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Mo, 11. August 2008, 12:12

Software::Systemverwaltung

Vergleich der Dateisysteme HAMMER und Tux3

Die Autoren der Dateisysteme HAMMER und Tux3, Matthew Dillon und Daniel Phillips, haben in einer langen Diskussion ihre jeweiligen Designentscheidungen verglichen und begründet.

Die Diskussion begann mit einem Beitrag von Daniel Phillips, der angab, das Entwurfsdokument von HAMMER mit Interesse gelesen zu haben. Er verglich dann einige Eigenschaften von HAMMER mit seinem kürzlich angekündigten Dateisystem Tux3. Während Tux3 noch in einer frühen Entwicklungsphase ist, aber laut Phillips bereits auf eine zehnjährige Entwurfsphase zurückblickt, ist HAMMER in einer ersten Version bereits in Dragonfly BSD veröffentlicht. Es implementiert Funktionen, die in Linux bereits im virtuellen Dateisystem (VFS) vorhanden sind. Dadurch erwartet Phillips, dass eine Portierung auf Linux nicht trivial sei und genauso lange dauern werde wie der Abschluss der Implementierung von Tux3.

Phillips verglich dann einige der Eigenschaften der Dateisysteme miteinander und befand, dass Tux3 einfacher und traditioneller gehalten sei. Ziel von Tux3 ist es, alle Features von Suns ZFS zu bieten und dabei bei jeder Operation gleich schnell oder schneller zu sein. HAMMER hingegen benötigt einen im Hintergrund laufenden Daemon, der eine Art Defragmentierung erledigt, was auch Implikationen für den Energieverbrauch hat. Zudem sieht Phillips Geschwindigkeitsprobleme in Teilen von HAMMER. Mit kleinen Dateisystemen läuft HAMMER nicht besonders gut, es ist auf große Dateisysteme optimiert.

Matthew Dillon antwortete darauf, und es ergab sich eine lange Diskussion mit vielen technischen Details, in denen die beiden Entwickler ihre Erfahrungen und Ziele austauschten. Beide verbrachten nach eigenen Angaben Stunden damit, ihre Mails zu formulieren, mitunter auch einen ganzen Tag.

Dillon lobte Tux3 und stellte fest, dass es vielfach ähnliche Entwurfsentscheidungen verwende. Im Verlauf der Diskussion wurden Ideen für weitere Optimierungen ausgetauscht. Phillips erwartet, dass auch Tux3 später über eine Art Defragmentierer verfügen wird, der mehrere Aufgaben erfüllen soll, um die Speicherung der Dateien zu optimieren. Er erwähnte ferner, dass eine neue Version des Logical Volume Managers, LVM3, in Arbeit sei, wobei er aber sehr darauf achten wolle, dass dieser nicht für Tux3, sondern für alle Dateisysteme optimiert wird.

Zwei entscheidende Features von Tux3 sind nach Ansicht von Phillips, dass es keine unvollständigen Transaktionen gibt, und dass auf rekursives Copy on Write verzichtet werden kann. Der immense Zeitaufwand für die Diskussion dürfte sich für beide Dateisysteme letztlich auszahlen, da sie die Entwickler nach ihren Angaben zu neuen Ideen angeregt und zum besseren Verständnis verschiedener Konzepte beigetragen hat.

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