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Thema: Erneuter Protest gegen OOXML

36 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von ki am Di, 2. September 2008 um 15:51 #
Im Grunde finde ich das vorgehen der Entwicklungsländer klasse. Die ISO war dumm, dekadent, käuflich...
Die Frage ist nur, was passiert, wenn es auf einmal 2 Standardisierungs-Organisationen gibt. Dann habe wir künftig immer zwei "Standards", was wiederum sinnlos wäre, weil es ja kein Standard ist. Hoffentlich zieht die ISO aus dem Verfahren personelle Konsequenzen, sofern das möglich ist.
  • Score: 3 Von morv am Di, 2. September 2008 um 15:59 #
    Man sollte sich aber fragen, ob die ISO jetzt noch ernst zu nehmen ist.
    Den ISO-Standard könnte man dann ignorieren.
    • Score: 3 Von Erik am Di, 2. September 2008 um 16:03 #
      Ob man jetzt in den Industrienationen wohl die Nase rümpft über die Schwellenländer oder sich wirklich mal anhört, was sie zu sagen haben? Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Kuba mehr ökonomische Rationalität als den gesamten Industriestaaten bescheinigen müsste.


      lg
      Erik

      • Score: 3 Von Keno am Di, 2. September 2008 um 17:26 #
        Nur weil es auch sehr rationale Gründe gibt, die gegen einen Standard OOXML sprechen, kann Kuba immer noch durch irrationale Gründe zu seiner Entscheidung gelangt sein ;-)
        • Score: 3 Von Christian am Di, 2. September 2008 um 17:31 #
          hehe ... sehr richtig ;-) Aber was solls ... auch wenn andere Motive ein Rolle spielen könnten, stimmt hierbei imho das Ziel.
          Score: 3 Von Erik am Mi, 3. September 2008 um 07:08 #
          Hmm, das kann natürlich sein: Wenn OOXML internationaler Standard ist und die Herren Castro aufgrund des Schurkenstaatethikparagraphen der Geschäftssatzung von Microsoft kein neuestes MS Office geliefert bekommt, könnte es passieren, dass man mit dem Dokument gar nichts anfangen kann, wenn dann Herr Obama die bedingungslose Kapitulationserklärung nicht als ODF oder PDF absendet.

          Insofern klingt es wieder sehr rational!

          lg
          Erik

          Score: 3 Von Daniel am Mi, 3. September 2008 um 14:23 #
          Dass Kuba in einer bestimmten Sache eine irrationale oder rationale Entscheidung trifft ist doch ganz unabhängig davon, ob das politische "System" als Ganzes rational oder irrational ist. Daher muss Kuba auch nicht irrational zu einer rationalen Entscheidung gekommen sein. An Kuba ist viel zu kritisieren, und das sollte man auch, aber gerade im Punkt der Irrationalität kann den Industrieländern keiner was vormachen und schon gar nicht Kuba. Sehr rational ist an den lateinamerikanischen Ländern, dass sie weit früher als die USA oder auch Deutschland erkannt haben, dass die neoliberale Doktrin die Bevölkerungen, die Infrastruktur und auch die Wirtschaft mittelfristig zugrunde richtet, auch wenn es kurzfristig den Profit steigert. Das ist auch der Grund für ihre Option für freie Software und gegen die Korruption neoliberaler Wirtschaftssysteme, die sich an der Käuflichkeit der IOC zeigt, da die Standardorganisation, die eigentlich als Gegengewicht zur Monopolbildung eingerichtet ist, dieser Aufgabe nicht mehr nachkommt.
      Score: 3 Von uiae am Di, 2. September 2008 um 18:04 #
      So einfach is es leider nicht.

      ISO Standards durchziehen ja unser komplettes Leben.
      Man kann die ISO eben nicht mal eben so abschaffen.

      Was man wirklich bräuchte wäre eine unabhängige Organisation, die der ISO auf die Finger schaut und Entscheidungen revidieren kann.
      Wobei man da im Endergebnis wieder das gleiche Problem hat, dass diese Organisation korrupt sein könnte.

      • Score: 3 Von markus am Mi, 3. September 2008 um 03:20 #
        Die Lösung wäre einfach. Eine Regel einführen die unabänderlich ist:

        - Bricht Organisation X die Regel, ist sie sofort aufzulösen.

        Dieser Punkt wäre vor Gericht durchsetzbar.

        Stellt sich nur die Frage was dann mit dem Kapital, Patenten etc.. geschieht.

        Dies müsste man zuvor regeln damit das ganze ohne Probleme schnell gelöst wird.

        • Score: 3 Von RAMler am Mi, 3. September 2008 um 03:39 #
          Einfach ja, aber wie die meisten einfachen Loesungen ineffizient. Der Aufwand an Resourcen, um staendig Organisationen aufzuloesen und neu zu gruenden waere ausser Relation. Effektiver waere es sicherzustellen, dass die Organisation aus ihren Fehlern lernt.
      Score: 3 Von Fat_Angel am Mi, 3. September 2008 um 03:38 #
      >>Man sollte sich aber fragen, ob die ISO jetzt noch ernst zu nehmen ist.

      Ja. Die Frage sollte lauten: ob die DIN jetzt noch ernst zu nehmen ist. ISO macht nur das, wofür die meisten abgestimmt hatten.

Score: 3 Von W. W. am Di, 2. September 2008 um 16:11 #
Eine Normungsorganisation, die Normen nach demokratischen Regeln hervorbringt, diese ohne Urheberrechtsschutz und weitgehend kostenlos für alle verfügbar macht, und auch noch alle zur Mitarbeit zuläßt, auch jene, die nicht in Lobbyorganisationen der Wirtschaft sind, hat meine absolute idelle und auch finanzielle Unterstützung.

Die Zeit ist reif.

  • Score: 3 Von xB am Di, 2. September 2008 um 18:29 #
    Hier mit gruende ich Offiziell die Organisation:
    OpenStandards Foundation = OSF

    Ich bitte alle zur mitarbeit. Zeigen wir der ISO was geht und was nicht geht.

    Auf gehts.

    xB - OSF Bevollmaechtigter

    • Score: 3 Von imase am Di, 2. September 2008 um 19:01 #
      Auch wenn das von dir wohl eher ein Spaß war, aber den Namen OpenStandards Foundation = OSF finde ich gut. Und die Ideen desStandards dürfen nicht proprietär sein. Und der Text von W.W. könnte auch schon ein Anfang für die Grundsätze der Foundation sein.

      Noch etwas Generelles: Für mich stellt sich bei der Standartisierung von OOXML die Frage, ob die Herren von ISO eigentlich Ahnung von deren Job haben. Wenn man ein Format standartisiert, dann tut man es um die Kommunikation zwischen Branchen, Unternehmen, Abteilungen, Personen zu erleichtern. Wenn es ein Standard gib und einer der Partner trotzdem mit etwas "selbstgebasteltem" ankommt und möchte darüber kommunizieren, dann kann man es ablehnen mit der Begründung "Kein ISO-Standard, bitte nutzen Sie ein geeignetes Format". In dem Falle von ODF und OOXML hingegen sieht die Kommunikation demnächst so aus:

      ODF-User: "Ich schicke ihnen hier ein Dokument XY."
      OOXML-User: "Kann ich nicht lesen, bitte senden sie mir das Dokument in OOXML"
      ODF-User: "Kann OOXML nicht senden, da wir keine solche Software haben"
      OOXML-User: "Dann besorgen sie sich die Software"
      ODF-User: "Besorgen sie sich doch die Software"
      OOXML-User: "Nein, besorgen sie sich die Software"

      usw. usw... und wenn sie nicht gestorben sind, dann FORMATieren sie noch heute.

      • Score: 3 Von Ich am Di, 2. September 2008 um 19:08 #
        Als ODF User kann ich da nur sagen:
        Dann besorg du mir die Software für OOXML (auf Linux) und ich besorg dir die für ODF. :-)
        Score: 3 Von Trajan am Di, 2. September 2008 um 22:54 #
        Oder:

        ODF-User: "Ich schicke ihnen hier ein Dokument XY."
        OOXML-User: "Kann ich nicht lesen, bitte senden sie mir das Dokument in OOXML"
        ODF-User: "Kann OOXML nicht senden, da wir keine solche Software haben"
        OOXML-User: "Dann besorgen sie sich die Software"
        ODF-User: "Gerne, bitte überweisen sie mir die 400€ für das Office Paket. Ach ja die Software für ODF würde sich im Anhang befinden ..."
        ...

        • Score: 3 Von MiN am Sa, 6. September 2008 um 11:04 #

          ODF-User: "Ich schicke ihnen hier ein Dokument XY."
          OOXML-User: "Kann ich nicht lesen, bitte senden sie mir das Dokument in OOXML"
          ODF-User: "Kann OOXML nicht senden, da wir keine solche Software haben"
          OOXML-User: "Dann besorgen sie sich die Software"
          ODF-User: "Gerne, bitte überweisen sie mir die 400€ für das Office Paket. Ach ja die Software für ODF würde sich im Anhang befinden ..."

          Das würde wohl eher so aussehen:

          OOXML-User: "Ich schicke Ihnen den Auftrag in OOXML"
          ODF-User:"Kann ich nicht lesen"
          OOXML-User:"Nicht mein Problem"

      Score: 3 Von Ich am Di, 2. September 2008 um 19:04 #
      Klingt sehr gut, ich hoffe das ist kein Witz!!!!!
      Score: 3 Von .... am Di, 2. September 2008 um 23:23 #
      und jeder darf jeden Standard einfach so kopieren und nen neuen draus machen, muss ihn danach aber auch als OpenStandard veroeffentlichen. Danach haben wir soviel Standards, dass keiner mehr Durchblick, also macht man wieder einen neuen, auch wenn es eigentlich schon einen gibt der ausreicht....

      also: das OpenSource-Prinzip ist fuer Standards nicht geeignet.

      (ich hoffe Standard wird mit "d" am Ende geschrieben...)

Score: 3 Von Michael am Di, 2. September 2008 um 22:29 #
Microsoft mag sich freuen, dass die Lobby-Arbeit gefruchtet hat - immer wurde nach Standards gerufen und nun können sie einen bieten.
ABER: Was nutzt ihn der Standard, wenn er von vielen Ländern gar nicht als solcher anerkannt wird? Nur weil "Standard" drauf steht wird es sich nicht unbedingt besser verkaufen. Und die miese Publicity wird ihren Rest dazu tun.

Microsoft ist in letzter Zeit der Experte beim Schießen von Eigentoren - erst der OOXML Kram und dann auch noch das Yahoo Debakel und Vista verkauft sich eh nicht so super. *fg*

  • Score: 3 Von Trajan am Di, 2. September 2008 um 22:58 #
    Microsoft schießt sich halt gerne öfters ins Knie ... irgendwann wird es schon nicht mehr weh tun oder den gewünschten Effekt bringen ;)

    Irgendwie muss ich jetzt an die alte Indianerweisheit „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!” denken ^^

    Zitat von http://www.poeschel.net/vermischtes/pferd.php:

    -----------------------------------------------

    Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”

    Hört sich doch so simpel an, oder? Aber statt vom toten Pferd abzusteigen wurden in unserem beruflichen Leben viele Methoden und Strategien - zum Teil bis zur Perfektion - entwickelt, um dem Unausweichlichen doch ausweichen zu können. Kommt Dir die eine oder andere der folgenden Strategien vielleicht bekannt vor?

    1. Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
    2. Wir sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten”.
    3. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
    4. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
    5. Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
    6. Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
    7. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
    8. Wir schieben eine Trainingseinheit ein um besser reiten zu können.
    9. Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
    10. Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
    11. Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
    12. Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr reiten können.”
    13. Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt.
    14. Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
    15. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
    16. Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
    17. Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
    18. Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
    19. Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
    20. Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

Score: 3 Von iso und so am Mi, 3. September 2008 um 10:07 #
Die ISO verdient Geld, indem sie Bücher, in welchen die iso-Standards abgedruckt sind, verkauft. Wäre das Ziel aber, die ISO-Standards wirklich durchzusetzen, so würden sie diese frei im Internet zum Download anbieten. Damit wäre klar gestellt, wozu es die ISO gibt.
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