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Fr, 29. August 2008, 08:39

Eucalyptus 1.3 freigegeben

Eucalyptus, eines der ersten freien Systeme für Cloud Computing, ist in Version 1.3 erschienen.

Cloud oder Elastic Computing ist eine in den letzten Jahren aufgekommene Methode, auf einem Cluster mit einer großen Zahl von Rechnern eine noch größere Zahl von virtuellen Maschinen zu betreiben. Im kommerziellen Umfeld mieten die Anwender so viele virtuelle Maschinen mit garantierter Leistung, wie sie für ihre aktuellen Anforderungen gerade benötigen. Sie können die Zahl der Maschinen jederzeit anpassen und müssen daher nicht für mehr Leistung zahlen, als sie gerade benötigen.

In einer guten Ausgangsposition für Cloud Computing waren die Unternehmen, die ohnehin bereits eine große Server-Infrastruktur betrieben. So ist Amazon mit der Elastic Compute Cloud (EC2) einer der bekanntesten Anbieter.

Während die bisherigen Systeme für Cloud computing proprietär sind, entstehen erste freie Alternativen, was nicht verwundern sollte, da die zugrundeliegende Technologie mit Xen und Linux frei verfügbar ist. Das Projekt EUCALYPTUS (Elastic Utility Computing Architecture for Linking Your Programs To Useful Systems) hat nun bereits Version 1.3 der Software freigegeben. Eucalyptus ist nach eigenen Angaben eine freie Software-Infrastruktur für die Implementation von Cloud Computing, die einen Cluster oder eine Anzahl von Workstations nutzen kann.

Die aktuelle Schnittstelle zu Eucalyptus ist kompatibel mit EC2 von Amazon, intern arbeitet das System jedoch anders. Es ist auf Erweiterungen ausgelegt, so dass künftig verschiedene Schnittstellen zu den Clients möglich sind. Für die Implementierung wurden allgemein verfügbare Linux-Tools und einfache Web-Service-Technologie verwendet, was die Installation und Wartung einfach machen soll.

Anders als kommerzielle Systeme besitzt Eucalyptus noch keine Möglichkeit zur Abrechnung der Leistungen. Zur Zeit können die Anwender, nachdem ihnen der Zugang zur Cloud freigegeben wurde, den Cluster nach Gutdünken nutzen. Erzeugte virtuelle Maschinen laufen ohne Zeitbeschränkung. Wenn sie von den Benutzern nicht beendet werden, wird früher oder später das Limit erreicht, an dem sich keine neuen virtuellen Maschinen mehr erzeugen lassen.

Eucalyptus wurde im MAYHEM Lab an der Fakultät für Informatik der Universität von Kalifornien in Santa Barbara entwickelt. Die erste öffentliche Vorführung des Projektes, gefolgt von Version 1.0, fand im Mai 2008 statt. Zum Testen gibt es eine Public Cloud aus wenigen Rechnern. In diesem Testsystem wird auch demonstriert, dass eine Beschränkung der Laufzeit der virtuellen Maschinen prinzipiell möglich ist. Sie ist nur in den Richtlinien der jetzt veröffentlichten Version offenbar noch nicht implementiert.

Das Projekt ist nach eigenen Angaben noch in einem so frühen Stadium, dass es außer Korrekturen noch keine Beiträge von außerhalb entgegennehmen kann. Ausgenommen sind Tools, die Eucalyptus nutzen, ohne es zu ändern. Wer das System zum jetzigen Zeitpunkt schon erweitern will, muss seine Änderungen als eigenen Patch oder Fork pflegen. Der Quellcode und Binärpakete von Eucalyptus stehen auf der Downloadseite des Projekts unter der FreeBSD-Lizenz zur Verfügung. Es gibt ein Benutzer- und ein Administrator-Handbuch.

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