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Sa, 16. August 2008, 15:18

Software::Büro

ISO/IEC lehnt Einsprüche gegen OOXML ab

Die ISO/IEC hat mitgeteilt, dass die Einsprüche gegen OOXML in der Abstimmung über die weitere Bearbeitung abgewiesen wurden.

Die Mitteilung der ISO/IEC ist kurz und gibt keine Auskunft über den genauen Ausgang der Abstimmung. Das Ergebnis selbst ist keine Überraschung, da die Geschäftsführer der ISO/IEC bereits am 10. Juli den Mitgliedern dieses Vorgehen empfohlen hatten.

Nachdem OOXML in einem von Unregelmäßigkeiten begleiteten Verfahren am 2. April 2008 zum Standard erklärt wurde, reichten nacheinander Südafrika, Brasilien, Indien, und Venezuela formale Einsprüche gegen das Verfahren ein. In der Folge legte die ISO/IEC OOXML auf Eis, die endgültige Fassung des Standards wurde bis auf weiteres nicht publiziert und der Standard damit nicht offiziell.

Nach der Entscheidung will die ISO/IEC die Publikation in den nächsten Wochen fertigstellen, sofern keine weiteren Einsprüche eingereicht werden. Ob die ISO/IEC tatsächlich mit weiteren Einsprüchen rechnet, ist unklar. Interessant ist jedoch, dass nach Ansicht einiger Beobachter die Frist zur Publikation längst abgelaufen und die Standardisierung daher offiziell gescheitert ist. Dies wäre als Ansatzpunkt für weitere Einsprüche denkbar.

Wie die Organisation schreibt, hat der Standardisierungsprozess von OOXML eine signifikante Debatte über technische und Verfahrensfragen ausgelöst. Diese seien gemäß den bisherigen Verfahrensweisen bearbeitet worden. Die Erfahrungen aus dieser Standardisierung werden der ISO/IEC und den nationalen Organisationen wichtige Impulse geben, die Richtlinien und Verfahren der Standard-Entwicklung kontinuierlich zu verbessern.

An eine »kontinuierliche Verbesserung« glauben allerdings einige Mitglieder nicht mehr. Daher könnte die Entscheidung für die ISO/IEC das letzte Stadium des politischen Selbstmordes bedeuten, der bereits begann, als sich die Organisation unter Vernachlässigung jeglicher Qualitätsaspekte vor den Microsoft-Karren spannen ließ. Jomar Silva, ein Mitglied der brasilianischen Standardisierungs-Organisation, schreibt in seinem Blog über die Entscheidung, die er für beleidigend hält. »Ich glaube, dass die Zeit gekommen ist, dass die Entwicklungsländer gemeinsam eine internationale Standardisierungs-Institution errichten, die für unsere Realität geeignet ist, die unsere Probleme und Ziele versteht, und die uns mit einem Mindestmaß an Respekt und Würde behandelt. Es ist genug damit, benutzt zu werden, die Begehren von jemand anderem zu legitimieren. Während wir uns entwickeln, haben wir die einzigartige Gelegenheit, die Welt zu entwickeln (und zu ändern), die wir nicht versäumen dürfen.«

Laut Andy Updegrove ist der Brasilianer nicht der einzige, der so empfindet. Die Gründung einer neuen Organisation, die mehr den Interessen der nichtwestlichen Länder entspricht, wäre daher keine Überraschung.

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