäßig alle sechs Monate sollen neue Versionen erscheinen, für die auch Support erhältlich ist. Dies sollte ab März der Fall sein, wird sich aber möglicherweise verschieben, da die zweite Vorschauversion etwa einen Monat verzögert erschien. Das Projekt ist also eine Binärdistribution von OpenSolaris, das ähnlich wie die üblichen Linux-Distributionen strukturiert ist und auch die gleiche Software-Auswahl aufweist. Ihr Ziel ist, eine Fragmentierung in verschiedene Distributionen, wie sie bei Linux stattfand, zu vermeiden.

Die zweite Vorschauversion von »Project Indiana« steht nun in Form eines CD-Images zum Download bereit. Sie kann auf x86-Systemen installiert werden und fungiert auch als Live-CD, mit der man OpenSolaris ansehen kann, ohne es zu installieren. Das Installationsprogramm ähnelt dem moderner Linux-Distributionen und soll einfach zu handhaben sein. Das Standard-Dateisystem ist ZFS, die Tools kommen von GNU, als Shell wird Bash verwendet und das Desktopsystem ist GNOME 2.20. Als Paketverwaltung dient das »Image Packaging System«, das die Nachinstallation von zusätzlichen Paketen übers Netz ermöglicht.

Gegenüber der ersten Vorschauversion wurden viele Fehler korrigiert. Änderungen betreffen die System-Shell, die nun ksh93 anstelle von Bash ist. Die Benutzer behalten Bash als Standard-Shell. Die Paketverwaltung pkg wurde verbessert. Wer den Editor vi aufruft, erhält nun standardmäßig vim. Ein neues Verzeichnis /usr/has/bin wurde eingeführt. Mehrere neue oder aktualisierte Softwarepakete kamen hinzu, darunter OpenOffice.org 2.3.1. Die Java-Runtime ist nun auf der Live-CD bereits enthalten. Ferner wurde die Live-CD um eine Reihe von Treibern ergänzt, darunter Nvidia-Grafik- und einige Netzwerktreiber.

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