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Mo, 28. April 2008, 11:53

Linux bei Maschinen- und Anlagenbauern beliebt

Nach Schätzungen des OSADL setzen bereits über 25% der Entwickler im Maschinen- und Anlagenbau Linux ein.

Um die offensichtliche Nachfrage der boomenden Maschinenbau-Branche nach Linux besser unterstützen zu können, wurde schon im September 2006 die Genossenschaft OSADL (Open Source Automation Development Lab) gegründet. Mehr als ein Dutzend großer Unternehmen der Branche sind inzwischen beim OSADL dabei. Auf der gerade zu Ende gegangenen Hannover-Messe machte OSADL das große Engagement für Linux mit einem 280 Quadratmeter großen Application Park, einer Pressekonferenz und der Konferenz Open Source Meets Industry mit hochrangigen Linux-Entwicklern deutlich.

Statistiken zufolge setzen laut dem Geschäftsführer des OSADL, Carsten Emde, 15 bis 25 Prozent der Software-Entwickler im Maschinen- und Anlagenbau Linux ein. Seiner Einschätzung nach dürften es jedoch noch mehr sein. Ein Grund dafür ist, dass die Entwickler mit Linux auf Eigenentwicklungen verzichten können, ohne sich von einem Lieferanten abhängig zu machen. Dies spart ebenso Kosten wie der Wegfall von Lizenzkosten, die insbesondere bei kleinen Produkten, die in hoher Stückzahl hergestellt werden, ins Gewicht fallen.

Die bessere Integration der Echtzeitfähigkeit in den Kernel sorgte laut Emde im letzten Jahr für einen entscheidenden Durchbruch. Echtzeitfähigkeit bedeutet nicht, extrem schnell auf Ereignisse reagieren zu können, sondern innerhalb einer vorher festgelegten Grenze. Bei schnellen Maschinen kann dieses Intervall im Millisekundenbereich liegen, das muss jedoch längst nicht immer der Fall sein.

Anlagen haben oft eine Lebensdauer von über zehn Jahren. Für Software kommerzieller Anbieter ist nach dieser Zeit oft kein Update mehr zu bekommen. Für Linux hingegen lassen sich Updates erstellen. Zwar wird nach so langer Zeit kein Distributor mehr Updates anbieten, aber die notwendigen Anpassungen sind notfalls immer noch im eigenen Haus machbar.

OSADL will die Arbeiten der Hersteller in diesem Bereich bündeln, so dass die Kosten auf die Beteiligten verteilt werden. Dabei werden Entwicklungen im Basisbereich wieder als freie Software freigegeben, im Gegensatz zu früher, als laut Emde jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochte. Nach seinen Angaben halten die Hersteller das gemeinsame Entwickeln der Basistechnologien inzwischen sogar für überlebensnotwendig.

OSADL hilft den Herstellern dabei, indem es aktuelle Kernel-Versionen mit den notwendigen Patches pflegt. Darüber hinaus stellt es Softwarepakete, »Board Support Packages«, also Basis-Distributionen für bestimmte eingebettete Umgebungen und Dokumentationen bereit. Ein weiterer Punkt, der nun an Bedeutung gewinnt, ist die Zertifizierung der Betriebssicherheit. Dies ist in manchen Branchen, darunter Bahn- und Automobiltechnik vorgeschrieben und muss bisher für jedes Produkt einzeln gemacht werden. Durch standardisierte Dokumente, die OSADL erstellt hat, soll die Zertifizierung erleichtert werden. Schließlich seien Kernel und Basis-Komponenten immer gleich, so dass die Behörden eine einmal erteilte Zertifizierung, so hofft die Organisation, leichter auf andere Produkte ausdehnen können.

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