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Thema: Debian GNU/Linux 5.0 »Lenny« eingefroren

2 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von norbo am Di, 29. Juli 2008 um 14:39 #
Miese Qualität erster Iterationen einer Software.

"Release often, release early" ist nun mal üblich bei OpenSource Projekten. Wenn etwas vor den Augen der Öffentlichkeit entsteht, sieht man halt auch die unbenutzbaren Anfangsstadien. Regst du dich auch auf wenn irgendwo eine Brücke oder Autobahn gebaut wird, weil sie zwar "da" ist, aber trotzdem noch völlig unbenutzbar ist?

Mangelnde langfristige Pflege.

Weisst du schon wie lange KDE3 unterstützt wird? Immerhin setzten viele Netbooks, Schulen und Behörden darauf. Es wird also kaum von heute auf morgen fallengelassen werden. Oder hast du daran begründete Zweifel?

Zu wenig durchdachte und stabile APIs.

Tja, nachher ist man immer schlauer. Oft dauert es Jahre bis man die Schwachstellen undurchdachter APIs wirklich zu spüren bekommt. Dann hat man die Wahl zwischen neu und besser machen (KDE / OS X), sich damit rumzuärgern (Gnome), oder parallel etwas besseres einzuführen (MS mit .Net). Jede Strategie hat Vor- und Nachteile. Alles neu zu machen erzwingt die Portierung vieler Programme, was wieder Kinderkrankheiten mit sich bringt. Sich mit alten sub-optimalen APIs rumzuärgern hat seine Grenzen und erfordert irgendwann doch einen radikalen Schnitt. Und einfach eine neue Technik einzuführen bedeutet, dass man die alte und die neue unterstützen muss. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein KDE, das über Jahre von Qt3 *und* Qt4 abhängt, besonders gut angekommen wäre.

Und zum Thema Selbstverständnis in der OpenSource-Welt: Anscheinend haben viele Leute ein Problem damit, wenn sie nicht alles mit Geld regeln können. Wenn etwas nicht so funktioniert wie König Kunde es erwartet, ist er gewöhnt auf den Tisch zu hauen und sein Recht einzufordern. Kein Problem, er hat ja bezahlt und damit seinen Teil des Kaufvertrags erfüllt. Bei freier Software hat er aber erstmal nur genommen, und daher auch kein Recht etwas zu fordern. Man könnte jetzt sagen, die Gegenleistung, die der Benutzer zu erbringen hat, sei ein gewisses Wohlwollen gegenüber OpenSource, Toleranz falls mal etwas nicht ganz so läuft wie er es gerne hätte, und im Idealfall sogar dass er Fehler meldet, Mund-zu-Mund-Propaganda betreibt oder aktiv an einem Projekt mitarbeitet. Dies sind jedoch nur moralische Erwartungen, rechtlich gesehen muss er davon überhaupt nichts. Wenn er aber nur konsumiert und dann noch lautstark und unverschämt jeden Mangel als Frechheit und Verschwendung seiner kostbaren Zeit beschimpft, dann ist er sich seiner Position absolut nicht bewusst. Denn die einzige Forderung, die die OpenSource-Welt an ihre Kunden stellen kann, ist die Wahrung grundlegender Anstandsregeln. Wenn jemandem ein geschenktes Produkt nicht gefällt, soll er es eben liegen lassen und nicht verwenden. Aber ein Recht darauf, destruktive Kritik üben und Hetzpropaganda gegen OpenSource betreiben zu dürfen, hat er definitiv nicht. Und auch wenn dir jetzt bei diesem Selbstverständnis das Essen hoch kommt, so ist es nun mal.

  • Score: 3 Von ac am Di, 29. Juli 2008 um 18:16 #
    > Oder hast du daran begründete Zweifel?

    Teile KDE 3 wurden über Jahre überhaupt nicht gepflegt, obwohl KDE 4 noch in niemandes Mundes war. Warum sollte dies plötzlich besser werden? Es sind zum einen gar nicht die Ressourcen und zum anderen nicht das Interesse da - zumindest von der Seite derjenigen, die diese Arbeit leisten können.

    > Anscheinend haben viele Leute ein Problem damit, wenn sie nicht alles mit Geld regeln können.

    Andersrum wird ein Schuh daraus. Ich habe ein Problem damit, daß mit Open Source noch nicht genug Geld verdient wird, daß die Software mit einer mehr als hinreichenden Qualität gepflegt werden kann. Freie Software ist eine gute Sache. Befindlichkeiten von Hobbyisten sind ein Problem, ein anderes, daß die Arbeit von Hobbyisten nicht ausreichend ist, weil der Hobbyist nicht "getreten" werden kann, zum Zwecke des Broterwerbs Probleme zeitnah zu lösen.

    > Wenn etwas nicht so funktioniert wie König Kunde es erwartet, ist er gewöhnt auf den Tisch zu hauen und sein Recht einzufordern. Kein Problem, er hat ja bezahlt und damit seinen Teil des Kaufvertrags erfüllt.

    Genauso. Erstklassige, freie Software gegen Wartungsverträge. Die Subkultur a la "Community"-Kindergarten geht mir am Arsch vorbei. Das hat nicht mit Hetze zu tun, sondern ist eine trockene Betrachtung.

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