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So, 27. April 2008, 15:28

Software::Systemverwaltung

WLAN-Treiber von Ralink nähern sich der Vollendung

Die neuesten freien Treiber für WLAN-Chips von Ralink sollen in naher Zukunft die Treiber der ersten Generation in Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit überholen.

Linux-Treiber für die WLAN-Chips von Ralink existieren seit längerer Zeit in zwei Varianten. Nachdem das Unternehmen 2004 den Quellcode seiner Treiber veröffentlicht hatte, existierten proprietäre Treiber des Herstellers neben den freien Treibern, die von Freiwilligen wie Mark Wallis gepflegt wurden. Es dauerte einige Monate, bis Ralink den Quellcode auch mit der pasenden Lizenz - der GPL - versehen hatte. Bald erkannten die Entwickler, dass die Qualität des Quellcodes zu wünschen übrig ließ und eine Aufnahme in den offiziellen Linux-Kernel unwahrscheinlich war. So wurden sie außerhalb des Kernels gepflegt und stehen auch jetzt noch zum Download bereit.

Wegen der Probleme mit den alten Treibern wurde 2006 das Projekt rt2x00 ins Leben gerufen, das die Treiber vollständig neu implementierte. Nach Angaben der Entwickler wusste Ralink von dem Projekt, ignorierte die Entwickler jedoch weitgehend. So brachte der Hersteller neue Treiber heraus, die die gleichen Fehler wie ältere Treiber enthielten, obwohl des freie Projekt diese längst korrigiert und die Fehler an Ralink gemeldet hatte. Immerhin gab Ralink Spezifikationen an Linux- und BSD-Entwickler heraus und veröffentlichte seine eigenen Linux-Treiber zuletzt zeitgleich mit den Windows-Treibern.

Die neuen freien Ralink-Treiber hielten in Linux 2.6.24 erstmals in den Kernel Einzug. In Linux 2.6.25 wurden einige Fehler korrigiert und die Treiber sind nicht länger als experimentell gekennzeichnet. Noch sollen sie in Bezug auf Stabilität und Geschwindigkeit hinter den alten Treibern herhinken, doch das soll sich bald ändern. Zudem unterstützen die neuen Treiber HostAP und WPA-Supplicant, was die alten Treiber nicht vermochten. Zu den unterstützten Chips gehören die PCI/PCMCIA-Chips rt2400, rt2500 und rt61 sowie die USB-Chips rt73 und rt2570. Diese sind im aktuellen Kernel 2.6.25 enthalten. Treiber für die Chips rt2860 und rt2870 sind in Arbeit.

Die Chips rt61, rt73, rt2860 und rt2870 benötigen eine proprietäre Firmware zum Arbeiten, eine Tatsache, die auch Chips anderer Hersteller betrifft. Die Lizenz der Firmware gestattet allerdings die Distribution zusammen mit dem Treiber, so dass die Entwickler der Treiber dies pragmatisch sehen. Eine Neuimplementierung der Firmware unter einer freien Lizenz steht für sie nicht auf dem Plan. Dies wäre mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, da die Firmware Programmcode für den im WLAN-Chip enthaltenen speziellen Prozessor darstellt. Aus dem gleichen Grund wäre der Nutzen für die freie Softwarewelt fraglich, zumal man auch den Standpunkt einnehmen kann, dass die Firmware einen Teil der Hardware darstellt. Für die Entwickler der Ralink-Treiber ist der wesentliche Punkt, dass sie auf alle Funktionen des Chips über die Software zugreifen können. So raten sie von einer näheren Beschäftigung mit der Firmware ab, jedenfalls »solange sie gut funktioniert«.

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