Von Sierk Bornemann am Mi, 21. Mai 2008 um 10:23 #
Ian Hickson, derzeit für Google arbeitend, vorher für Opera und davor für Mozilla, ist treibende Kraft des ACID3-Tests. Unter diesem Gesichtspunkt frage ich mich, welches angeblich vitale Interesse er haben sollte, *gegen* Mozilla zu sein oder zu arbeiten und *für* Opera. Ich denke, er hat aus seiner Zeit bei Mozilla und Opera in beiden Lagern einige Freunde und Fürsprecher, das Verhältnis dürfte ausgewogen sein. Zudem ist Ian Hickson derjenige welche, der ACID3 zusammengestellt und verwaltet hat, siehe http://ln.hixie.ch/?start=1200301306&count=1 und der URL der bisherigen Draft-Version: http://www.hixie.ch/tests/evil/acid/003/ . Ian Hickson ist zudem Editor und treibende Kraft der WHATG, http//www.whatwg.org/ und der im Frühjahr letzten Jahres neu zusammengestellten W3C HTML Working Group, http://www.w3.org/html/wg/ , welche derzeit an einem Nachfolger für HTML, (X)HTML 5, arbeitet und eine große Anzahl an Mitgliedern und auch die bisherige Arbeit der WHATG übernommen hat und weiterführt. Deswegen ist Ian Hickson auch zugleich Editor der W3C HTML WG und setzt die Spezifikation, die in wesentlichen Punkten auf den bislang geleisteten Arbeiten der WHATG beruht, schriftlich ins Werk. Und hier in dieser HTML WG sitzen u.a., neben vielen anderen Leuten, u.a. auch David Hyatt (Apple) und Maciej Stachowiak (Apple). David ist Co-Editor von HTML5 und Maciej ist für Safari bzw. die Umsetzung dort zuständig. Man kennt sich also und hat regelmäßig miteinander zu tun. Dass das Rennen um den ACID3-Test auf diese Weise so ausgetragen worden ist, wie er ausgetragen worden ist, hat also möglicherweise sehr viel mit diesen persönlichen und beruflichen Verbindungen zu tun, eben weil man sich kennt und auch auf anderen Feldern zusammenarbeitet. Der Acid3-Test war noch keine Woche pressewirksam draußen (es war im Januar 2008, vorher gab's nur in eingeweihten Kreisen den Draft, an dem zu der Zeit noch kräftig herumgeschraubt wurde unter http://www.hixie.ch/tests/evil/acid/003/ zu sehen), da lieferten sich das Safari-Team und das Opera-Team öffentlich und öffentlichkeitswirksm mit viel Tam-Tam und viel Aufmerksamkeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wer denn nun als Erster "Erster" schreien durfte und diesen frisch gebackenen ACID3-Test, der eigentlich noch zu frisch war und noch Fehler hatte (noch Wochen später musste der eine oder andere Test aus dieser Suite herausgenommen oder umgeschrieben werden), als erster bestehen konnte. Und, davon kann man ausgehen, bei dem Ganzen ging es den beteiligten Teams mit Sicherheit nicht darum, möglichst viel und möglichst gründlich die HTML- und CSS-Spezifikationen des W3C zu erfüllen, sondern es dürfte in erster Linie in diesen Wochen darum gegangen sein, diesen Test zu bestehen und "Erster" rufen zu können, koste es was es wolle. Man hat sich ganz zielgerichtet auf alles das gestürzt, was den jeweiligen Browser irgendwie davon abgehalten hat, ACID3 zu bestehen bzw. hat zielgerichtet alle diejenigen Bugs entfernt, die ein Bestehen von ACID3 verhinderten. Fast täglich konnte man entweder aus der Ecke von Safari oder aus der Ecke von Opera irgendwas hören oder lesen, wieviel man einem "100/100" von ACID3 mal wieder gekommen sei. Am Ende dankt man sich sogar gegenseitig für den sportlichen und amüsanten Wettkampf, siehe http://webkit.org/blog/174/scenes-from-an-acid-test/, Abschnitt "Thanks".
Liegengeblieben sind dabei so manche andere (auch nicht unwichtige) Bugs und Features, welche bei den ACID3-Tests, die ja nur einen vorbestimmten und festgelegten Ausschnitt abprüfen, gar nicht berücksichtigt werden. Teilweise sind das Fehler oder Teile von denselben oder auch anderen Webstandards, wo Mozilla bspw. ziemlich gut dasteht und am Weitesten in der Umsetzung gegenüber allen anderen Browsern ist. Diese grundsätzliche Kritik an ACID3 und diesem Rennen und Hype darum habe nicht ich alleine, sondern ich habe prominente Fürsprecher wie z.B. Eric Meyer, der zu dem Ganzen zum Beispiel Folgendes geschrieben hat bzw. an Meinung vertritt:
Meyers Meinung teile ich zu 100%, was das Rennen ums unbedingte und möglichst schnelle Bestehen der ACID3-Tests angeht (das ganze Rennen hatte ja keine 4 Wochen gedauert, dann war's entschieden). ACID3 ist ein netter Versuch. Der aber leider auf der Hälfte steckengeblieben ist. Weil er nicht umfassend ist und leider nur einen kleinen Ausschnitt abtestet. Einen Ausschnitt, den die Macher willkürlich festgelegt haben. Alles andere ist Hype.
Zudem ist Ian Hickson derjenige welche, der ACID3 zusammengestellt und verwaltet hat, siehe http://ln.hixie.ch/?start=1200301306&count=1 und der URL der bisherigen Draft-Version: http://www.hixie.ch/tests/evil/acid/003/ .
Ian Hickson ist zudem Editor und treibende Kraft der WHATG, http//www.whatwg.org/ und der im Frühjahr letzten Jahres neu zusammengestellten W3C HTML Working Group, http://www.w3.org/html/wg/ , welche derzeit an einem Nachfolger für HTML, (X)HTML 5, arbeitet und eine große Anzahl an Mitgliedern und auch die bisherige Arbeit der WHATG übernommen hat und weiterführt. Deswegen ist Ian Hickson auch zugleich Editor der W3C HTML WG und setzt die Spezifikation, die in wesentlichen Punkten auf den bislang geleisteten Arbeiten der WHATG beruht, schriftlich ins Werk. Und hier in dieser HTML WG sitzen u.a., neben vielen anderen Leuten, u.a. auch David Hyatt (Apple) und Maciej Stachowiak (Apple). David ist Co-Editor von HTML5 und Maciej ist für Safari bzw. die Umsetzung dort zuständig. Man kennt sich also und hat regelmäßig miteinander zu tun. Dass das Rennen um den ACID3-Test auf diese Weise so ausgetragen worden ist, wie er ausgetragen worden ist, hat also möglicherweise sehr viel mit diesen persönlichen und beruflichen Verbindungen zu tun, eben weil man sich kennt und auch auf anderen Feldern zusammenarbeitet. Der Acid3-Test war noch keine Woche pressewirksam draußen (es war im Januar 2008, vorher gab's nur in eingeweihten Kreisen den Draft, an dem zu der Zeit noch kräftig herumgeschraubt wurde unter http://www.hixie.ch/tests/evil/acid/003/ zu sehen), da lieferten sich das Safari-Team und das Opera-Team öffentlich und öffentlichkeitswirksm mit viel Tam-Tam und viel Aufmerksamkeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wer denn nun als Erster "Erster" schreien durfte und diesen frisch gebackenen ACID3-Test, der eigentlich noch zu frisch war und noch Fehler hatte (noch Wochen später musste der eine oder andere Test aus dieser Suite herausgenommen oder umgeschrieben werden), als erster bestehen konnte. Und, davon kann man ausgehen, bei dem Ganzen ging es den beteiligten Teams mit Sicherheit nicht darum, möglichst viel und möglichst gründlich die HTML- und CSS-Spezifikationen des W3C zu erfüllen, sondern es dürfte in erster Linie in diesen Wochen darum gegangen sein, diesen Test zu bestehen und "Erster" rufen zu können, koste es was es wolle. Man hat sich ganz zielgerichtet auf alles das gestürzt, was den jeweiligen Browser irgendwie davon abgehalten hat, ACID3 zu bestehen bzw. hat zielgerichtet alle diejenigen Bugs entfernt, die ein Bestehen von ACID3 verhinderten. Fast täglich konnte man entweder aus der Ecke von Safari oder aus der Ecke von Opera irgendwas hören oder lesen, wieviel man einem "100/100" von ACID3 mal wieder gekommen sei. Am Ende dankt man sich sogar gegenseitig für den sportlichen und amüsanten Wettkampf, siehe http://webkit.org/blog/174/scenes-from-an-acid-test/, Abschnitt "Thanks".
Liegengeblieben sind dabei so manche andere (auch nicht unwichtige) Bugs und Features, welche bei den ACID3-Tests, die ja nur einen vorbestimmten und festgelegten Ausschnitt abprüfen, gar nicht berücksichtigt werden. Teilweise sind das Fehler oder Teile von denselben oder auch anderen Webstandards, wo Mozilla bspw. ziemlich gut dasteht und am Weitesten in der Umsetzung gegenüber allen anderen Browsern ist.
Diese grundsätzliche Kritik an ACID3 und diesem Rennen und Hype darum habe nicht ich alleine, sondern ich habe prominente Fürsprecher wie z.B. Eric Meyer, der zu dem Ganzen zum Beispiel Folgendes geschrieben hat bzw. an Meinung vertritt:
Acid Redux
http://meyerweb.com/eric/thoughts/2008/03/27/acid-redux/
Meyers Meinung teile ich zu 100%, was das Rennen ums unbedingte und möglichst schnelle Bestehen der ACID3-Tests angeht (das ganze Rennen hatte ja keine 4 Wochen gedauert, dann war's entschieden). ACID3 ist ein netter Versuch. Der aber leider auf der Hälfte steckengeblieben ist. Weil er nicht umfassend ist und leider nur einen kleinen Ausschnitt abtestet. Einen Ausschnitt, den die Macher willkürlich festgelegt haben. Alles andere ist Hype.