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Mi, 13. Februar 2008, 15:29

Software::Kernel

Linux-next soll Kernel-Integrationsprozess optimieren

Stephen Rothwell hat angekündigt, in Zukunft die Vorarbeiten zur Integration von neuen Patches in die offiziellen Kernel-Versionen zu übernehmen.

Unter der Bezeichnung »Linux-next« soll es nach dem Willen des Australiers Stephen Rothwell künftig einen Quellcode-Baum und eine Mailingliste geben. Der Quellcode soll auf dem Kernel-Baum von Linus Torvalds aufbauen und Änderungen integrieren, die erst in die übernächste Version des Kernels einfließen können. Damit schließt Rothwell eine Lücke zwischen den Versionen von Linus Torvalds und Andrew Morton und entlastet letzteren von einigen Arbeiten.

Im aktuellen, seit über zwei Jahren bewährten Entwicklungsmodell kümmert sich Linus Torvalds um die jeweils nächste Version des Kernels, wobei er den Entwicklern ein Zeitfenster von zwei Wochen einräumt, ihm ihre Änderungen zu übermitteln. Danach veröffentlicht er Release-Kandidaten und lässt nur noch Korrekturen zu, bis er die Stabilität des Kernels als ausreichend erachtet. Dies dauert meist um die acht Wochen. Weiter reichende Änderungen werden von Andrew Morton in seiner Kernel-Version erprobt. Dabei kommt Morton die umfangreiche Aufgabe zu, über die Patches Buch zu führen und die zahlreichen Konflikte, die durch die Parallelentwicklung entstehen, aufzulösen. Da viele dieser Änderungen in Mortons Kernel zum ersten Mal gemeinsam getestet werden, kommt es zu vielen Konflikten, Fehlern beim Compilierungen und gelegentlichen Laufzeitproblemen.

Morton beklagte sich immer wieder über die enorme Menge an Arbeit, die diese Integrationsarbeit bedeutet, und appellierte an die Entwickler, ihre Patches intensiver und insbesondere auch mit seinem Kernel-Stand zu testen. Ferner sollten sich die Entwickler bei Änderungen auf ihren Zuständigkeitsbereich beschränken, was die Anzahl von Konflikten reduzieren würde. Aus diesem Problem resultierte Mortons Vorschlag, einen vereinheitlichten Kernel-Baum »Linux-next« zu schaffen, der im Wesentlichen die Vorstufe zur nachfolgenden Kernel-Version darstellt. Die Entwickler, deren Code für diese Version in Frage kommt, sollen mit diesem Stand testen und auch den Code der anderen Entwickler öfter begutachten.

Diesen Vorschlag hat Stephen Rothwell nun aufgegriffen. In Kürze will er das Repositorium für Linux-next öffnen. Eine Mailingliste linux-next wurde auf vger.kernel.org eingerichtet. Rothwell plant, nun das Übernehmen von Patches von den Betreuern der rund 80 existierenden Entwicklungszweige zu organisieren. Einmal täglich soll ein automatischer Abgleich ablaufen, der Code soll danach auf einer Anzahl von Testrechnern compiliert werden. Im Falle von Fehlern bei der Integration sollen die Verantwortlichen automatisch benachrichtigt werden. Die Ergebnisse der Generierung sollen auch auf einer Webseite publiziert werden.

Morton will künftig seine Version auf Linux-next aufbauen, wodurch er selbst voraussichtlich weniger Patches bearbeiten muss und insbesondere die triviale Arbeit reduziert wird. Mortons Hoffnung ist, dass viel mehr Tester Linux-next testen werden, als das mit seinem eigenen Code-Baum der Fall war, der zu fehleranfällig war und in letzter Zeit zu selten aktualisiert wurde. Dadurch sollen weniger Fehler in den aktuellen Testkernel von Linus Torvalds gelangen. Durch die Vermeidung von Fehlern und ihrer langwierigen Korrektur wird sich nach seiner Ansicht der Extra-Aufwand, den die Betreuer der Subsysteme haben, auszahlen.

Die Ankündigung führte auf der Mailingliste zu weitreichenden Diskussionen über Einzelheiten der Entwicklung des Kernels im Allgemeinen und in Bezug auf den neuen Kernel-Baum, wurde jedoch einhellig befürwortet.

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