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Fr, 22. Februar 2008, 15:16

Software::Kommunikation

Microsoft kündigt mehr Interoperabilität an

Microsoft hat begonnen, bisher vertrauliche Schnittstellen- und Protokoll-Dokumentation zu veröffentlichen, die jedoch weder patent- noch lizenzfrei ist.

Die Veröffentlichung ist Teil einer größeren Ankündigung, die »offene Verbindungen«, Portabilität von Daten, bessere Unterstützung von Industriestandards und offeneren Dialog mit Kunden, Industrie und Open-Source-Projekten verspricht. Sie bezieht sich auf die Produkte Windows Vista und.NET, Windows Server 2008, SQL Server 2008, MS Office 2007, MS Exchange Server 2007 und MS Office SharePoint Server 2007 sowie künftige Versionen dieser Produkte.

Microsoft will in den nächsten Monaten alle APIs und Kommunikationsprotokolle dieser Produkte veröffentlichen. Der Zugang zu diesen Informationen soll kostenlos und ohne Einschränkung möglich sein. 30.000 Seiten Dokumentation zu Windows-Protokollen, die zuvor nur unter einer »Geschäftsgeheimnis-Lizenz« zugänglich waren, sollen sofort publiziert werden. Weitere Dokumentation zu MS Office 2007 und anderen Produkten sollen folgen.

Microsoft will kenntlich machen, welche Protokolle von Patenten abgedeckt werden, und Patentlizenzen zu »niedrigen Preisen« vergeben. Eine genaue Liste der Patente soll veröffentlicht werden. Entwickler, die Software für die »nichtkommerzielle Verteilung« unter Verwendung dieser Protokolle entwickeln, sollen dies kostenlos tun können und keine Klagen von Microsoft befürchten müssen. Die kommerzielle Verteilung hingegen soll Lizenzen erfordern.

Daneben macht Microsoft vage Ankündigungen, die Unterstützung von Industriestandards und Standard-Erweiterungen besser zu dokumentieren, Plugins zur Unterstützung von anderen Dokumentenformaten in MS Office 2007 zuzulassen, eine Open-Source-Interoperabilitäts-Initiative zu starten und ein Interoperabilitäts-Forum einzurichten. Mehr Informationen werden auf der Interoperabilitäts-Seite veröffentlicht.

Die Ankündigung kommt einen Werktag vor der Entscheidung der ISO über OOXML als Standard. Wie Andy Updegrove, Vorstandsmitglied der Linux Foundation und Autor des »Standards-Blogs« vermutet, will Microsoft damit die maximalen PR-Vorteile aus der Ankündigung herausschlagen, ohne den Abstimmenden Zeit zu lassen, die tatsächliche Bedeutung abzuwägen.

Die Europäische Kommission nimmt die Ankündigung sehr reserviert zur Kenntnis und stellt fest, dass sie keinen Einfluss auf die Frage haben wird, ob Microsoft das Kartellurteil eingehalten hat. Mehr noch, es wird festgestellt, dass es bereits vier ähnliche Ankündigungen von Microsoft gegeben hat. Dennoch sah sich die Kommission im Januar 2008 genötigt, zwei weitere formale Kartellverfahren gegen Microsoft einzuleiten. Eines davon berührt die Produkte, die in der Ankündigung von Microsoft aufgeführt sind.

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