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Fr, 11. April 2008, 16:21

Gesellschaft::Politik/Recht

ISO will Dokumentenstandards zusammenführen

Eine Arbeitsgruppe soll für eine bessere Interoperabilität und Harmonisierung von ISO-Dokumentenstandards sorgen.

Das ist ein Ziel, welches das ISO-Komitee SC34 in dieser Woche bei einem Meeting in Oslo definiert hat. Besonders prominent geht es dabei um die Standards ISO 29500 (OOXML) und ISO 26300 (ODF). »Es ergibt Sinn anzusehen, welche Gemeinsamkeiten es gibt, die zusammengeführt werden können«, begrüßt Gerhard Göschl, Manager Plattform Strategie und Sicherheits-Sprecher bei Microsoft Österreich, im pressetext-Gespräch den Plan. Langfristig könnten die beiden Dokument-Formate sich deutlich annähern.

»Nur ein Rahmenwerk« sieht Microsoft im aktuellen ODF-Standard, als »technische Prosa schlechter Qualität« wiederum wurde der OOXML-Standard von Seiten der Free Software Foundation Europe anlässlich dessen offizieller Anerkennung am 2. April 2008 bezeichnet. »Im Prinzip kann die ISO erst an einem Standard arbeiten, wenn es ein ISO-Standard ist«, betont Göschl. Mit dem jetzt beschlossenen Plan, tatsächlich an beiden wichtigen Standards zu arbeiten und sie auch miteinander und mit weiteren Dokumentstandards zu harmonisieren, setzt das SC34 jedenfalls ein Zeichen im Spannungsfeld zwischen deren Verfechtern und Gegnern.

Das SC34 hat sich weitreichende Ziele gesetzt. Alex Brown, Mitglied des nationalen britischen Gremiums, beschreibt in seinem Blog den Plan für OOXML. Es sei zu klären, wie der ISO-Standard betreut und verbessert werden kann, und dazu eine langfristige Arbeitsgruppe zu installieren. Sofern die »Organization for the Advancement of Structured Information Standards« (OASIS) die Betreuung von ODF der ISO überträgt, würde das SC34 auch dies in einer Arbeitsgruppe übernehmen. Gelingt das, könnte die geplante Arbeitsgruppe für Interoperabilität und Harmonisierung die beiden Formate deutlich näher zusammenführen. Wie weit das gehen könnte, ist schwer abzuschätzen. Göschl hält für denkbar, dass in 15 bis 20 Jahren ein gemeinsamer Grundstandard existiert, auf den modular aufgebaut wird.

Die Wogen rund um die erfolgreiche Anerkennung von OOXML als ISO-Standard gehen indes immer noch hoch, insbesondere in Norwegen. Das dortige Ländergremium Standard Norge hatte für OOXML als ISO-Standard gestimmt, laut dem inzwischen aus Protest zurückgetretenen Ausschussvorsitzenden Steve Pepper gegen den ausdrücklichen Rat der technischen Experten und den Willen der Mehrheit im Ausschuss. Dies führte am Mittwoch zu einer lautstarken Protestkundgebung in Oslo. Eine Gefahr für OOXML als ISO-Standard dürfte das allerdings nicht darstellen. »Ich denke nicht, dass sich die ISO durch lokale Plänkeleien beeindrucken lässt«, meint Göschl abschließend zu pressetext. (pte)

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