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Mo, 25. Februar 2008, 08:55

LinuxBIOS wird zu Coreboot

Das Projekt LinuxBIOS vollzieht eine Umbenennung in Coreboot, um Verwirrung über den Zweck und die Bestandteile des freien BIOS zu vermeiden.

Bereits im Januar wurde die Namensänderung in der Mailingliste angekündigt, nun werden erste Konsequenzen dieser Aktionen sichtbar. Das Entwicklerteam will der Ankündigung zufolge darauf achten, dass die Änderung sanft vonstatten geht und alle Funktionen erhalten bleiben.

Der Grund der Namensänderung wird in der Ankündigung ausführlich erläutert. Das Projekt LinuxBIOS wurde vor acht Jahren geschaffen, um tatsächlich ein Linux-System als BIOS-Ersatz im Flash-Chip des Systems unterzubringen. Mit dem damaligen Linux-Kernel 2.2 fand das System in 512 KB Platz, nach dem Wechsel zu Kernel 2.4 wurde 1 MB benötigt. Die damaligen Flash-Speicher waren groß genug.

Entgegen den absehbaren Trends wurden danach die Flash-Speicher jedoch auf manchen Mainboards kleiner, so dass es nicht mehr möglich war, Linux darauf unterzubringen. Als Konsequenz trennten die Entwickler den zum Booten benötigten Code vom Kernel - Coreboot war geboren, hieß aber weiterhin LinuxBIOS. Zum Booten des Linux-Kernels wurde beispielsweise noch Code vom Etherboot-Projekt zum Flash-ROM hinzugefügt.

Infolgedessen konnte der Name LinuxBIOS nur zu Verwirrung führen. In vielen Fällen war gar kein Linux mehr in diesem BIOS enthalten. Zum anderen suggerierte der Name, dass mit LinuxBIOS nur Linux gebootet werden könnte - tatsächlich stehen aber Bootloader für viele Systeme zur Verfügung. Allgemein kann Coreboot eine »Payload« starten, die ein Bootloader wie Open Firmware, FILO, GRUB 2, Win CE Loader oder ADLO (kann Windows booten) sein kann, aber auch ein vollständiger Linux-Kernel. Die Kombination Coreboot und Linux-Kernel 2.6 ist das »LinuxBIOS« im eigentlichen Sinn, dürfte jedoch 2 MB Flash-ROM benötigen. Häufiger ist nach Angaben der Entwickler die Kombination Coreboot und FILO anzutreffen, bei der kein Linux im Flash-ROM enthalten ist.

Der Ersatz des in heutigen PCs enthaltenen proprietären BIOS durch freie Software ist eines der wichtigsten Ziele der FSF. Das proprietäre BIOS ist nach Ansicht vieler Entwickler langsam und chronisch fehlerhaft, zudem kostet es Lizenzgebühren. Durch das Quasi-Monopol in diesem Bereich bleiben Innovationen vollständig aus, wie daran zu sehen ist, dass der Code immer noch im 16-Bit-Modus läuft.

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