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Di, 2. September 2008, 17:35

Gemeinschaft

FSF feiert 25 Jahre GNU

Ein Vierteljahrhundert nach ihrer Gründung ruft die Dachorganisation des wohl wichtigsten freien Projektes einen Aktionsmonat aus.

Richard Stallman, Gründer des GNU-Projektes und der Free Software Foundation

Richard Stallman

Richard Stallman, Gründer des GNU-Projektes und der Free Software Foundation

Es begann am 27. September 1983 mit »Free Unix!«. Mit diesen Worten kündigte ein damals noch unbekannter Mitarbeiter der renommierten Ideenschmiede Massachusetts Institute of Technology (MIT) an, in Kürze ein »komplettes Unix-kompatibles Software-System« namens GNU (ein Akronym für »GNU's not Unix«) schreiben zu wollen. Das System sollte Unix-Programme ausführen können und alle wichtigen Programme, angefangen von Editor, Shell und C-Compiler bis zu Spielen, Tabellenkalkulation und Dokumentation enthalten. Es sollte ferner Verbesserungen gegenüber dem Unix-System aufweisen. Der Name des Mitarbeiters lautete Richard M. Stallman.

Zu diesem Zeitpunkt wohnte Stallman in seinem ehemaligen Büro im im AI Lab am MIT. Die einzigartige Hacker-Kultur, die dort in den 1970er Jahren herrschte, war jedoch zerstört worden, als die Firma Symbolics ihre Lisp Machine herausbrachte und fast alle Programmierer des AI Labs abwarb. Als im Jahr 1983 eine Anschaffung neuer Maschinen von Symbolics bevorstand, auf denen Stallmans frühere Programme nicht mehr liefen, und die mit proprietärer Software ausgestattet waren, war für Stallman die Zeit gekommen, etwas radikal Neues zu tun. Das GNU-Projekt wurde geboren.

Er wählte als Vorbild für sein neues System das verbreitete Betriebssystem Unix. Unix war freilich nicht frei. Sein Quellcode war allerdings unter Umständen verfügbar, was Stallman trotz allem nicht dazu verleitete, die Quellen des Systems näher zu erforschen. Noch mehr. Der Hacker verpflichtete später alle Mitentwickler, selbiges zu tun. Einzig die Funktionsweise und Portabilität von Unix waren für Stallman von Interesse.

Zuerst portierte Stallman den Parser-Generator Bison auf GNU, das heißt auf Unix, da GNU noch keinen eigenen Kernel hatte. Es folgte Emacs. Dieser war sehr populär, was Stallman ermöglichte, Magnetbänder mit Emacs zu verkaufen und damit ein Einkommen von etwa 1500 USD monatlich zu haben. Emacs wurde unter einer Vorläuferversion der GPL vertrieben. Es kamen weitere Tools und schließlich der GNU C Compiler hinzu. Im Jahre 1990 waren die wichtigsten GNU-Komponenten vorhanden, jedoch noch kein Kernel. In diesem Jahr begann die Arbeit an einem auf Mach aufbauenden Microkernel, der als Hurd bekannt wurde. Doch bekanntlich betrat 1991 ein finnischer Student namens Linus Torvalds die Bühne, baute auf GNU auf und hob den Linux-Kernel aus der Taufe.

Ein Vierteljahrhundert nach seiner Gründung feiert die Dachorganisation des GNU-Projektes, die Free Software Foundation (FSF), den Geburtstag mit einem Aktionsmonat. Die FSF selbst wurde 1985 von Stallman gegründet, um das GNU-Projekt und die freie Software zu unterstützen.

Im Zuge der Feierlichkeiten veröffentlichte der englische Humorist, Filmemacher und Schauspieler Stephen Fry einen fünfminütigen Film unter dem Titel »Happy Birthday to GNU«. Fry erzählt in diesem seine Eindrücke von freier Software und GNU insbesondere und vergleicht sie mit einer »guten Wissenschaft«. Dem entgegengesetzt sieht Fry proprietäre Software, die eine Form von Tyrannei bedeute.

Der sich nähernde 25. Geburtstag des Projektes soll nicht nur eine weitere Jubiläumszahl werden. Wie der FSF-Vorsitzende Peter Brown sagte, folgen noch diesen Monat weitere Aktionen. Unter anderem feiern die FSF und ihre Unterstützer am 20. September den Software Freedom Day und am 27. September den GNU-Geburtstag selbst.

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