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Di, 19. August 2008, 09:26

Software::Distributionen::Debian

Alles Gute - 15 Jahre Debian

Am 16. August wurde die Linux-Distribution Debian 15 Jahre alt.

Debian gehörte zu den ersten Linux-Distributionen und ist heute eine der ältesten, die noch aktiv sind. Als Ian Murdock am 16. August 1993 Debian ankündigte, das nach ihm und seiner Frau Debra benannt war, war das Konzept der Linux-Distributionen noch jung. Es gab eine Handvoll verschiedener Distributionen, darunter SLS, Bogus und MCC, die maximal einige hundert Pakete enthielten. Die Installation erfolgte anhand von spezifischen Anleitungen und sinnvollerweise nach Lesen des Linux-FAQs, das damals etwa 12 Seiten umfasste. CD-Laufwerke waren eine Rarität, und so wurden die Distributionen als Satz von Disketten erstellt. Eine komplette Distribution konnte leicht auf über 30 Disketten kommen.

Die frühen Debian-Versionen von 0.0.1 bis 0.9.1 wurden weitgehend von Murdock selbst erstellt, auch wenn sich allmählich weitere Entwickler dazugesellten. Diese Versionen hatten jedoch kaum Ähnlichkeit mit dem heutigen Debian. Die Ziele der ersten Versionen gaben jedoch schon die Richtung vor, sie enthielten unter anderem die Vermeidung von duplizierten Dateien, Aktualität, ein Installationsprogramm, automatische grundlegende Einrichtung des Systems und umfangreiche Dokumentation.

Nach Version 0.9.1, die Anfang 1994 erschien, gab es eine Pause in den Veröffentlichungen von Debian. In dieser Zeit, in der zahlreiche andere Distributionen entstanden, wurden an Debian interne Änderungen vorgenommen und das Paketsystem dpkg mit dem Paketformat deb entwickelt. Einige Dutzend Entwickler dürften Debian in dieser Zeit die Stange gehalten haben. Erst im März 1995 erschien die nächste »offizielle« Debian-Version 0.93r3, die erstmals Ähnlichkeiten mit dem heutigen Debian zeigte. Danach ging es für Debian stetig aufwärts, was in der Projektchronik im Detail nachzulesen ist. Heute, kurz vor der Veröffentlichung von Debian 5.0 »Lenny« (der ersten Version, die einen Zeitplan hatte und diesen auch einhalten konnte), gibt es geschätzte 2000 Beteiligte im Debian-Umfeld, darunter über 1000 mit offiziellem Entwickler-Status. Rund 20.000 Softwarepakete waren in Debian 4.0 enthalten, in Version 5.0 sind es noch mehr. Kaum eine Distribution unterstützt so viele Architekturen wie Debian.

Debian war und ist in vielen Aspekten einzigartig und wegweisend. Zu erwähnen sind unter anderem der Gesellschaftsvertrag und die dazugehörigen Debian-Richtlinien für freie Software, die Richtlinien für Entwickler und die Organisation allgemein, die für eine so große Zahl von Entwicklern nicht trivial ist.

Wohl keine Distribution hat so viele abgeleitete Distributionen aufzuweisen wie Debian. Dabei sind Ubuntu, Xandros, Linspire, MEPIS, Linux Mint, die wegweisenden Live-Distributionen Knoppix, Kanotix, Sidux und GRML, Unternehmens-, Ausbildungs- und Behördendistributionen wie Univention Corporate Server, ERPOSS, SkoleLinux, gnuLinEx (die Distribution der Region Extremadura) nur die bekannteren unter einer Vielzahl von teilweise speziellen Anpassungen.

Keine eigenen Distributionen, aber durchaus bekannt sind unter anderem LiMux und Wienux, spezialisierte Desktops für die Städte München bzw. Wien.

Auch im eingebetteten Sektor ist Debian in Gebrauch, unter anderem mit OpenZaurus, Familiar und Embedded Debian.

Auch wenn es manchen Leuten so scheint, als würde Debian an Relevanz verlieren, so ist doch sicher, dass es ohne Debian keine der obigen Distributionen in dieser Form geben würde. Viele Anwender ziehen es immer noch vor, Debian direkt zu nutzen anstatt über eine abgeleitete Distribution. Zweifellos hat Debian noch eine große Zukunft vor sich, auch wenn es durch das Prinzip, Zuverlässigkeit gegenüber den neuesten Features zu bevorzugen, nicht für jeden die richtige Distribution ist.

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