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Di, 1. April 2008, 23:36

Software::Entwicklung

Linux-Entwicklung statistisch gesehen

Die Linux Foundation hat eine Analyse veröffentlicht, wieviele Entwickler wieviel Code in den letzten Monaten zum Linux-Kernel beigetragen haben.

Die jetzt von der Linux Foundation veröffentlichte Analyse ähnelt denjenigen, die Linux Weekly News erstmals vor über einem Jahr anlässlich der Freigabe von Linux 2.6.20 veröffentlichte. So ist Jonathan Corbet, der für die Linux Foundation auch das Kernel-Wetter voraussagt, Mitautor des Berichtes. Ferner haben Greg Kroah-Hartman, Kernel-Entwickler bei Novell, und Amanda McPherson von der Linux Foundation an dem Text mitgewirkt.

Das Papier beschreibt zunächst das Kernel-Entwicklungsmodell und stellt fest, dass seit dessen Einführung 2005 mit Kernel 2.6.11 durchschnittlich alle 2,7 Monate eine neue Version veröffentlicht wurde. Der Rekord lag bei 61 Tagen, am längsten benötigten die Versionen 2.6.12 und 2.6.24 mit jeweils 108 Tagen.

Die Anzahl der Änderungen für jede Kernel-Version ist Schwankungen unterworfen, steigt aber tendenziell immer weiter an und erreichte mit Kernel 2.6.24 fast 10.000. Pro Stunde wurden 2,83 Patches hinzugefügt, für mittlerweile über drei Jahre. Die Größe des Quellcodes wuchs nahezu linear von 6,6 auf 8,9 Mio. Zeilen, über 10% pro Jahr. Da der Großteil davon auf die Architekturen und Treiber entfällt, ist der eigentliche Kernel kaum gewachsen.

Die Anzahl der Entwickler hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt. Gleiches gilt für die Anzahl der beteiligten Firmen. Kernel 2.6.24 enthielt Beiträge von 1057 verschiedenen Personen, die 186 Firmen zugeordnet werden konnten. Diese Firmen beschäftigen rund 75% der Entwickler, sei es als Angestellte oder Inhaber der Firmen. 13,9% der Entwickler waren offenbar nicht für ein Unternehmen aktiv, bei weiteren 12,9% war die Zuordnung zu Unternehmen unbekannt. Drei Firmen leisten die größten Beiträge zum Kernel: Red Hat mit 11,2%, Novell mit 8,9% und IBM mit 8,3%. Zum Viertplatzierten Intel mit 4,1% klafft eine große Lücke. Die Statistik bezieht sich auf die Anzahl der Änderungen. Würde man stattdessen die Größe der Änderungen nehmen, könnten sich die Ergebnisse etwas verschieben, die Tendenz dürfte jedoch gleich bleiben.

Verschiedene Firmen beteiligen sich aus unterschiedlichen Gründen an der Kernel-Entwicklung. Hardware-Hersteller wollen sicherstellen, dass Linux gut auf ihrer Hardware läuft, um damit ihre Verkäufe zu fördern. Distributoren haben ein generelles Interesse, dass der Kernel so leistungsfähig wie möglich ist, um mehr Verbreitung und mehr Kunden zu gewinnen. Andere Firmen setzen Linux in eingebetteten Geräten ein. Selbst Firmen außerhalb der IT können gelegentlich ein Interesse an der Kernel-Entwicklung haben. So hat VW eine Implementierung des CAN-Protokolls für Kernel 2.6.25 beigetragen.

Die 30 aktivsten Entwickler waren für 30% der Änderungen verantwortlich, wobei sie aber oft nur die Änderungen von anderen Entwicklern koordinieren und sammeln. Kein Entwickler war für mehr als 1,9% der Änderungen verantwortlich.

Die für den Bericht benutzten Tools, Daten und Tabellen werden von Greg Kroah-Hartman auf kernel.org bereitgestellt.

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