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Fr, 16. Mai 2008, 20:04

Software::Systemverwaltung

DeviceKit soll HAL ersetzen

David Zeuthen will in den nächsten Monaten HAL durch DeviceKit ersetzen.

HAL steht eigentlich für Hardware Abstraction Layer, doch das beschreibt nur annähernd, was das von FreeDesktop.org entwickelte HAL für Linux leistet. Es führt Hardware-Erkennung außerhalb des Kernels aus, kann auf Ereignisse reagieren und kommuniziert mit anderen Komponenten wie dem Kernel, udev und DBUS. So verwundert es nicht, dass Zeuthen das Programm mittlerweile als überladen ansieht und nach eigenen Angaben seit einem Jahr über einen Ersatz nachdenkt.

Einige der Probleme von HAL sind seiner Auffassung nach, dass es seit seiner Entstehung 2003 nur erweitert, aber nie vernünftig neu strukturiert wurde. Kein Entwickler kennt mehr den ganzen Code, die Entwicklung geht nur noch schleppend voran. Es ist zu abstrakt, enthält viele nutzlose Informationen und ist dennoch zu Linux-spezifisch. Auch ist es sehr ineffizient, was besonders auf sehr großen Servern ein Problem ist. Aber auch auf eingebetteten Systemen ist es zu langsam. Nicht zuletzt überlappt sich die Funktionalität auch noch mit anderen Komponenten, beispielsweise udev.

Dennoch war HAL für Zeuthen zumindest konzeptionell ein Erfolg. Es schloss die Lücken zwischen den Desktop-Systemen, besonders GNOME und KDE, und auch zwischen den Kernel- und den Desktop-Entwicklern.

Inzwischen stehen bessere Tools als beim Beginn der HAL-Entwicklung zur Verfügung, so dass ein Ersatz deutlich einfacher werden kann. Zeuthens Design, das teilweise bereits implementiert ist, besteht bisher aus drei Projekten, zu denen noch weitere hinzukommen werden. Zentral ist DeviceKit, ein einfacher Systemdienst, der Geräte auflistet, Signale ausgibt, wenn Geräte hinzukommen oder entfernt werden, und eine Möglichkeit gibt, Informationen über Geräte hinzuzufügen. Er ähnelt dem heutigen HAL, wenn man die Suche nach Geräten und die externen Aufrufe herausnimmt.

Das zweite Projekt, DeviceKit-disks, soll alle Operationen mit Blockgeräten unterstützen, von Partitionen über Dateisysteme, RAID und Verschlüsselung bis zu sicherem Löschen und dem Abfragen von SMART-Daten. Als drittes Projekt hat der Entwickler »gnome-disk-utility« begonnen, das als grafisches Frontend für DeviceKit-disks fungiert.

Weitere Daemons werden laut Zeuthen für USB und Energieverwaltung nötig sein. Zuvor will er jedoch die bisherigen Komponenten veröffentlichungsreif machen. Dies soll in ein bis zwei Monaten erreicht werden. GNOME 2.24 könnte bereits eine stabile Version der Neuentwicklung enthalten, aber wahrscheinlich würde erst GNOME 2.26 eine vollständige Umstellung bringen. HAL selbst soll dann nicht mehr weiterentwickelt werden. Zwar muss das Projekt noch einige Jahre weiter gepflegt werden, da viele Distributionen mit langen Support-Zeiträumen sich darauf verlassen. Neue Features sollen aber nicht mehr hinzukommen.

Als Anwender von Fedora 9 kann man DeviceKit bereits jetzt testen, da Zeuthen RPM-Pakete für die Distribution erstellt hat. Für einen produktiven Einsatz sind sie noch nicht geeignet.

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