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Sa, 12. Juli 2008, 13:29

Gesellschaft::Politik/Recht

Evolution ändert Lizenz und Copyright-Richtlinien

Der Mail- und Groupware-Client Evolution soll seine Lizenz zur LGPL ändern, um kompatibel mit Bibliotheken zu werden, die unter der GPLv3 stehen.

Aktuell haben die Entwickler des Projekts ein Problem mit der Inkompatibilität verschiedener freier Lizenzen. Sie wollen die MAPI-Bibliothek von Samba 4 einbinden, die benötigt wird, um den auf MAPI beruhenden Konnektor für Exchange 2007 nutzen zu können. Die Bibliothek steht jedoch, wie Samba selbst seit einiger Zeit, unter der GPLv3. Evolution steht unter der GPLv2, die nicht kompatibel mit der GPLv3 ist.

Das Dilemma kann nach Ansicht von Novell, das einen großen Teil der Entwicklungsarbeit an Evolution leistet, gelöst werden, indem die Lizenz zur LGPL geändert wird. Ursprünglich schlug Srinivasa Ragavan von Novell eine duale Lizenz LGPLv2 und LGPLv3 vor, doch andere Entwickler halten »LGPLv2 oder neuer« für zukunftssicherer.

Eine Lizenzänderung eines etablierten Programmes ist normalerweise nicht einfach zu vollziehen, denn alle Copyright-Inhaber müssen sich mit der Änderung einverstanden erklären. Im Falle von Evolution stellt sich dieses Problem nur in geringerem Ausmaß, da alle Beitragenden zustimmen mussten, Novell umfassende Rechte an dem Code einzuräumen. Damit besitzt Novell auch das ausdrückliche Recht für die meisten Bestandteile von Evolution, die Lizenz zu ändern.

Allerdings dürfte auch Novell nicht das vollständige Copyright am gesamten Code halten. Srinivasa Ragavan kündigte daher an, den Quellcode eingehend zu analysieren und Dateien zu identifizieren, bei denen jemand anderes das Copyright hält. Novell, das auch weiterhin in die Entwicklung von Evolution investieren will, hofft auf die Mitarbeit der betreffenden Entwickler, um die Lizenzänderung durchführen zu können.

Desweiteren sieht Novell die bisherige Praxis, sich das (nicht exklusive) Copyright übertragen zu lassen, als hinderlich für die weitere Entwicklung an. Diese Anforderung an die Entwickler soll künftig fallengelassen werden, um es so einfach wie möglich zu machen, Beiträge zu Evolution einzureichen. Künftige Änderungen an der Lizenz werden damit jedoch sehr erschwert, so dass jetzt eine möglichst gute Wahl bei der neuen Lizenz getroffen werden muss.

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