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Mi, 20. Februar 2008, 17:25

Software::Distributionen

Zebuntu - Zwei Seelen in einer Brust

Mit Zebuntu will eine Gruppe von Entwicklern das bereits eingestellte Zeta OS wiederbeleben und veröffentlicht auf Basis von Ubuntu eine neue Distribution.

Zebuntu.com

Turbulenter konnte die Geschichte von Zeta kaum verlaufen. Die Weiterentwicklung des Betriebssystems BeOS, das eingestellt wurde, nachdem Palm dessen Hersteller Be Incorporated übernommen hatte und kein Interesse mehr an der Entwicklung zeigte, zeichnete sich durch viele Rückschläge aus. Nach einer Reihe verpatzter Veröffentlichungen und einer ersten stabilen Version 1.0 meldete yellowTAB, Hersteller des Betriebssystems, Anfang 2006 die Insolvenz an. Mit der Freigabe von Zeta 1.5 veröffentlichte zwar der Käufer von yellowTAB eine neue Version, doch auch er sollte keine Freude an Zeta haben. Nach Version 1.5 und öffentlichen Überlegungen des Zeta-Hauptentwicklers, die Quellen der Entwicklung unter eine freie Lizenz zu stellen, meldeten sich Vertreter des mittlerweile von Access aufgekauften PalmSource zu Wort und ließen verkünden, dass yellowTAB nie die Lizenz hatte, die Quellen von BeOS zu nutzen und Zeta deshalb ein illegales Derivat von BeOS darstelle. Zeta wurde daraufhin »vorläufig« vom Markt genommen.

Die Fangemeinde von BeOS lässt sich allerdings nicht von ihrem Vorhaben abbringen, weiter ihre BeOS-Applikationen zu nutzen. Mit dem Ende von Be begann einerseits die Entwicklung von Haiku, einer Implementierung von BeOS als Open Source, und anderseits stellten diverse Entwickler Überlegungen an, BeOS auf andere Plattformen aufzusetzen. So versuchte unter anderem BlueEyedOS, aufbauend auf dem Linux-Kernel und einem X-Server ein System unter LGPL zu erstellen, das sowohl optisch als auch von den Schnittstellen her kompatibel zu BeOS sein sollte. Nach vier Jahren Arbeit wurde das Projekt jedoch eingestellt.

Ausgehend von den bereits getätigten Entwicklungen soll nun mit Zebuntu BeOS zum wiederholten Male wiederbelebt werden. Das von ehemaligen Entwicklern von Zeta initiierte Projekt sieht vor, auf Basis von Ubuntu eine Distribution zu erstellen, die sich an die Bedürfnisse der Zeta-Anwender richtet. Dementsprechend kommt das Produkt auch mit zahlreichen bekannten Ubuntu-Applikationen und bietet eine breite Palette von Anwendungen. Um die Geschwindigkeit beizubehalten, haben sich die Entwickler nach eigenen Angaben gegen GNOME und KDE entschieden und nutzen Xfce. »Xfce ist anpassungsfähig wie ein Chamäleon, schlank, stabil und von der Geschwindigkeit vergleichbar mit dem ZETA Tracker«, erklären die Programmierer ihre Entscheidung.

Eine optisch angepasste Linux-Distribution macht allerdings immer noch nicht ein Zeta-System aus. Bereits zu Zeiten von yellowTAB gab es Überlegungen, Zeta auf Linux bzw. BSD aufzubauen. Einige der damaligen Entwickler begannen schon damals, die Idee in die Realität umzusetzen. »Unser Ziel ist es also, mittels B.E.OS (Anm. d. Red: BlueEyedOS) eine neue Plattform für unsere alten Zeta-Kunden zu schaffen«, beschreiben die Entwickler das neue Projekt. »Zeta- sowie BeOS- und später auch Haiku-Applikationen werden am Ende direkt unter Zebuntu laufen.« Dies soll für Entwickler den Vorteil haben, dass sie sowohl Linux- als auch BeOS- Applikationen nutzen können. Auch ein lesender Zugriff auf vorhandene BFS-Dateisysteme (Standard für ZETA und BeOS) soll möglich sein.

Eine erste Betaversion veröffentlichte das Team bereits Anfang Februar. Mit der mittlerweile dritten Betaversion schreitet das Projekt recht zügig voran. So vergingen zwischen der zweiten und der dritten Beta lediglich fünf Tage.

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